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Formel 1 : Hoffnungsschimmer für Vettel in Kanada

  • Aktualisiert am

In Kanada fährt Sebastian Vettel im Auftakttraining auf Platz zwei. Bild: dpa

Sebastian Vettel sehnt die Wende im Kampf um den WM-Titel herbei. Doch auch in Kanada fährt der Ferrari-Star zunächst hinterher. Dann verbessert sich der Hesse entscheidend – anders als Lewis Hamilton und Mercedes.

          Die Inselrundfahrt in Montréal hat Sebastian Vettel Hoffnung auf die Wende in der Formel 1 gemacht. Nach einem enttäuschenden Auftakttraining zum Grand Prix von Kanada verbesserte sich der deutsche Ferrari-Star in der zweiten Einheit auf Platz zwei. Vettel fehlten am Freitag auf dem Circuit Gilles Villeneuve, der auf einer künstlichen Insel im Sankt-Lorenz-Strom liegt, nur 0,074 Sekunden auf seinen Teamkollegen Charles Leclerc.

          In der ersten Einheit war Vettel, der sich da einen Dreher leistete, mit einem Rückstand von 1,138 Sekunden auf Lewis Hamilton abgeschlagen Fünfter geworden. Leclerc kam immerhin auf Position drei. Für den britischen Mercedes-Piloten hatte es mit einem neuen Motor in den ersten 90 Minuten des Tages noch bestens ausgesehen. Aber selbst der sechsmalige Montréal-Gewinner war nicht frei von Fehlern.

          Rund eine halbe Stunde nach Beginn der zweiten Einheit verlor Hamilton nach einer Fahrt über die Randsteine in Kurve acht die Kontrolle über seinen Wagen und krachte mit dem rechten Hinterrad in die Mauer. Der Brite schleppte seinen Silberpfeil daraufhin mit einem Platten und einem beschädigten Unterboden in die Garage. „Tut mir leid“, sagte der nun sechstschnellste Hamilton und durfte nicht wieder rausfahren. Als Vorsichtsmaßnahme tauschten die Mechaniker das Heck aus.

          Das Hoffen auf die Wende

          Vettel und Ferrari brauchen die Wende. 55 Punkte hat der viermalige Weltmeister schon Rückstand in der WM-Wertung auf Hamilton, Leclerc fehlen sogar 80 Zähler auf den englischen Spitzenmann. „Wir sind offensichtlich hintendran, offensichtlich klafft zwischen Mercedes und uns ein ziemlich großer Abstand. Wir müssen die Kluft schließen, sonst wird es schwer für eine Wende“, räumte Vettel vor den ersten beiden Trainings am Freitag ein.

          Seit 2015 fährt Vettel nun für Ferrari. Und der Heppenheimer kennt die Last der Herausforderung, die Italiener wieder zu einem Weltmeisterteam machen zu wollen. So wie einst sein Idol Michael Schumacher. „Wir haben verstanden, was der Wagen braucht. Einige Dinge können wir kurzfristig umsetzen, einige vielleicht eher langfristig“, erzählte Vettel mit der Geduld und Umsicht eines Projektleiters. „Wir haben einige Ideen, um unsere Lage zu verbessern. Sie klingen verheißungsvoll.“

          In erster Linie braucht Ferrari Abtrieb. Je besser der SF90 auf einem Kurs liegt, umso besser können die sensiblen Pneus arbeiten. Das gilt auch für Montréal. „Der Asphalt ist sehr fein, deswegen ist es auch generell schwer, die Reifen ins richtige Fenster zu bekommen. Das ist keine leichte Aufgabe, die auf uns wartet, aber auf dem Papier schaut es hier ein bisschen besser aus“, erläuterte Vettel und verwies auf Bahrain.

          Der Wüstenkurs ist mit der Strecke in Kanada vergleichbar, da auf den vielen langen Geraden Motorleistung gefragt ist. Und da liegt die Scuderia vorne. In Bahrain kostete erst ein Kurzschluss im Motor Leclerc den schon greifbaren Sieg.

          Mercedes rüstet aber selbst weiter auf. Rechtzeitig zum siebten Saisonlauf auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke setzen die Silberpfeile einen neuen Motor ein. Von einem „perfekten Timing“ sprach daher WM-Titelverteidiger Hamilton. „Wir werden an diesem Wochenende noch stärker als in der Vergangenheit sein.“ Einen imposanten Vorgeschmack lieferte Hamilton auch zunächst – sein Unfall trübte aber das Bild.

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