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Motorsport : Die DTM hat noch eine Zukunft

  • -Aktualisiert am

Start zur DTM auf dem Nürburgring: Im Ziel liegt Nico Müller (r.) vorne. Bild: dpa

Audi und BMW beenden ihr Werks-Engagement – künftig sollen Privatteams mit GT-Sportwagen starten. „Die Tür ist weit offen für alle Hersteller“, sagt DTM-Chef Berger.

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          Eigentlich hätte sich am Samstagabend ein strahlender Gerhard Berger in einer Videokonferenz vom Nürburgring melden müssen. Denn was der Chef des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) zu vermelden hatte, war durchaus etwas Positives. „Die Zukunft der DTM ist gesichert“, sagte der ehemalige Formel-1-Pilot. Doch der 61 Jahre alte Österreicher wirkte erschöpft. „Ich bin müde von den ganzen Diskussionen der letzten Tage und Wochen.“ Seiner Einschätzung nach habe sich der Einsatz aber gelohnt: „Jetzt ist das Paket rund und gut. Vor allem, bin ich den beiden Herstellern Audi und BMW sehr dankbar, dass sie mir als Gerhard Berger ermöglichen, die traditionelle DTM-Plattform weiter in die Zukunft zu führen.“

          Statt der teuren Rennwagen nach Class-one-Reglement, das zusammen mit der japanischen Super-GT-Serie entwickelt worden war, werden künftig GT3-Rennwagen eingesetzt werden. Das sind Fahrzeuge auf Basis eines Audi R8, Bentley Continental, BMW M6, Lamborghini Huracan, Mercedes GT3 oder Porsche 911. „Zur DNA der DTM gehört, dass möglichst viele Hersteller gegeneinander fahren“, sagte Berger: „Die Tür ist weit offen für alle Hersteller.“

          Der Vorteil: Diese Autos kommen in mehreren Rennserien zum Einsatz. Unter anderen auch im ADAC GT-Masters. Dieses wird, wie der Automobilclub und der Deutsche Motorsport-Bund am Samstagvormittag bekanntgaben, künftig als „Internationale Deutsche GT-Meisterschaft“ ausgeschrieben. Allerdings werden in der DTM die Fahrzeuge künftig nicht mehr von einem Hersteller eingesetzt, sondern von privaten Teams. So wie im ADAC GT-Masters. Berger denkt an die aktuellen Werksrennställe wie Abt, Phoenix oder Rosberg, natürlich auch an ART und WRT, die schon in dieser Saison privat vier Fahrzeuge einsetzen. Sowohl Audi als auch BMW haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Aber eben zu anderen Konditionen als bislang. „Wenn Teams mit unseren Autos teilnehmen wollen, dann unterstützen wir sie“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Und sein BMW-Kollege Jens Marquardt erklärt das Prozedere: „Die Teams kommen auf uns zu und sagen: Dieses Programm würden wir gerne fahren, wie kann uns BMW unterstützen? Bei der Technik und mit Fahrern.“

          Gerhard Berger: „Die Tür ist weit offen für alle Hersteller.“
          Gerhard Berger: „Die Tür ist weit offen für alle Hersteller.“ : Bild: dpa

          Obwohl Berger noch keine Details zum technischen Reglement, er nennt es GT-Pro, verkünden kann, sagt er über die neue Serie: „Die DTM wird die beste GT-Sprint-Rennserie der Welt sein, deshalb werden die besten Fahrer in diese DTM kommen.“ Ungeklärt ist allerdings noch, wie sich die privaten Teams finanzieren werden. Schon jetzt prangen auf den Autos entweder die Logos von Tochterfirmen der Hersteller oder die von Zulieferern. Potentielle Sponsoren standen schon vor der Corona-Pandemie nicht Schlange. Ursprünglich war es auch der Wunsch Bergers, dass die Fahrzeuge mehr als die momentanen 520 bis 550 PS haben sollen. Doch dabei wird es bei einem Wunsch bleiben, denn die Autohersteller wollen keine zusätzlichen Kosten produzieren, indem sie Entwicklungsarbeiten betreiben.

          Noch mit den alten Autos läuft es momentan hervorragend für Nico Müller. Der 28 Jahre alte Schweizer fährt unaufhaltsam seinem ersten Titel in der DTM entgegen. Am Sonntag gewann der Audi-Pilot auf dem Nürburgring souverän sein fünftes Rennen in dieser Saison, nachdem am Samstag noch sein Abt-Teamkollege Robin Frijns sich als Erster hatte feiern lassen dürfen. René Rast, mit etwas Abstand Dritter in der Tabelle, sagte beim Blick auf seine beiden Kollegen beinahe schon resigniert: „Die Jungs sind momentan einfach unheimlich stark.“

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