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Nach lebensgefährlicher Aktion : Skandalfahrer Fenati zieht sich aus Motorsport zurück

  • Aktualisiert am

Motorrad-Fahrer Romano Fenati bei einem Rennen Anfang August. Bild: Picture-Alliance

Frühes Ende einer Karriere: Nach dem Eklat von Misano und dem Rauswurf aus seinem Team hört der Italiener Romano Fenati ganz mit dem Rennsport auf. Sein Rivale wirft ihm einen Tötungsversuch vor.

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          Nach dem Rennskandal von Misano zieht sich der Italiener Romano Fenati ganz aus dem Motorradsport zurück und will in seiner Heimatstadt Ascoli erstmal auf andere Gedanken kommen. „Ich werde jetzt für eine Weile im Eisenwarenladen meines Opas arbeiten, mit ihm und Mamma“, sagte der 22-Jährige in einem Interview der Tageszeitung „La Repubblica“ (Dienstag) und meinte zu seiner Karriere: „Jetzt ist es besser, adé zu sagen, für immer.“ Sein Rennrivale Stefano Manzi warf ihm derweil einen Tötungsversuch vor.

          Fenati hatte am Sonntag während des Rennens in Misano bei einer Geschwindigkeit von etwa 200 Kilometern pro Stunde an den Lenker Manzis gegriffen und den Bremshebel gezogen. Damit brachte er seinen Landsmann in Lebensgefahr. Zum Glück konnte Manzi sein Zweirad nach kurzem Schlingern wieder unter Kontrolle bringen. Das italienische Marinelli-Snipers-Team trennte sich am Montag von dem Piloten und sprach von einer „unverantwortlichen Tat“. Der italienische Verband (FMI) entzog ihm zudem am Dienstagnachmittag die Rennlizenz und suspendierte ihn von allen sportlichen Aktivitäten. Weiter wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Bei einer Anhörung am 14. September hat Fenati die Möglichkeit, sich vor Gericht verteidigen.

          Manzi sagte dem Portal gpone.com, dass er mit Fenati abgeschlossen habe und ihm nicht verzeihen könne. „Eine Handlung, bei der ein Gegner versucht, einen Rivalen bei über 200 Stundenkilometern zu töten, indem er den Bremshebel betätigt, das ist unverzeihlich“, versicherte er. Die am Sonntag verhängte Sperre für zwei Rennen bezeichnete er als viel zu milde. „Was er getan hat, ist eine sehr gefährliche, unsportliche Tat, die man von niemandem hier erwarten würde.“

          Fenati, der sich schon am Montag auf seiner Homepage bei der „gesamten Sportwelt“ entschuldigt hatte, sagte „La Repubblica“, dass ihn Manzi zuvor mehrfach angegriffen habe. „Wollt ihr meinen Helm und meinen Overall sehen? Da gibt es einen langen schwarzen Striemen: Der Reifen von Manzi“, sagte er. Es gebe andere Piloten, die jeden Sonntag das Leben anderer gefährdeten, und er selbst sei bisher immer sauber gefahren. Wie die Zeitung berichtete, erhält Fenati seit Sonntag massive Drohungen von den Motorsportfans, Anrufe rund um die Uhr und tausende böse Mails. In Ascoli seien sogar Schmähparolen gegen seine Freundin an den Wänden aufgetaucht.

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