https://www.faz.net/-gu4-aghnc

100 Jahre Avus : Als Berlin raste

Großer Preis von Deutschland 1959: Brooks (Nr. 4) und Gurney (Nr. 6) in ihren Ferraris. Bild: picture alliance/dpa

Mit Vollgas durch den Grunewald: Vor 100 Jahren öffnete die Avus in der deutschen Hauptstadt. Und der Tod fuhr schnell mit, bis zum Schluss.

          6 Min.

          Eine Straße in die Zukunft, eine Bühne für Fortschritt und Heldentum – das war die Avus in Berlin. Im Kaiserreich als Automobil-Versuchs-und-Übungsstrecke entworfen, nutzte die Propaganda der Nationalsozialisten sie, um in den Silberpfeilen und deren Piloten ein Bild von technologischer Moderne und jugendlichem Heldentum zu schaffen. Dazu gehörte der Bau einer lebensgefährlichen Steilkurve, die der Volksmund schnell von Nord- in Mordkurve umbenannte. Der Mythos von der schnellsten Rennstrecke der Welt überlebte den Krieg, verwandelte sich nach dem Mauerbau in ein Versprechen von Freiheit – und erstarb vor gut fünfundzwanzig Jahren.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Eine Viertelmillion Autos passieren heute täglich das Autobahndreieck Funkturm. 1921 fanden hier Kraftfahrzeuge an einer aus Holz gezimmerten Mautstelle Zufahrt auf eine schnurgerade Piste ins Nichts. Zehn Kilometer führte sie durch den Grunewald, ohne Abfahrt, ohne Kreuzung. Nach einer Linkskehre etwa dort, wo heute die Autobahnraststätte Grunewald liegt, ging es auf der Gegenfahrbahn zurück – Autofahren als Selbstzweck.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Dafür: Winfried Kretschmann will eine Impfpflicht für ganz Deutschland

          Gutachten aus Stuttgart : Impfpflicht ja, Impfzwang nein

          Die Impfpflicht in Deutschland wird vermutlich kommen. Aber ist sie auch rechtens? Baden-Württembergs Ministerpräsident hat sie früh gefordert - und eine Kanzlei sie prüfen lassen. Das ist ihr Ergebnis.
          Der entscheidende Moment: Magnus Carlsen bringt sein Bauernopfer.

          Schach-WM : Der ominöse Springerzug des Magnus Carlsen

          Schach-Weltmeister Magnus Carlsen verblüfft bei der WM mit einem Zug, der dem ersten Anschein nach zuvor noch nie gespielt wurde. Doch sein Gegner Jan Nepomnjaschtschi wirkt gefasst. Warum?