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Formel 1 : Vettel verteidigt den „Heiligenschein“

  • -Aktualisiert am

Auch ein „Halo“-Unterstützer: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton im Cockpit Bild: dpa

Statt Le Mans: Auch Porsche wird in Formel E einsteigen. Unterdessen verteidigt Vettel das „Halo“-System in der Formel 1: „Es wäre dumm, diesen Schutz zu ignorieren.“

          Der Donnerstag im Fahrerlager der Formel 1 ist der Tag der Prognosen. Ob Sebastian Vettel nach der heftigen Niederlage gegen Lewis Hamilton vor knapp zwei Wochen beim Großen Preis von England im Ferrari wieder auf die Überholspur zurückkehren kann. Nämlich am Sonntag auf dem Hungaroring vor den Toren von Budapest (14 Uhr/RTL/Sky), einer eher winkeligen Strecke, die dem Mercedes von Hamilton nicht ganz so liegen soll wie das Pistenlayout von Silverstone. Vettel hebt die Schultern. Er weiß es nicht, er hofft es. Vor der Sommerpause bis Ende August wäre ein Sieg, der Ausbau der auf einen Punkt geschmolzenen Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft ein schönes Entspannungsgefühl. Hamilton hätte in den Ferien etwas zu kauen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Statt dieses Ferrari-Traums stand vor den ersten Trainingsrunden an diesem Freitag aber die ferne Zukunft im Mittelpunkt. Am Montagabend hatte Mercedes den Ausstieg aus der Deutschen Tourenwagen-Serie DTM bekannt gegeben. Einen Tag später entschied Porsche, nicht mehr mit Prototypen beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans anzutreten und aus der Langstrecken-WM auszusteigen. Die Schnelligkeit des Mitbewerbers Toyota, die Erkenntnis, mit dem Siegerauto von 2017 an eine Grenze gestoßen zu sein, soll dabei eine Rolle gespielt haben. Aber auch der Streit um eine zentrale Frage des Motorsports: Wie geht es weiter? Angeblich hält Porsche das neue Le-Mans-Reglement, die Verknüpfung von Verbrennungs- und Elektromobilität für nicht weitreichend genug und hat sich deshalb für den Einstieg in die Formel E, der (unausgereiften) Batterie-Version des Rennsports, entschieden. Der Einstieg solle an diesem Freitag bekannt gegeben, heißt es. Dort würde man auf Mercedes treffen nach dem „Strategiewechsel“ der Stuttgarter, auf andere Konzerne, ja sogar auf das Bruderunternehmen Audi im VW-Konglomerat: Der Konzern jagt sich selbst? Das will gut überlegt sein.

          Unterdessen glaubt der Internationale Automobil-Verband (Fia) mit der Idee kluger Köpfe die Oberstübchen der Fahrer besser schützen zu können. Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz reagierte die Fia in Ungarn auf die Kritik an der Einführung des Sicherheitsbügels namens Halo, der von der nächsten Saison vor dem Cockpit der Boliden montiert werden muss. Er soll lebensgefährliche Kopf-Verletzungen durch große Trümmerteile wie Räder verhindern. Fia-Boss Jean Todt hatte die Entscheidung mit Hilfe des sogenannten Sicherheitsparagraphen durchgesetzt.

          Vettel: „Halo ist gewöhnungsbedürftig, aber er hilft uns in Momenten, in denen etwas furchtbar schief geht“

          Unter den Motorsport-Ästheten stößt der Halo auf starke Ablehnung, weil er die getunte Optik der Formel-1-Generation 2017 massiv störe. Breitere Reifen, breitere Boliden, endlich wieder Kraftpakete und nun mit „Heiligenschein“, so die Übersetzung aus dem Amerikanischen. Unter denen, die den Bügel vor der Nase haben, wie Renault-Pilot Nico Hülkenberg, ist der Widerstand trotz einer latenten Aversion eher gering. Andere wie die Weltmeister Fernando Alonso und Vettel begrüßen die Entscheidung: „Halo ist gewöhnungsbedürftig, aber er hilft uns in Momenten, in denen etwas furchtbar schief geht“, sagte Vettel am Donnerstag und verwies auf den tödlichen Unfall von Justin Wilson 2015. Dem Briten war bei einem IndyCar-Rennen ein Trümmerteil an den Kopf geflogen: „Es wäre dumm“, fügte Vettel hinzu, „diesen Schutz zu ignorieren.“

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