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Rallye Dakar : Alles andere als Mini

  • -Aktualisiert am

Der elfmalige Dakar-Sieger Stéphane Peterhansel fährt diesmal im Peugeot mit. Bild: Picture-Alliance

Bei der achten Auflage in Südamerika stehen den 350 Teilnehmern bis 16. Januar mehr als 9500 Kilometer durch Argentinien und Bolivien bevor. Mit dabei sind auch einige bekannte Namen.

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          In der Rallye-WM waren sie ein Jahrzehnt lang Gegner. Jetzt treffen Sébastien Loeb (41, Frankreich) und Mikko Hirvonen (35, Finnland) bei der Rallye Dakar aufeinander. Der neunmalige Weltmeister und sein ewiger Verfolger sind die prominentesten Neuzugänge des Offroad-Rennens, das an diesem Sonntag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gestartet wird.

          Bei der achten Auflage in Südamerika stehen den rund 350 Teilnehmern, darunter 110 in der Auto-Kategorie, bis 16. Januar mehr als 9500 Kilometer durch Argentinien und Bolivien bevor. Etwa die Hälfte davon sind Wertungsprüfungen, auf denen die sportliche Entscheidung fällt.

          Loeb, der zuletzt in der Tourenwagen-WM fuhr, hat bei Peugeot unterschrieben. Hirvonen wagt ein Jahr nach seinem Ausstieg aus dem Rallyesport ein Comeback für das Team X-Raid. Die Mannschaft aus dem hessischen Ort Trebur ist die größte in der Dakar-Geschichte – insgesamt zwölf Mini werden von rund 120 Technikern, Köchen und Physiotherapeuten betreut. Das jeden Abend neu zu errichtende Servicecamp umfasst mehr als zwei Dutzend Lkw und Begleitfahrzeuge.

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          Nach zuletzt vier Siegen in Folge sind die äußerlich an den Mini Countryman erinnernden Boliden abermals die erklärten Favoriten. Doch die Luft wird dünner. Während Quandts Ingenieure ihr ausgereiftes Fahrzeug (Turbodieselmotor, 320 PS, Allradantrieb) nur in Details verbesserten, tritt Peugeot mit einem komplett neu entwickelten Buggy an. Dessen Turbodiesel ist zwar 30 PS stärker, überträgt seine Kraft aber nur auf die Hinterräder. Speerspitze ist der elfmalige Dakar-Sieger Stéphane Peterhansel (50, Frankreich).

          Der dritte Siegkandidat Toyota vertraut wie Mini auf Allradantrieb. Unter der wie bei der Konkurrenz aus Kohlefaser-Kevlar bestehenden Karosserie arbeitet ein V8-Benziner. Der leistet stolze 390 PS, bietet aber weniger Drehmoment als die Turbodiesel. Mannschaftskapitän ist der ehemalige Dakar-Sieger Giniel de Villiers (43, Südafrika), der auf die Ansagen des deutschen Beifahrers Dirk von Zitzewitz (47, Karlsdorf/Ostholstein) hört.

          Es geht von Buenos Aires nach Rosario – aber nicht ganz auf dem direkten Weg.
          Es geht von Buenos Aires nach Rosario – aber nicht ganz auf dem direkten Weg. : Bild: Picture Alliance

          Sieghoffnungen macht sich Mini-Pilot Hirvonen bei der persönlichen Dakar-Premiere keine. „Weltmeisterschaft und Offroad-Rallyes unterscheiden sich stark. Ich fühle mich als Anfänger. Ich will ins Ziel kommen und möglichst viel lernen“, stapelt der Finne tief, der mit dem dreimaligen Dakar-Sieger Michel Périn (58, Frankreich) einen der erfahrensten Beifahrer an seiner Seite hat „An den Sieg denke ich erst nächstes Jahr.“

          Hirvonens Teamkollegen sind unter anderen Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah (45, Qatar), der ehemalige Skispringer Adam Malysz (38, Polen) und Stephan Schott aus Weilrod im Taunus. Der 63 Jahre alte Unternehmer und Beifahrer Holm Schmidt (50, Leipzig) sind eins von nur zwei Teams, das bisher bei jeder Südamerika-Dakar ins Ziel kam.

          Die beiden Deutschen, die 2014 mit Rang 19 ihr bisher bestes Ergebnis hatten, sind als Notservice für ihre berühmten Mitstreiter im Einsatz. „Ich habe rund 100 Kilogramm Ersatzteile an Bord. Sogar meine Reserveräder habe ich gelegentlich schon abgegeben“, beschreibt Schott die Rolle des Wasserträgers bei Offroad-Rallyes. Von derart selbstloser Hilfe konnten Sébastien Loeb und Mikko Hirvonen während ihrer Karriere in der Weltmeisterschaft nur träumen.

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