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Torwart und Rennfahrer Heinz Müller : „Ich will nicht den Kasper machen“

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Quereinsteiger: Heinz Müller erfüllt sich mit dem Wechsel vom Fußball in den Motorsport „einen Bubentraum“ Bild: dpa

Aus dem Tor ins Cockpit: Der frühere Mainzer Bundesligakeeper und gelernte KFZ-Schlosser plant einen Einstieg in den Motorsport. Im F.A.Z.-Interview spricht er über lebenslange Leidenschaft und seine renntaugliche Blicktechnik.

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          Eigentlich sind Sie noch auf der Suche nach einem Fußballverein, bei dem Sie das Tor hüten können. Nun wurde bekannt, dass Sie auch den Wechsel aus dem Tor ins Cockpit planen. Wie kommt es zum möglichen Engagement im ADAC GT-Masters?

          Angebahnt hat das Axel Watter, der zum Beispiel auch schon Sven Hannawald in die Rennserie geholt hat. Der Motorsport und die Leidenschaft für Autos begleiten mich aber schon mein ganzes Leben. Ich habe ja auch vor meiner Profilaufbahn im Fußball eine KFZ-Mechanikerlehre abgeschlossen. Schon in den vergangenen Jahren bin ich Hobbyrennen gefahren und habe zweimal den Tuner Grand Prix der Motorsportzeitung „Sport Auto“ gewonnen mit meiner Corvette.

          Und dann ist man in der Lage, mit Profis wie dem ehemaligen Formel-1-Piloten Heinz-Harald Frentzen mitzuhalten?

          Nein, das ist ein weiter Weg, aber ich habe ihn in Angriff genommen. Da ich derzeit keinen Verein habe und mich privat mit einem Torwarttrainer fithalte, habe ich Zeit, mit Ingenieuren des Buchbinder-Teams verschiedene Tests durchzuführen und am Setup zu feilen.

          Sind Ihre Größe von 1,95 Meter und das Gewicht ein Problem?

          Beim Gewicht zählt das Fahrzeuggewicht, da lässt sich Körpergewicht ausgleichen. In Formel-1-Boliden ginge bei meiner Größe natürlich nichts. Bei GT-Autos ist der Nachteil nicht so groß. Ich passe gerade so in meinen Mercedes SLS GT 3.

          Stark im Fünf-Meter-Raum: Heinz Müller in einem Spiel gegen Dortmund
          Stark im Fünf-Meter-Raum: Heinz Müller in einem Spiel gegen Dortmund : Bild: dpa

          Was hilft Ihnen mehr im Rennauto: Die Vergangenheit als KFZ-Schlosser oder die Karriere als Profi-Torwart?

          Beides hilft: Ich verstehe dank meiner Lehre die technischen Zusammenhänge und kann den Ingenieuren ein gutes Feedback geben. Aus dem Torwartleben bringe ich eine gute Reaktionsfähigkeit mit und bin Tumulte gewohnt. Auf der Rennstrecke geht es ja manchmal auch so zu wie bei einem Eckball im Fünfmeterraum.

          Mit Torwarthandschuhen ins Rennauto: Heinz Müller übt den fliegenden Wechsel
          Mit Torwarthandschuhen ins Rennauto: Heinz Müller übt den fliegenden Wechsel : Bild: emotional engineering

          Ihre Torwartkarriere war schon kurios mit Stationen unter anderem in Norwegen und England. Kann es auch noch für eine zweite Profilaufbahn reichen?

          Erst mal muss ich betonen, dass sich das alles noch verschieben kann, sobald ein attraktives Angebot aus dem Fußball kommt. Wenn ich dann wirklich auf der Rennstrecke lande, erfülle ich mir einen Bubentraum. Ich muss dafür weder großes Geld investieren, noch werde ich zunächst Geld verdienen. Ob dann mehr als ein Hobby daraus wird, muss man sehen. Kenner sagen aber, dass ich Talent habe. Wenn ich allerdings nach den Testfahrten drei Sekunden hinten bin, hat es keinen Sinn. Ich will ja nicht den Kasper machen.

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