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Motorsport : Der Russe rollt

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Ein Rennfahrer-Traum wird wahr: Daniil Kwjat soll in der Formel 1 fahren Bild: picture alliance / dpa

Im kommenden Jahr wird ein Grand Prix in Sotschi ausgetragen, Sauber will Sergei Sirotkin fahren lassen, und nun gibt auch Toro Rosso den Einstieg eines Russen bekannt: Daniil Kwjat heißt der junge Mann.

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          Die Formel 1 setzt mehr und mehr auf das Kapital aus Russland. Nachdem Chefmanager Bernie Ecclestone für 2014 einen Grand-Prix-Aufritt in der Olympiastadt Sotschi organisiert hat und der Rennstall Sauber aus vorwiegend finanziellen Gründen den jungen, unerfahrenen Piloten Sergei Sirotkin von der nächsten Saison an fahren lassen will, gab nun Toro Rosso den nächsten Einstieg eines Russen bekannt: Daniil Kwjat, ein 19 Jahre alter Rennfahrer aus Ufa, wird im nächsten Jahr an der Seite von Jean-Eric Vergne eine Formel-1-Lehre beginnen.

          „Das sind phantastische Neuigkeiten. Ein Traum wird wahr“, zitierte Toro Rosso den neuen Steuermann im Team. Er folgt dem Australier Daniel Ricciardo, der von der Red-Bull-Ausbildungsstation zum Mutterteam Red Bull aufsteigt, also Teamkollege von Weltmeister Sebastian Vettel wird. „Seit ich mit dem Kartsport begonnen habe, wollte ich in die Formel 1“, sagte Kwjat. Teamchef Franz Tost hat die Testfahrt im Sommer überzeugt. Im Rennstall des Österreichers hatte Vettel sein erstes Rennen gewonnen.

          Tost, der vor Jahren Ralf Schumachers Weg in die Formel 1 begleitete, hält Kwjat für „sehr talentiert“ und verweist auf dessen Erfolg in der Kartszene, den Gewinn der Formel Renault 2.0 im Jahr 2012 und überzeugende Gaststarts in der Formel-3-Europameisterschaft. Gegenwärtig kämpft der 1,80 Meter lange, schlaksige Athlet um den Gesamtsieg in der GP3. Kwjat glaubt, mit dem Team aus Faenza schnell zurecht zu kommen: „Ich bin in Italien zu Hause, spreche Italienisch.“

          Vor der Entscheidung hatte der Russe nicht als Favorit auf das frei werdende Cockpit gegolten. Dem Portugiesen Antonio Felix da Costa, wie Kwjat Mitglied des Red Bull Junior Teams, in dem Nachwuchspiloten an die Formel 1 herangeführt werden, waren bessere Chancen nachgesagt worden. Allerdings konnte da Costa in der Formel Renault 3.5 zuletzt nicht immer überzeugen.

          „Das tut weh, aber es ist, wie es ist. Ich freue mich für Daniil“, twitterte da Costa. Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko, verantwortlich für das Nachwuchsprogramm, hatte vor sechs Wochen beim Großen Preis von Italien im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt, Kwjat gebe sich „voll der Pubertätsmerkmale“, erfülle aber die hohen Ansprüche des Förderprogramms. „Wenn das Feedback, das wir bekommen, nicht immer das Optimum ist, hören wir auf“, sagte Marko damals. Kwjats Feedback dürfte demnach sehr gut gewesen sein.

          Die Russen haben in der Formel 1 allerdings bislang nicht viel Glück gehabt. Der erste Pilot aus dem Reich Putins, Vitaly Petrow, wurde nach teilweise ordentlichen Leistungen bei Lotus aussortiert und versuchte sich bei Caterham. Das russische Team Marussia kreist weiterhin am Ende des Feldes. Ob das Debüt der Formel 1 in Sotschi zu einem geschäftlichen Erfolg wird, ist fraglich. Zwei russische Piloten steigern die Chancen, auf regen Zuspruch zu treffen. Vorausgesetzt, die beiden Neuen kriegen halbwegs die Kurve.

          Fahrschulauto für den jungen Russen Daniil Kwjat: Toro Rosso
          Fahrschulauto für den jungen Russen Daniil Kwjat: Toro Rosso : Bild: AP

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