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Rallye Dakar : Todesfall überschattet Titelverteidigung

  • Aktualisiert am

Mal wieder Sieger: Stephane Peterhansel gewinnt zum 14. Mal die Rallye Bild: Reuters

Der Franzose Stephane Peterhansel gewinnt bereits zum 14. Mal die Rallye Dakar. Überschattet wird das Spektakel vom Tod des Motorradfahrers Pierre Cherpin.

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          Stephane Peterhansel kletterte auf das Dach seines aufgemotzten Minis und reckte jubelnd die Arme in die Höhe, ein Lächeln blitzte hinter dem schwarzen Mund-Nase-Schutz hervor. „Monsieur Dakar“ hatte seinem Spitznamen wieder alle Ehre gemacht und auch dem deutschen Team X-raid im Mini die erhoffte erfolgreiche Titelverteidigung beschert.

          „Wir sind sehr präzise gefahren und haben keine großen Fehler gemacht“, sagte Peterhansel, der mit seinem Beifahrer Edouard Boulanger seit der zweiten Etappe an der Spitze lag: „Natürlich hat man mehr Druck, wenn man das Rennen anführt, weil man alles verlieren kann.“ Doch der 55 Jahre alte Franzose ließ sich seinen 14. Gesamt-Erfolg bei der diesjährigen Auflage in Saudi-Arabien auch am Schlusstag auf der zwölften und letzten Etappe nicht mehr nehmen. Nach sechs Siegen auf dem Motorrad gelang ihm nun der achte mit dem Auto. Sein erster Triumph war ihm vor 30 Jahren auf zwei Rädern gelungen.

          Nun brauche er erst einmal ein paar Tage Erholung, sagte der Sieger im Ziel in Dschidda. Auf dem letzten Teilstück der 43. Dakar reichte Peterhansel der dritte Platz beim Sieg der spanischen Rallye-Legende Carlos Sainz, der Gesamtdritter wurde. Auf den zweiten Rang im Klassement kam Nasser Al-Attiyah aus Qatar. Die Motorradwertung gewann der Argentinier Kevin Benavides.

          Der deutsche Beifahrer Timo Gottschalk (Berlin) schloss das Rennen gemeinsam mit seinem polnischen Piloten Jakub Przygonski im Toyota als Vierter der Gesamtwertung ab. Dirk von Zitzewitz, Champion von 2009, verpasste das Podest deutlich, entschädigte sich mit seinem saudischen Fahrer Yazeed Al Rajhi aber mit zwei Tagessiegen auf der siebten und zehnten Etappe.

          Motorradfahrer gestorben

          Überschattet wurde der Finaltag von der Todesmeldung des französischen Amateur-Motorradfahrers Pierre Cherpin. Der 52-Jährige starb auf dem Transportflug von Saudi-Arabien nach Frankreich an den Folgen seinen Unfalls vor fünf Tagen.

          Gefährliches Wüstenrennen: Der Franzose Pierre Cherpin stirbt nach einem Sturz.
          Gefährliches Wüstenrennen: Der Franzose Pierre Cherpin stirbt nach einem Sturz. : Bild: AFP

          Cherpin war auf der siebten Etappe von Ha’il nach Sakaka gestürzt. Ärzte hatten ihn nach seinem Unfall bewusstlos aufgefunden. Im Krankenhaus von Sakaka war ein schweres Schädel-Hirn-Trauma festgestellt worden. Nach einer Notoperation war Cherpin in ein künstliches Koma versetzt worden, in den vergangenen Tagen sei sein Zustand stabil gewesen. Von Sakaka über Dschidda sollte er nach Lille in ein Krankenhaus geflogen werden.

          2009 hatte Cherpin erstmals an der Dakar teilgenommen, als die Rallye in Südamerika ihre Premiere hatte. 2012 und 2015 startete er abermals. Der Franzose ist das 27. Todesopfer unter den Teilnehmern der Wüsten-Rallye. 1986 starb Thierry Sabine, der Direktor und Gründer der Rallye. Er kam bei einem Hubschrauberabsturz in Mali ums Leben.

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