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Dakar-Teilnehmer Gottschalk : „Es ist die Frage, wie viel dir dein Leben wert ist“

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Gespräch unter Experten: Timo Gottschalk (l.) mit seinem „Chauffeur“ Carlos Sainz vor der Rallye Dakar Bild: dpa

Timo Gottschalk startet am Sonntag als Beifahrer von Carlos Sainz in die Rallye Dakar. Im Interview spricht er über die Gefahren der Wüstenrallye und die Qualitäten seines Buggy.

          6 Min.

          Timo Gottschalk ist einer der erfahrensten Profis der Rallyeszene. Als Beifahrer steht er zwar ein wenig im Schatten der Stars, aber in den großen Rallyeteams der Welt wissen die Spezialisten die Dienste und Kenntnisse des 39 Jahre alten Neuruppiners zu schätzen. Auch an der spektakulären ersten Saison der Wolfsburger in der Rallye-Weltmeisterschaft, in der der Franzose Sébastien Ogier den VW Polo R auf Anhieb zum Titel und zur Markenweltmeisterschaft steuerte, war Gottschalk als Koordinator im VW-Team beteiligt.

          Mit einem Race Touareg gelang ihm 2011 der Sieg bei der Rallye Dakar, als er Beifahrer des Qatarers Nasser Al-Attiyah war. Bei der Rallye Dakar dieses Jahres, die am 5. Januar in der unweit von Buenos Aires gelegenen Stadt Rosario (der Geburtsstadt von Fußballstar Lionel Messi) beginnt, tritt er mit Carlos Sainz in einem SMG Buggy an. Auf dem 9000 Kilometer langen, berüchtigten Off-Road-Rennen zählt das Gespann Sainz/Gottschalk zum Favoritenkreis. Ob die Buggys vor der großen Armada, die das deutsche X-raid-Team um den elfmaligen Dakar-Sieger Stéphane Peterhansel ins Rennen schickt, am 18. Januar im chilenischen Zielort Valparaiso ankommen, ist eine der spannenden Fragen vor dem Start der Dakar-Rallye.

          Wie macht man das eigentlich: bei Tempo 120 in einem wild rüttelnden Auto aus einem Buch vorlesen?

          Man muss es sehr gut festhalten. Auf den langen Prüfungen der Dakar gibt es aber auch immer wieder Abschnitte, auf denen es etwas ruhiger zugeht. Dann ist das Vorlesen gar nicht so schwer, weil man sich ja vorbereiten kann. Aber man muss sich schon sehr konzentrieren.

          Am 5. Januar geht es beim Start der Dakar-Rallye in Rosario nahe Buenos Aires wieder einmal los für Sie. Sind Sie als erfahrener Dakar-Recke trotzdem noch nervös vorher?

          Eigentlich beginnt das erst am Tag des Starts, wenn wir die Startliste bekommen. An diesem Morgen ist man sehr, sehr nervös. Aber wenn man die ersten 50 Kilometer gefahren ist, dann legt sich das.

          Ihr Chauffeur ist Carlos Sainz, mit dem Sie zusammen in einem SMG-Buggy sitzen. Sainz ist als Dakar-Sieger von 2010 sicher ebenso in der Lage, um den Sieg mit zu fahren, wie Sie als Sieger von 2011. Aber ist das Auto auch gut genug?

          Im vergangenen Jahr waren wir mit einem anderen Buggy aus dem Qatar-Team unterwegs. Das Auto war richtig schnell, aber technisch noch nicht ganz ausgereift. Das führte dann ja auch zu Problemen, was auch zu unserem Ausfall führte. Jetzt fahren wir auch wieder einen Buggy - also eigentlich das gleiche Auto, mit Hinterradantrieb. Aber es ist durchdachter, mit mehr Erfahrung gebaut. Wir haben viele Kilometer getestet, an der Haltbarkeit und am Fahrwerk gearbeitet. Und eigentlich haben wir ein ganz gutes Gefühl, muss ich sagen. Wir sind sehr optimistisch, weil das Auto diesmal technisch besser ist.

          Hat der SMG Buggy auch eine Chance gegen die schnellen Minis von X-raid?

          Auf jeden Fall. Das hängt natürlich immer von den Gegebenheiten ab. In der erste Woche der Dakar sind wir vielleicht eher in einem Mini-Land unterwegs. ANTWORT: Da gibt es mehr dieser typischen Rallyestrecken, die sehr kurvig und eng sind; und für uns wird es da schwieriger. Aber wenn es dann in den Sand und in die Dünen geht, also ins offene Gelände, dann ist das eher für unser Auto besser. Dann muss man eben mal sehen, wer wo den größeren Vorteil hat. Aber in diesem Jahr sind die Wüstenstrecken nicht mehr ganz so lang. Aber solange es nicht alles extrem kurvig und eng ist, geht es noch.

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