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Sieg für Mick Schumacher : „Mein Herz hat ziemlich schnell geschlagen“

  • Aktualisiert am

Mick Schumacher gelang in Österreich erstmals ein Sieg in der Formel 2. Bild: Picture-Alliance

Im Hauptrennen am Samstag wurden Mick Schumachers Hoffnungen auf ein Top-Resultat noch enttäuscht. Am Tag danach wird alles besser. In Ungarn gewinnt er erstmals ein Rennen der Formel 2.

          Die deutsche Hymne erschallte über dem Hungaroring, Mick Schumacher stand grinsend ganz oben auf dem Podest – und bescherte dem Motorsport mal wieder einen dieser Momente, die sich nach Zeitreise anfühlen. Der 20-Jährige hat am Sonntag in Ungarn seinen ersten Sieg in der Formel 2 gefeiert, ziemlich genau 15 Jahre, nachdem sein berühmter Vater letztmals auf dem Hungaroring gewann. „In den letzten Runden hat mein Herz ziemlich schnell geschlagen“, sagte Schumacher, „die Reifen bauten ab, ich hatte die ganze Zeit Druck, musste in die Spiegel schauen, weil Matsushita mich gut beschäftigt hat. Jetzt bin ich einfach nur glücklich.“ Seine Mutter, seine Schwester und seine Oma hatten das Rennen vor Ort mitverfolgt.

          Und dass gerade die Strecke nahe Budapest Schauplatz des ersten Erfolgs war, sei durchaus „speziell“, schließlich holte Michael Schumacher dort insgesamt vier Siege in der Formel 1. Aber der Sohn des Rekordweltmeisters hat eben ein Händchen für solche Momente: „Meinen ersten Formel-3-Sieg habe ich letztes Jahr ausgerechnet in Spa geholt, und das ist ja auch eine ganz besondere Strecke meines Vaters.“ Auf dem angestrebten Weg in die Formel 1 hat Schumacher nun eine weitere Etappe absolviert. Im vergangenen Jahr wurde er Formel-3-Europameister, stieg auf in den Unterbau der Königsklasse und wurde in die Nachwuchsakademie von Ferrari aufgenommen. Nun nach teilweise schwierigen Wochen als Rookie also der erste Sieg im 16. Saisonrennen.

          Dank einer souveränen Vorstellung gewann der Prema-Pilot von der Pole Position vor dem Japaner Nobuharu Matsushita (Carlin) und Sergio Sette Camara (DAMS) aus Brasilien. Dass Schumacher vom ersten Startplatz ins Rennen ging, hatte er dem besonderen Reglement der Formel 2 zu verdanken, das auch den Rookies häufiger die Chance auf Spitzenresultate gibt: Im Hauptrennen am Samstag war er als Achter in die Punkte gefahren, und die Top Acht dieses Rennens starten stets in umgekehrter Reihenfolge in den Sprint.

          Diesem Sieg sollen nun weitere folgen in einer Saison, in der Schumacher zwischenzeitlich sieben Rennen lang ohne Punkte geblieben war. „Der erste ist immer der schwierigste, und er bringt viel Selbstvertrauen“, sagte er: „Wir gehen jetzt schon in die Endphase der Saison, und dieses Ergebnis wird mir sicher einen Schub geben.“ In vier der vergangenen fünf Rennen fuhr Schumacher in die Punkte, in der Gesamtwertung kletterte er auf den elften Platz, es geht also langsam bergauf – und doch sollte der 20-Jährige schon am Sonntag Fragen über seinen Aufstieg in die Formel 1 beantworten.

          Wann es soweit sei, könne aber „nur die Zeit zeigen“, sagte Schumacher: „Der erste Sieg ist schön, aber ich muss ja noch an mir arbeiten. Ob es schon nächstes Jahr klappt oder in zwei oder drei Jahren – wenn es soweit ist, will ich auf jeden Fall bereit sein.“ Wichtiger sei nun das nächste Rennwochenende. Und das steigt in vier Wochen ausgerechnet im belgischen Spa.

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