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Ende für Motorenhersteller : Honda-Ausstieg stellt Formel 1 vor Probleme

  • Aktualisiert am

Red Bull und Max Verstappen verlieren 2021 ihren Motorenhersteller. Bild: dpa

Goldene Jahre erlebte Honda als Motorenhersteller in der Formel 1. Die Ära mit McLaren und dem Fahrerduo Senna/Prost ist legendär. Bald aber endet die Zeit der Japaner. Das betrifft nicht nur die beiden Kundenteams.

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          Honda kehrt der Formel 1 am Ende der Saison 2021 offenbar ein für allemal den Rücken – und bringt mit seiner unerwarteten Entscheidung die Zukunft der gesamten Rennserie ins Wanken. Die Kundenteams Red Bull um Max Verstappen und AlphaTauri müssen binnen eines Jahres einen neuen Motorenpartner finden, ansonsten droht der gesamten Königsklasse der Exitus. Nur eine Woche nach seiner Berufung zum künftigen Formel-1-Geschäftsführer muss der frühere Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die Folgen dieser Frust-Nachricht verkraften.

          Honda-Geschäftsführer Takahiro Hachigo verkündete die Nachricht am Freitag und begründete den Schritt mit dem Beschluss des angeschlagenen Automobil-Riesen, „die Verwirklichung der Klimaneutralität bis 2050 anzustreben“. Honda müsse zu diesem Zweck „seine Unternehmensressourcen in Forschung und Entwicklung in die Bereiche der zukünftigen Antriebs- und Energietechnologien lenken, wobei der Schwerpunkt auf der künftigen Realisierung der Kohlenstoffneutralität liegt.“

          Für ein Formel-1-Engagement ist da nicht nur aus finanziellen Gründen kein Platz mehr. Der komplexe Turbo-Hybrid-Motor mag innerhalb der Rennserie als schick und modern angesehen werden, für die Straße ist diese Technik aber zumindest aus Sicht von Honda offenbar nicht zukunftsfähig genug.

          Es dürfte der finale Abgang der Japaner aus der Formel 1 sein. Zweimal versuchte sich Honda mit einem Werksteam, sowohl in den 1960er-Jahren als auch in den 2000ern mit jeweils überschaubarem Ertrag. Goldene Jahre erlebte Honda als Motorenhersteller: Von 1986 bis 1991 gingen sämtliche Konstrukteurstitel an Kundenteams. Legendär ist die Ära mit McLaren und dem ikonischen Fahrerduo Senna/Prost.

          Formel 1

          2015 ließ Honda die Liaison mit dem britischen Traditionsrennstall wiederaufleben – und erlebte ein Desaster. Die Power Unit der Japaner erwies sich als die schwächste der Formel 1, Ende 2017 folgte die schmutzige Trennung. Honda wechselte 2018 zu Toro Rosso (mittlerweile AlphaTauri) und bestückt seit der vergangenen Saison auch Red Bull, das frühere Team von Sebastian Vettel, mit Power Units. Seither feierte Honda fünf Grand-Prix-Siege.

          Die Kundenteams erkannten wortgleich „die Entscheidung der Honda Motor Company an“. Red-Bull-Teamchef Christian Horner fügte hinzu: „Ihre Entscheidung stellt für uns eine offensichtliche Herausforderung dar, aber wir waren schon einmal an diesem Punkt. Wir sind gut vorbereitet und gerüstet, um effektiv zu reagieren.“

          Immerhin beteuerte Horner, dass die beiden Rennställe langfristig in der Motorsport-Königsklasse bleiben wollen. „Als Unterzeichner des jüngsten Concorde-Abkommens der Formel 1 bleibt Red Bull Racing dem Sport langfristig verbunden, und wir freuen uns darauf, in eine neue Ära der Innovation, Entwicklung und des Erfolgs einzutreten“, erklärte Sebastian Vettels früherer Teamchef nach dem Honda-Hammer am Freitag. Der benannte Grundlagenvertrag läuft bis Ende 2025.

          Die Optionen für die Rennställe des Red-Bull-Imperiums scheinen allerdings äußerst dürftig: Die Werksteams Mercedes und Ferrari als größte Kontrahenten auf der Strecke kommen als Motorenlieferanten unter normalen Umständen nicht infrage, von Renault hatten sich Red Bull und Toro Rosso im Unfrieden getrennt.

          Der 2021 eingeführte Budgetdeckel soll weitere Hersteller anlocken, doch derzeit ist nichts konkret – und niemand will jahrelang hinterherfahren. Siehe Honda. Horner will dennoch zuversichtlich bleiben: „Red Bull Racing hat das aktuelle Concorde Agreement der Formel 1 unterzeichnet und hat sich weiterhin langfristig dem Sport verschrieben.“ Doch auch dieser Vertrag enthält Klauseln. Und mit nur acht Teams dürfte die Formel 1 schon von ihrem Regelwerk her nicht fahren.

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