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Pressestimmen zur Formel 1 : „Die Hölle könnte nicht wütender sein als Vettel“

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Keine Gute Stimmung auf dem Podium: Sebastian Vettel (links) und Lewis Hamilton Bild: dpa

Nach der Bestrafung und seinem Wutausbruch bekommt Sebastian Vettel breite Unterstützung. Die Aufregung über die Entscheidung ist groß. Auch in den internationalen Medien geht es hoch her ob des Vorfalls.

          Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel hat nach seiner folgenschweren Zeitstrafe beim Formel-1-Rennen von Kanada breite Unterstützung aus der Motorsportszene erhalten. „Das ist die schlimmste Entscheidung, die ihr jemals getroffen habt“, twitterte der frühere Motorrad-Weltmeister Casey Stoner. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell schrieb: „Sehr, sehr peinlich. Es war keine Freude, dieses Rennen zu sehen. Zwei Champions fahren brillant, aber es endet mit dem falschen Ergebnis.“

          Nachdem Vettel am Sonntag in Montréal in der 48. Runde seinen Verfolger Lewis Hamilton nach einem Fahrfehler fast in die Mauer gedrängt hatte, wurde er von den Rennkommissaren mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. Er fuhr zwar als Erster über die Ziellinie, musste sich so aber mit Rang zwei hinter Hamilton begnügen und hat in der WM-Wertung nun 62 Punkte Rückstand auf den Briten.

          „Was in Kanada passiert ist, ist auf diesem Level unseres großartigen Sports nicht akzeptabel“, twitterte die die amerikanische Motorsportlegende Mario Andretti. Er ergänzte, dass keine Fahrfehler infolge harter Zweikämpfe so bestraft werden sollten. Der Schotte Allan McNish merkte an: „Ich bin nicht sicher, was Vettel hätte anders machen sollen. Eine harte Entscheidung für Vettel.“ „Es ist wirklich schade, das war eine normale Rennsituation. Ja, Sebastian hat einen Fehler gemacht, aber er hat diese Strafe nicht verdient“, sagte der frühere Weltmeister Jenson Button bei Sky. Johnny Herbert stellte fest: „Racing ist weich geworden. Falsch, falsch, falsch.“

          Vettels ehemaliger Teamkollege Mark Webber fragte ironisch, ob einer der Rennkommissare jemals „an der Spitze der Formel 1“ gefahren sei. Der ehemalige Fahrer Alexander Wurz sprach von einem kniffligen Zwischenfall, der aber keine Strafe verdient habe. Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg positionierte sich in der Diskussion deutlich gegen seinen Landsmann. „Die Strafe ist in Ordnung und hundertprozentig verdient“, sagte Rosberg in seinem Podcast: „Es gibt eine Regel, dass man nach einem Ausrutscher sicher auf die Strecke zurückkehren muss, und das hat Vettel nicht getan.“

          Den Fehler müsse der Ferrari-Frontmann, der unter einem „ganz enormen Druck“ stehe, deshalb ausschließlich bei sich selbst suchen. „Aber es ist eine Schwäche von Vettel, dass er sich selbst nie in Frage stellt und immer anderen die Schuld gibt“, sagte Rosberg, der dennoch mehrfach betonte, dass Vettel ein „hervorragender Fahrer“ sei: „Ich würde ihn auch gerne gewinnen sehen.“ Auch bei den internationalen Medien stand der Vorfall um Vettel im Mittelpunkt.

          Formel 1

          Italien

          Gazzetta dello Sport: „Rot vor Wut. Verhexte Saison für Ferrari. Maranello verliert und siegt doch auch. Protagonist im Guten und im Übel ist Vettel, der den GP in Kanada dominiert, den Sieg jedoch wegen eines Fehlers ruiniert. Wie schade, Sebastian! Ein bitteres Ende für Ferrari.“

          Corriere dello Sport: „Ferrari und Mercedes sind Protagonisten eines der umstrittensten Vorfälle in der Geschichte der F1. Niemand hat in Kanada wirklich geglänzt. Nicht Sebastian Vettel, nicht Hamilton, nicht die anderen Piloten. Lob für Vettel für seine Revolte gegen das System. In seiner Wut wandelt er die Feier in einen Protest um.“

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