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Wende in der DTM : René Rast vom Abgehängten zum Meister-Favoriten

  • -Aktualisiert am

Jubelpose: René Rast in Belgien Bild: dpa

Mit vier Siegen in Serie stellt der deutsche Rennfahrer René Rast in nur acht Tagen das Klassement der DTM regelrecht auf den Kopf. Dabei profitiert er auch von Fehlern der Konkurrenz.

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          Lange Zeit war René Rast ratlos. Der Titelverteidiger sah sich im Kampf um die DTM-Meisterschaft gegenüber seinen Audi-Markenkollegen Nico Müller und Robin Frijns im Rückstand. Die beiden Piloten des Teams Abt-Sportsline hatten bei der Abstimmung einen Trick gefunden. Deshalb lagen sie fast die gesamte Saison in der Tabelle vor dem Piloten des Teams Rosberg. Dies nagte am Perfektionisten Rast. Doch im dichtgedrängten Kalender blieb nur wenig Zeit, sich intensiv auf die Suche nach den Ursachen zu machen. Erst nach dem sechsten Rennwochenende am Nürburgring setzte die Tourenwagenserie für drei Wochen aus. Genug Zeit für eine Analyse zusammen mit Renningenieur Florian Rinkes.

          Dass das Duo erfolgreich gearbeitet hat, zeigte sich am Wochenende in Zolder. An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden standen vier Rennen an. Und in allen vier Wettfahrten triumphierte Rast. Einen Rückstand von 44 Punkten wandelte er in einen Vorsprung von 19 um: „Innerhalb von acht Tagen haben wir die Meisterschaft gedreht.“ Mit seinem 23. Rennsieg in der DTM schloss der 33-jährige Mindener nicht nur zum früheren Audi-Star Mattias Ekström auf. Er kommt auch seinem großen Ziel, der dritten Meisterschaft, erheblich näher.

          Überragende Fahrten

          Nicht nur seine überragenden Fahrten haben Rast in diese hervorragende Ausgangsposition gebracht, sondern ihm haben auch Fehler und Pech seiner Konkurrenten Nico Müller und Robin Frijns geholfen. Müller kam während der Zolder-Tage mehrmals im Qualifying nicht auf Touren. Im Gedränge des Mittelfeldes wurde der 28-jährige Schweizer danach Opfer von Attacken seiner Konkurrenten. Am Samstag hatte er bereits in der zweiten Kurve eine Berührung mit Harrison Newey. Was nicht nur den Fahrer, sondern auch Abt-Sportdirektor Thomas Biermaier mächtig ärgerte: „Newey ist Nico reingefahren, und wir haben viele Positionen verloren.“ Stimmt, Müller fiel von Platz sieben auf Platz 15 zurück. Doch der Schweizer arbeitete sich noch auf Platz sechs vor.

          Am Sonntag kam Jamie Green nach seinem Räderwechsel direkt vor Müller zurück auf die Strecke. Mit seinen kalten Reifen bremste der Engländer kurzzeitig den Vorwärtsdrang des Tabellenzweiten. Am Funk bezeichnete er seinen Markenkollegen als Idioten, auch später war er noch mächtig erregt: „Jamie – ich weiß nicht, was er gemacht hat. Er hat mit kalten Reifen sogar die Schikane abgekürzt, nur um vor mir zu bleiben.“ Rosberg-Teamchef Kimmo Liimatainen verteidigte seinen Fahrer: „Jamie fährt sein eigenes Rennen.“ Abschreiben muss wohl Robin Frijns die Meisterschaft. Völlig unverschuldet war der Niederländer am Sonntag Opfer eines Unfalls geworden. Jonathan Aberdein hatte in der zweiten Runde mit seinem BMW den Audi von Fabio Scherer angeschoben, der prallte Frijns ins Heck. Feierabend am frühen Nachmittag.

          Für Rast hat der Titel 2020 auch deswegen eine große Bedeutung, weil von der kommenden Saison an in der DTM mit Sportwagen nach GT3-Reglement gefahren wird. Zudem sollen die Fahrzeuge nicht mehr direkt von den Herstellern, sondern von privaten Teams eingesetzt werden. Das Interesse an diesem neuen Format sei enorm, sagte DTM-Serienchef Gerhard Berger. Mehr als 40 Rennställe hätten ihr Interesse bekundet. Audi und BMW hatten Berger ihre Unterstützung bereits zugesagt, auch eine Rückkehr von Mercedes stellt der ehemalige Formel-1-Fahrer in Aussicht. Ebenso eine Teilnahme von Aston Martin und Ferrari.

          „Wir haben alle Hersteller angefragt und über die Regeln informiert“, verriet Berger. Konkret ist noch nichts: „Es gibt noch viele offene Fragen“, sagt zum Beispiel Hubert Haupt. Der ehemalige DTM-Fahrer nimmt in diesem Jahr mit seinem Team an diversen GT-Langstreckenrennen und -Meisterschaften teil. Derweil beschwichtigt Berger: „Wir arbeiten noch immer an den Details, wir versuchen mehr und mehr zu lernen, was die Teams brauchen, was für sie wichtig ist. Und was wir brauchen, um guten Motorsport zu liefern.“

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