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Motorrad-WM : Sorgen um verunglückten de Angelis

  • Aktualisiert am

Der verunglückte Alex de Angelis musste mit dem Helikopter in die Klinik geflogen werden. Bild: AFP

Das gab es seit 19 Jahren nicht mehr: Zwei deutsche Motorrad-Piloten schaffen es in einem Rennen gemeinsam auf das Podest. Doch die Freude ist aus Sorge um MotoGP-Pilot Alex de Angelis verhalten.

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          Die Freude des deutschen Motorrad-Duos über die Podestplätze war zunächst groß, doch Stunden später wurde sie durch die Sorgen um den schwer verunglückten Alex de Angelis getrübt. Jonas Folger und Sandro Cortese konnten beim Weltmeisterschafts-Lauf im japanischen Motegi am Sonntag ihre Plätze zwei und drei im Rennen der Moto2 nicht gebührend genießen.

          Nach den Rennen kam aus dem Krankenhaus die Nachricht, dass beim am Samstag im Training schwer gestürzte Alex de Angelis Hirnblutungen aus noch ungeklärter Ursache aufgetreten sind. Die gesamte Motorrad-WM-Familie bangt nun um den Kollegen aus San Marino.

          Zuvor hatten Folger und Cortese mit einer herzlichen Umarmung - noch mit den Helmen auf dem Kopf - im Parc Fermé ihre Podestplätze gefeiert. Die Plätze zwei und drei bedeuteten einen lange nicht erlebten Moment für den deutschen Motorrad-Rennsport. Zuletzt hatten 1996 in Assen Ralf Waldmann und Jürgen Fuchs für zwei deutsche Piloten auf dem Siegerpodest gesorgt.

          Folger und Cortese, ab der neuen Saison gemeinsam im Dynavolt Intact GP-Team unterwegs, zeigten in Motegi bei schwierigen Bedingungen Kampfgeist und Risikofreude. Dabei mussten sie auch mit einer nervenaufreibenden Wartezeit zurecht kommen. Nach Sonnenschein in den vergangenen Tagen war über Nacht der Regen nach Motegi gekommen. Dazu hatte sich über der Rennstrecke dichter Nebel gebildet, der ein Aufsteigen der Rettungshubschrauber unmöglich machte. Deshalb wurden das Warm Up und auch das Rennen der Moto3 um zwei Stunden verschoben, die Renndistanz der beiden kleinen Klassen um ein Drittel gekürzt.

          Die Motorrad-WM-Familie bangt nach Hinrblutungen um den Kollegen aus San Marino.

          Doch die beiden Deutschen hatten sich viel vorgenommen. Folger übernahm vom Start weg die Führung und lediglich der bereits als Weltmeister feststehende Franzose Johann Zarco konnte dem Speed des Schwindeggers folgen. Mehr noch: Nach vier Runden übernahm der neue Champion die Spitzenposition und gab sie bis zur Zielflagge nicht mehr ab. „Nachdem er mich überholt hatte, hat er extrem Druck gemacht. Ich konnte nur schwer mithalten, war oft in Sturzgefahr. Ich sah auch, dass mein Abstand zum Dritten schon groß war und wollte nicht zu viel riskieren. Ich bin an mein Limit gegangen und habe das konstant durchgezogen“, berichtete Folger.

          Mit sich im Reinen war nach vielen Enttäuschungen im Saisonverlauf auch Cortese. „Wir haben endlich wieder das Podium erreicht. Für mich und meinen Kopf gibt es nichts Besseres“, meinte der glückliche Berkheimer. Im Rennverlauf hatte er eine schwierige Situation zu meistern, als er bis auf Platz zwölf zurückgefallen war. „Ich habe mich wieder gefangen und zurückgekämpft. Ich musste aber schon beißen, um aufzuholen“, berichtete der Italo-Schwabe.

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          Weniger gut verlief der Tag für Moto3-Pilot Philipp Öttl. Er musste sich beim Sieg des Italieners Niccolo Antonelli mit Platz 23 begnügen. Auch Stefan Bradl blieb in der MotoGP-Kategorie ohne Zähler. Der Aprilia-Pilot belegte nach einem Ausritt in den Kies Rang 18. Hinter Sieger Daniel Pedrosa (Spanien) schaffte WM-Spitzenreiter Valentino Rossi (Italien) Platz zwei und baute damit seine Gesamtführung vor dem diesmal drittplatzierten Spanier Jorge Lorenzo auf 18 Punkte aus.

          Auch bei den Großen der Zunft gab es angesichts des Zustandes von de Angelis später ernste Mienen. Ihr MotoGP-Kollege hatte sich bei dem Sturz eine Lungen-Quetschung, drei Rippen- und fünf Wirbelbrüche zugezogen. Lähmungserscheinungen waren aber bis zum Sonntag nicht aufgetreten, so dass es eine erste vorsichtige Entwarnung gab. Doch dann kam die Nachricht von den Gehirnblutungen. Die Ärzte sprachen von einem kritischen Zustand, wollten aber vor weiteren neurologischen Untersuchungen kein Statement abgeben. Sein Team teilte mit, der 31-Jährige sei mit Medikamenten ruhiggestellt worden, er atme aber selbstständig.

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