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Robert Kubica : „Lernen, lernen, lernen“

Schnell unterwegs in der Rallye-WM: Robert Kubica Bild: dpa

Viel Talent wurde Robert Kubica schon immer nachgesagt. Doch immer wieder warfen den Polen Unfälle aus der Bahn. Er blieb standhaft und startet nun zu seinem ersten Lauf in der Rallye-WM.

          Dieser Mann ist hart im Nehmen. Dass Robert Kubica an diesem Donnerstag an den Start seines ersten Laufes in der Rallye-Weltmeisterschaft geht, zeugt von Standfestigkeit. Denn Kubica hat als Rennfahrer die Kurve noch nicht ganz gekriegt. Viel Talent wird dem 29 Jahre alten einstigen Formel-1-Fahrer aus Polen schon lange nachgesagt.

          Doch immer wieder werfen ihn Unfälle aus der Bahn. Zuletzt krachte Kubica vor zwei Wochen mit seinen Citroen DS3 der Kategorie WRC2 beim Europameisterschaftslauf auf Grand Canaria auf einer Serpentinenstrecke in die Leitplanken. Auch dort hatte der Pole bewiesen, dass er schnell ist. Als er sich selbst aus dem Rennen katapultierte, lag er in Führung.

          Der Crash, bei dem sein Auto zuerst mit dem Heck in eine Sicherheitsbarriere knallte, sich durch den Aufschlag drehte und dann auch noch mit der Vorderseite in die Begrenzung einschlug, verursachte diesmal nur Blechschaden. Anders als 2011, als er sich bei einem Rallye-Unfall schwere Verletzungen zuzog, die damals seine Rückkehr in die Formel 1 verhinderten und ihn heute noch behindern.

          Weil Kubica Probleme hat, seine rechte Hand zu bewegen, ist sein DS3-Rallyeauto umgebaut worden. Die Wippen für die Schaltung sitzen beide auf der linken Seite des Lenkrades, der internationale Automobil-Verband FIA hat die Modifikationen abgenommen.

          Nach seinem Unfall hat der Pole immer noch Probleme mit seiner rechten Hand

          Jetzt wagt Citroen mit Kubica den nächsten Schritt. An diesem Donnerstag geht der schnelle Mann aus Krakau beim Weltmeisterschaftslauf in Portugal an den Start. Man darf gespannt sein, ob und wie lange er den Ausritt über die portugiesischen Schotterpisten durchsteht. Es ist nämlich der erste Start Kubicas bei einer Rallye auf losem Untergrund.

          Er selbst sagt, er wolle bei seiner WM-Premiere „lernen, lernen, lernen“. Sein neuer Arbeitgeber ahnt, dass es für den Rennfahrer ein Vorstoß in eine neue Motorsportwelt wird. „Wenn er seine ersten Runden auf Schotter fährt, dann wird er sicher viele Fragen haben“, hat Citroen-Teamchef Yves Matton gesagt und ihm zwei Männer zur Seite gestellt, die Antworten haben.

          Abheben gehört im Rallyesport zum Geschäft

          Rekordweltmeister Sébastien Loeb und WM-Pilot Mikko Hirvonen sollen Kubica dabei helfen, den schnellen Wagen auf der rutschiger Piste zu halten. Kubica, der an vier Läufen der Rallye-Europameisterschaft und sieben Veranstaltungen der Rallye-Weltmeisterschaft in der WRC2-Klasse, in der in Portugal auch der Deutsche Sepp Wiegand startet, teilnehmen will, ahnt, dass seine WM-Premiere „härteste Rallye“ sein wird.

          Sein Start dort so kurz nach seinem jüngsten Unfall zeigt, dass es Kubica mit seiner Rallye-Karriere ernst ist. Und dass ihn Unfälle nicht aus der inneren Balance bringen können.

          Das waren noch Zeiten: Kubica im Formel-1-Auto

          Auch in der Formel 1 hat er das schon bewiesen. 2007 war er in Montréal in einem der spektakulärsten Unfälle der jüngeren F1-Geschichte verwickelt, blieb aber unverletzt, 2008 gewann er auf derselben Strecke sein erste ersten Formel-1-Rennen.

          Es gibt nicht viele Rundstreckenfahrer, die in der Lage sind, auch ein Rallyeauto schnell und erfolgreich zu steuern. Kimi Räikkönen, der Formel-1-Weltmeister von 2007, ist so ein Fahrer. Aber zwischen ihm und Kubica gibt es Unterschiede. Der Pole trinkt keinen Alkohol und mag keine Discos.

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