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Formel 1 in Silverstone : Hamiltons Triumphzug

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Antonio Giovinazzi hatte seinen Alfa-Sauber in Runde 20 unfreiwillig prominent im Kiesbett geparkt. Rennende für den Italiener, Arbeit für das Safety Car und die Reifencrews, die nun wieder angesteuert wurden, um die harten Mischungen aufzuziehen, mit der Aussicht auf ungehinderte Fahrt bis ins Ziel. Giovinazzis Unglück war ein großes Glück für alle, die bis dahin nicht an der Box erschienen waren, allen voran die Herren Hamilton und Vettel. Hamilton schnappte sich nun die Führung, Vettel wurde vorgespült auf Platz drei und Leclerc fiel zurück hinter die Red Bulls von Pierre Gasly und Verstappen bis auf Platz sechs. „Wie zur Hölle haben wir unsere Position verloren?“, fluchte der 21-Jährige über Funk, der erste lautstarke Wutausbruch des bisherigen Musterschülers der Scuderia. „Das Rennen ist noch lang, konzentrier dich“, war die Antwort.

Als das Rennen in Runde 24 wieder freigegeben wurde, versuchte Leclerc nun mit aller Macht an Verstappen vorbei zu kommen. Die Autos berührten sich, wie in Spielberg, blieben intakt wie in Spielberg, und Verstappen hatte das bessere Ende für sich wie in Spielberg. Der Niederländer machte sich auf die Reise, überholte zunächst den Teamkollegen Gasly und kam Vettel immer näher. In Runde 38 war es soweit: Verstappen schnappte sich Vettel auf der Außenbahn, Vettel sah die Chance zum Gegenschlag auf der folgenden Gerade. Beim Anbremsen schoss der Deutsche im Ferrari dem Red Bull ins Heck, beide Autos flogen ab, beide Fahrer konnten die Fahrt fortsetzen. Vettel fiel weit zurück und brauchte einen neuen Frontflügel für seinen Dienstwagen. Verstappens Flüche wurden von der Regie übertüncht, er wurde letztlich Fünfter.

Vettel dagegen fragte: „Was macht er denn?“ Dabei stellte sich die Schuldfrage kaum jemandem – und auch Vettel bekam von den Rennkommissaren eine eindeutige Antwort: eine Zeitstrafe von zehn Sekunden wegen des Verursachens einer Kollision. Nach dem Qualifying am Samstag, das für Vettel nur auf Platz sechs geendet hatte, sprach er davon, dass er „das Auto nicht fühlen“ konnte. Der Sonntag hielt einen weiteren tief enttäuschenden Nachmittag eines ganz anders gedacht verlaufenden Jahres für Sebastian Vettel bereit. „Das war mein Fehler“, sagte Vettel nach dem Rennen zum Unfall. Da hatte er Verstappen schon um Entschuldigung gebeten.

An der Spitze aber war angesagt, was sich die Fans auf ihren Union Jacks gewünscht hatten: Hammertime, Zeit für Hamiltons Hammer. Der Weltmeister hatte das Rennen nun im Griff. Die Fahrt zum Rekord verlief nun nach Plan. Im letzten Umlauf setzte er die schnellste Rennrunde, die Ehrenrunde drehte er mit Union Jack in der Faust. In der Weltmeisterschaft hat Lewis Hamilton nun 39 Punkte Vorsprung vor seinem ersten Verfolger Bottas. Auf Vettel sind es einhundert.

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