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Motorrad : Kein Grip in Kurve elf

Nicht mehr zu halten: Michael Laverty fliegt aus der Kurve Bild: dpa

Dreißig Stürze in zwei Tagen: Beim Training auf dem Sachsenring fliegen die Motorradfahrer reihenweise aus der Kurve. Neben Weltmeister Jorge Lorenzo erwischt es auch WM-Spitzenreiter Dani Pedrosa.

          Acht Minuten vor dem Ende des Qualifikationstrainings lag Stefan Bradl im Kies. Das Vorderrad seiner Honda hatte die Haftung verloren, rutschte weg, und dann konnte sich auch der Dreiundzwanzigjährige nicht mehr auf seiner Maschine halten. Es war einer von bisher mehr als dreißig Stürzen an diesem Wochenende. Bradl wird an diesem Sonntag (14 Uhr) in der MotoGP-Klasse dennoch vom vierten Platz aus ins Rennen zum Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring gehen - hinter Marc Marquez (Honda), Cal Crutschlow und Valentino Rossi (beide Yamaha).

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Andere erwischte es härter. Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) stürzte im Training am Freitag, dabei wurde die Titanplatte verbogen, die sein Schlüsselbein seit seinem Abflug in Assen vor zwei Wochen zusammen halten sollte. Lorenzo flog nach Barcelona, wo er ein weiteres Mal operiert wurde. Ein Start ist ausgeschlossen. Daniel Pedrosa (Honda) verlor am Samstagvormittag die Kontrolle über seine Maschine, prallte auf den Asphalt und erlitt eine Gehirnerschütterung. Mit einem Hubschrauber wurde der Erste des WM-Klassements in das Krankenhaus nach Chemnitz geflogen, dort wurde ein Haarriss des Schlüsselbeins diagnostiziert. Pedrosa will dennoch ins Rennen gehen.

          Gefährlicher Funkenflug: Bryan Staring neben seiner Honda Bilderstrecke

          In der Moto3-Klasse startet Jonas Folger vom vierten Platz aus, dabei schien auch für ihn die Qualifikation früh beendet. In der ersten Minute stürzte er mit seiner Kalex-KTM, doch seine Mechaniker konnte die Maschine rechtzeitig reparieren, und eine Viertelstunde vor dem Ende ging Folger wieder auf die Strecke. Die Pole Position sicherte sich der Spanier Alex Rins (KTM). In der Moto2-Kategorie qualifizierte sich Marcel Schrötter als Dreizehnter, Sandro Cortese wurde Neunzehnter.

          Als Problempunkt Nummer eins der Strecke hatte sich einmal mehr Kurve elf herausgestellt. „Das ist eine gefährliche Stelle“, sagte Rekordweltmeister Valentino Rossi. Die italienische Motorrad-Ikone machte dort in der Vergangenheit ebenfalls schon unliebsame Bekanntschaft mit dem Asphalt. Es ist eine schnelle Rechtskurve nach acht Linkskurven, in die die Fahrer mit über 200 Stundenkilometern hinein rauschen.

          Da die Reifen auf der rechten Seite angesichts der fehlenden Belastung zuvor regelrecht kalt sind, fehlt der Grip. Die Sturzgefahr steigt erheblich. „Die Stürze in den ersten Tagen auf dem Sachsenring haben ja fast schon Tradition. Man muss sich erst an diese Strecke gewöhnen“, sagte Bradl.

          Gegen den Uhrzeigersinn

          Der anspruchsvolle Sachsenring ist einer der wenigen WM-Kurse, auf dem gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. Es gibt nur drei Rechts-, dafür aber zehn Linkskurven. Die Fahrer sind fast ständig in Schräglage, müssen angesichts der wenigen Geraden immer wieder die Position wechseln. „Man muss voll konzentriert sein“, betonte Cortese.

          Das wissen auch die Konkurrenten der deutschen Lokalmatadoren. Und dennoch stürzten sie reichlich. Neben Lorenzo und Pedrosa erwischte es unter anderem auch noch Andrea Dovizioso, Andrea Iannone und gleich zweimal den Briten Cal Crutchlow. Iannone kugelte sich die Schulter aus, Crutchlow erlitt am Unterarm schmerzhafte Hautverbrennungen. „Das wird morgen schwer werden“, sagte Crutchlow, der in den vergangenen vier Rennen drei Podestplätze geholt hatte. Aber er beißt wie fast alle verletzten Piloten auf die Zähne.

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