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Motorrad-Vizeweltmeister : Ralf Waldmann ist tot

  • Aktualisiert am

Eine deutsche Motorrad-Legende: Ralf Waldmann (im Bild 2005) ist gestorben Bild: dpa

Ralf Waldmann war einer der besten deutschen Motorrad-Rennfahrer – auch wenn er nie Weltmeister wurde. Mit nur 51 Jahren ist er nun gestorben. Nur vier Monate nach seinem früheren Teamchef Stefan Kiefer.

          Der zweimalige Motorrad-Vizeweltmeister Ralf Waldmann ist tot. Der gebürtige Hagener starb am Samstag im Alter von 51 Jahren. „Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserem MotoGP-Experten Ralf Waldmann. Du warst ein großer Sportsmann und ein toller Kollege. Wir werden Dich vermissen. Unser Beileid und Mitgefühl gilt der Familie Waldmann“, schrieb der Fernsehsender Eurosport, für den Waldmann als Experte tätig war, am Sonntag auf seiner Facebook-Seite.

          Für den deutschen Motorrad-Sport ist es der zweite Schock innerhalb kurzer Zeit. Denn vor gerade mal vier Monaten war Waldmanns ehemaliger Teamchef Stefan Kiefer ebenfalls mit 51 Jahren beim Malaysia-GP an einem Herzinfarkt gestorben.

          Waldmann gehörte zu den talentiertesten Motorrad-Rennfahrern in Deutschland. Zwischen 1986 und 2009 absolvierte er 169 Grand-Prix-Rennen in drei Klassen (bis 80ccm, 125ccm, 250ccm) und holte dabei 20 Siege sowie 30 weitere Podestplätze. Waldmann war der Fahrer mit den meisten Siegen, der nie Weltmeister wurde. 1997 verpasste er den WM-Titel um gerade mal zwei Punkte gegen den Italiener Max Biaggi.

          Legendäre Aufholjagd

          Auch die MotoGP drückte ihr Mitgefühl aus. „Wir sind traurig vom Tod des mehrmaligen Grand-Prix-Siegers Ralf Waldmann zu hören. Unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei der Familie und den Freunden“, twitterte die MotoGP.

          Seinen größten Sieg feierte der lebenslustige „Waldi“ im Jahr 2000 beim Großen Preis von England in Donington. Im 250er-Rennen lieferte er eine der spektakulärsten Aufholjagden in der Motorrad-Geschichte ab. Der damals 33-Jährige hatte bei der anfangs abtrocknenden Piste als einer der wenigen Fahrer auf Regenreifen gesetzt. Er fiel auf Platz 23 zurück, wurde überrundet. Doch dann setzte strömender Regen ein und Waldmann rollte das Feld von hinten auf. Dank einer fahrerischen Glanzleistung überholte er in der letzten Kurve den führenden Franzosen Olivier Jacque und siegte mit 0,344 Sekunden Vorsprung.

          Nach seiner Karriere konnte Waldmannn in der Motorrad-Branche nie richtig Fuß fassen. Zeitweise war er als Mechaniker unterwegs, zuletzt als Fernseh-Experte bei Eurosport.

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