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Schumachers 50. Geburtstag : „Michael ist in den besten Händen“

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„Bitte habt Verständnis, wenn wir uns nach Michaels Wünschen richten und ein so sensibles Thema wie Gesundheit, so wie früher auch immer, in der Privatsphäre belassen“: Michael Schumacher mit Frau Corinna (Bild von 2012). Bild: dpa

Vor fünf Jahren verunglückte Michael Schumacher beim Skifahren schwer. Kurz vor seinem 50. Geburtstag veröffentlicht die Familie des Rekordweltmeisters der Formel 1 nun eine Botschaft.

          Michael Schumachers Familie hat einen Tag vor dem 50. Geburtstag des Formel-1-Rekordweltmeisters um Verständnis für die fehlenden öffentlichen Informationen zu dessen Gesundheitszustand geworben. „Ihr könnt euch sicher sein, dass er in besten Händen ist und wir alles Menschenmögliche tun, um ihm zu helfen“, heißt es in einer Facebook-Botschaft vom Mittwoch. „Bitte habt Verständnis, wenn wir uns nach Michaels Wünschen richten und ein so sensibles Thema wie Gesundheit, so wie früher auch immer, in der Privatsphäre belassen.“

          Schumacher hatte bei einem Unfall am 29. Dezember 2013 im Skigebiet nahe des französischen Méribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten, obwohl er einen Helm trug. Seit September 2014 erholt er sich in seiner Schweizer Wahlheimat in Gland am Genfer See von dem Unfall. Informationen zum Zustand Schumachers gibt es nicht. An diesem Donnerstag feiert der Kerpener seinen 50. Geburtstag. „Wir freuen uns darüber und möchten uns von ganzem Herzen bedanken dafür, dass ihr Michaels 50. Geburtstag morgen gemeinsam mit ihm und mit uns feiert“, heißt es in der Botschaft der Familie. „Michael kann stolz sein auf das, was er erreicht hat, und wir sind es ebenfalls.“

          Schumachers letzter Ferrari-Teamkollege Felipe Massa würdigte den Formel-1-Rekordweltmeister als seinen Mentor. „Er war mein Lehrmeister, mein Lehrer“, sagte Massa der Deutschen Presse-Agentur. Der Brasilianer wurde 2003 Testfahrer bei Ferrari und war dann 2006 in Schumachers letztem Jahr bei der Scuderia sein Teamkollege. Der mittlerweile aus der Formel 1 zurückgetretene Massa bezeichnete die Zeit an der Seite des siebenmaligen Weltmeisters als „großartige Erfahrung“. Schumacher sei ein „kompletter Fahrer“ gewesen, von dem er sich habe viel abschauen können. Schumacher fuhr von 1996 bis 2006 bei Ferrari und wurde zu einer Legende der Formel 1. 

          Auch für Lewis Hamilton wird Schumacher immer der „Größte aller Zeiten“ in der Formel 1 bleiben. Daran würde sich nicht einmal etwas ändern, wenn Hamilton auch noch den Sieg- und Titelrekord Schumachers brechen würde, bekräftigte Hamilton zuletzt in einem Interview der „Bild am Sonntag“. Sogar deutlich mehr Poles als Schumacher (68) hat Hamilton (83) bereits. Für die 91 Grand-Prix-Erfolge fehlen ihm noch 18 zum Gleichstand, die sieben Titel kann der fünfmalige Champion rechnerisch noch bis zum Ablauf seines aktuellen Vertrags bei Mercedes in den kommenden zwei Jahren schaffen. „Ich fühle einfach nicht, dass ich versuchen muss, seine Rekorde zu brechen. Das ist nicht mein Antrieb“, betonte Hamilton.

          Er löste Schumacher zur Saison 2013 bei Mercedes ab. Der Rekordchampion war zum zweiten Mal zurückgetreten, diesmal aber endgültig. In den drei Comeback-Jahren für die Silberpfeile konnte Schumacher keinen Sieg mehr feiern. Hamilton gewann seit seinem Wechsel von McLaren zu Mercedes 52 Rennen. Ihm ist dabei bewusst, dass der gebürtige Kerpener seinen Anteil an der Titel- und Erfolgsserie von Mercedes seit 2014 hat. Der Einfluss sei „ganz klar“ spürbar. „Er war gemeinsam mit Leuten wie Ross und Norbert Teil, als das Fundament gelegt wurde für den Erfolg, den wir heute genießen dürfen“, sagte Hamilton auch mit Blick auf den früheren Teamchef Ross Brawn und den ehemaligen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

          „Es bestreitet wohl keiner, dass Michael die Weichen für den Erfolg der vergangenen Jahre mit Mercedes gestellt hat“, sagte Haug jüngst in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Schumacher habe auch eine Rolle gespielt, hatte der jetzige Team- und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff beim ersten Konstrukteurstitel unter seiner Führung im Oktober 2014 im russischen Sotschi gesagt. Als Schumacher Ende 2006 seine Karriere erstmalig beendete, war Hamilton 21 Jahre alt. In dem Jahr durfte er schon mal testen, ehe er 2007 bei McLaren zum Einsatzpiloten ernannt wurde. „Ich war noch kein Stammfahrer, und es war für mich einfach unwirklich, plötzlich mit ihm auf der Strecke zu sein“, erinnerte sich Hamilton an die erste Begegnung mit Schumacher im Formel-1-Auto. „Ich habe nicht mal versucht, ihn zu überholen, ich bin einfach nur hinter ihm hergefahren, weil ich direkt davor noch als Michael Schumacher in meinem Computerspiel unterwegs war.“ Denn, so erzählte Hamilton auch, er wählte als Junge beim PC-Spiel immer Schumacher als Fahrer.

          Inwiefern und welchen Kontakt er zu Schumacher heute noch hat, darüber spricht Hamilton nicht. Er geht davon aus, dass es durch Schumachers Sohn Mick zu „hundert Prozent wieder einen Schumacher in der Formel 1 geben“ wird, wie er beim Rennen im Oktober im texanischen Austin sagte: „Zum einen wegen des Namens, zum anderen, weil er einen guten Job macht.“ Der 19-Jährige gewann in der vergangenen Saison 21 Jahre nach seinem Vater die Formel 3 und tritt im kommenden Jahr in der Formel 2 an.

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