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Finale der DTM : Götz ist lachender Dritter

  • -Aktualisiert am

Mit der Trophäe in den Händen: Maximilian Götz auf dem Norisring Bild: Picture-Alliance

Beim Saisonabschluss auf dem Norisring sichert sich Maximilian Götz doch noch die Meisterschaft. DTM-Chef Gerhard Berger zieht anschließend eine überwiegend positive Bilanz.

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          „Ich habe nichts zu verlieren“, hatte Maximilian Götz vor dem letzten Rennen der DTM-Saison 2021 gesagt. 22 Punkte hatte der Mercedes-HRT-Pilot Rückstand auf Tabellenführer Liam Lawson, drei weniger als Kelvin van der Linde. „Ich hoffe, die beiden beschäftigen sich intensiv miteinander, dann bin ich der lachende Dritte.“ Seine Worte wurden eine Stunde später Realität. Maximilian Götz, 35 Jahre alter Rennfahrer aus Ochsenfurt bei Würzburg, ist DTM-Meister des Jahres 2021.

          Wie schon am Samstag hatte der Trainingszweite van der Linde keinen guten Start, den der Audi-Pilot durch ein spätes Bremsmanöver zu retten versuchte. Ohne Erfolg. Auch am Sonntag wurde er von Ferrari-Fahrer Lawson ausbeschleunigt. Diesen Lapsus versuchte er wieder in der ersten Kurven auszugleichen, fuhr innen über die Streckenabweiser und prallte in den Ferrari. Der Neuseeländer bestritt weiter tapfer das Rennen, hatte bei 67 gefahrenen Umläufen 23 Runden Rückstand. Van der Linde erhielt eine Fünf-Sekunden-Strafe.

          In früheren Jahren, als die DTM noch eine von den Herstellern geprägte Meisterschaft war, wäre er sofort nach vorne beordert worden wäre. Doch seit dieser Saison sind private Teams für die Einsätze verantwortlich. Jedes fährt auf seine eigene Rechnung. Als es im Finale jedoch darauf ankam, da verlangsamte der Führende Luca Auer seine Geschwindigkeit. Um bis zu sechs Sekunden war der Neffe von DTM-Chef Gerhard Berger länger pro Runde unterwegs, bis Götz ihn passiert hatte. Danach erzielte der Österreicher seine schnellste Runde. „Dass Luca Maximilian vorbeigelassen hat, muss man verstehen“, sagte Berger, „eine Marke, die Meister werden kann, wird alles dafür tun.“

          Politische Spielchen im Hintergrund

          Trotz des Systemwechsels sind die politischen Spiele im Hintergrund geblieben. Je länger die Saison andauerte, desto lauter wurden die Klagen über die Balance of Performance (BoP), aber auch über die Benachteiligungen von Audi, BMW und Lamborghini bei Boxenstopps. Bei Ferrari und Mercedes werden die Radmuttern durch Sicherungsringe auf den Felgen gehalten. Die bringt bei den obligatorischen Boxenstopps einen Vorteil von etwa einer Sekunde. Eine festgelegte Reihenfolge, wie die Räder gewechselt werden sollen, hätte dem entgegenwirken können. Doch eine entsprechende Ansage blieb aus.

          In diese Kategorie fällt auch, dass bis zwei Stunden vor dem Start des finalen Rennens am Sonntag nicht sicher war, dass am Ende des Tages auch der Meister feststehen würde. Das Mercedes-Team Winward hatte am Samstag eine Berufung gegen den Protest einer Nichtbestrafung von Lawson eingelegt. Der Neuseeländer hatte den Mercedes von Philipp Ellis im Kampf um Platz zwei berührt und umgedreht.

          Die Rennkommissare erklärten dies zu einem normalen Rennunfall. Dies konnte van der Linde nicht nachvollziehen: „Schade für den Sport, ich bin echt enttäuscht.“ Eine Woche davor hatten die Schiedsrichter ihm nach einem Rempler gegen Lawson, bei dem er nur einen Platz verloren hatte, einen Fünf-Sekunden-Strafe verhängt. Von dem angekündigten Einspruch gegen die Abweisung des Protests nahm das Winward-Team dann jedoch Abstand.

          Einen Rückschlag gab es für die DTM bei der künftigen Fernsehübertragung. Am Sonntag gab der DTM-Rechteinhaber ITR bekannt: „Die DTM bleibt zwar der Sendergruppe ProSieben-Sat.1 Media erhalten, wechselt jedoch nach vier Jahren den Sender und wird zukünftig bei ProSieben ausgestrahlt.“ Berger sieht den Wechsel gelassen: „Die jungen Leute schauen die Rennen auf dem Laptop oder Tablett an. Die muss man auch berücksichtigen.“

          Für positive Schlagzeilen sorgte Audi-Pilot René Rast. Der Dominator der vergangenen Jahre, der in vier Jahren drei Titel erringen konnte, kehrt nach seinem einjährigen Gastspiel in der Formel E wieder in die Tourenwagenserie zurück. Ob er für das Team ABT Sportsline oder Rosberg, mit dem er seine Erfolge feierte, fahren wird, ist noch nicht klar. „Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Audi. In der Vergangenheit haben wir gemeinsam viele Erfolge gefeiert“, sagte er am Norisring.

          Mit dieser Aussicht zog DTM-Chef Berger eine positive Bilanz des ersten Jahres mit dem GT3-Reglement. „Durch die Markenvielfalt und die Qualität der Fahrer hatten wir eine tolle Saison“, sagte er, „dadurch ist es eine super spannende und attraktive Plattform geworden.“ Trotzdem gibt er auch zu, dass es noch einiges an Verbesserungspotenzial gibt.

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