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Mick Schumacher : „Der kleine Schumi fährt wie ein Großer“

  • Aktualisiert am

Mick Schumacher kommt der Formel 1 näher: Nun testete er in einem alten Ferrari. Bild: AFP

Mick Schumacher kommt der Formel 1 immer näher. Bevor er im Training mitmachen darf, testet er in einem alten Ferrari. Die Veranstalter am Nürburgring freuen sich sehr. Und die italienischen Medien loben den jungen Schumacher.

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          Mick Schumacher scheint sich zum neuen Liebling in der Ferrari-Heimat Italien aufzuschwingen. „Der kleine Schumi fährt wie ein Großer“, schrieb der „Corriere dello Sport“ nach Schumachers Testfahrt mit dem 2018er Ferrari am Mittwoch in Fiorano. Es gehe aber nicht nur um gute Gene und einen großen Namen: „Schumi junior hat sich dieses Abenteuer bei voller Geschwindigkeit Zentimeter für Zentimeter verdient.“ Der 21-Jährige sei gereift und bodenständig: „Er ist für die Formel 1, die von Mythen lebt, enorm wichtig.“

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          Schumacher, der ebenso wie der Brite Callum Ilott und der Russe Robert Schwarzman zu Ferraris Junior-Akademie gehört, hatte zusammen mit seinen beiden Mitstreitern in Fiorano getestet. Damit sollten sich die Formel-2-Fahrer auf ihre anstehenden Einsätze in der Formel 1 vorbereiten. Am 9. Oktober im ersten freien Training auf dem Nürburgring sitzt Mick Schumacher in einem Alfa Romeo, Ilott fährt einen Haas. Für beide Teams ist Ferrari der Motorenlieferant. Schwarzman bekommt im Dezember in Abu Dhabi seine Chance.

          Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort blickt voller Vorfreude auf den Schumacher-Auftritt in der Eifel. „Das ist natürlich ein Knaller, da freuen wir uns wahnsinnig! Nach den ersten Ankündigungen, dass es vielleicht so kommen könnte, ist das für uns und für die deutschen Motorsportfans eine tolle Sache“, sagte Markfort bei Sport1.

          „Als Kind“, erzählte der junge Schumacher einmal, habe er an der Haus- und Hofrennbahn der Scuderia inj Fiorano „oft auf der Tribüne gesessen und meinem Papa beim Fahren zugeschaut“. Am Mittwoch trainierte der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters selbst für seinen ersten Trainingseinsatz in der Königsklasse. Jedem muss nun klar sein: Der 21-Jährige hat den Aufstieg in die Formel 1 vor Augen, aller „Erblast“ zum Trotz.

          „Ich kann es kaum erwarten“, sagte Schumacher nach der Bekanntgabe seines ersten Einsatzes an einem Formel-1-Wochenende. Ausgerechnet beim Heimspiel auf dem Nürburgring wird er sich am 9. Oktober im Alfa Romeo mit Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Max Verstappen messen. Schumacher erfüllt sich damit einen Lebenstraum, er wird aber auch mehr denn je im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Dass er mit dieser Hypothek umgehen kann, hat Schumacher allerdings längst bewiesen.

          „Ich war elf Jahre alt und saß mit meinem Vater in einem Renntruck an der Kartbahn in Kerpen. Er hat mir in die Augen geguckt und mich gefragt: ‚Willst du das ernsthaft?‘ Ich habe nur genickt. Seither ordne ich dem Wunsch, in die Formel 1 zu kommen, alles unter“, erklärte Mick Schumacher vor einiger Zeit.

          Seit diesem Vater-Sohn-Gespräch geht er seinen Weg. 2015 wagte Schumacher den Sprung vom Kart in den Formelsport, die Fotografen und Kameramänner wurden seine ständigen Begleiter im Fahrerlager. Es stellte sich ein Muster ein: In jeder neuen Rennserie hatte Schumacher Anlaufprobleme, in seiner zweiten Saison allerdings platzte verlässlich der Knoten.

          2016 verpasste Schumacher in der ADAC Formel 4 und dem italienischen Pendant den Titel nur knapp, 2018 fuhr er zur Formel-3-Meisterschaft, in der Formel 2 führt er derzeit komfortabel das Klassement an. Die Jahre dazwischen waren Lehrjahre, und bei aller Erwartungshaltung nahm sich Schumacher stets die nötigte Zeit, um zu reifen.

          „In der zweiten Saisonhälfte seines zweiten Formel-2-Jahres haben wir erlebt, wie er sich als Rennfahrer extrem positiv entwickelt hat“, schrieb Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn am Montag in seiner Kolumne. „Es ist nicht einfach, wenn du den Namen Schumacher trägst. Er bringt dir Vorteile, aber du stehst die ganze Zeit unter Beobachtung. Mick hat das erstaunlich gut hinbekommen“, lobte der Star-Ingenieur von einst, der Michael Schumacher zu sämtlichen seiner sieben WM-Titel verholfen hatte.

          Erfahrung in Formel-1-Boliden verschiedener Generationen hat Mick Schumacher schon gesammelt, in Rennwagen seines Vaters drehte er mehrere Showrunden. Vor allem aber: Im April 2019 in Bahrein spulte er beim Young Driver Test 56 Runden im Ferrari und 70 Umläufe im Alfa Romeo ab.

          Alfa und auch der amerikanische Rennstall Haas, beides Ferrari-Motorenkunden, dürften auch die Adressen für Schumachers möglichen Formel-1-Einstieg sein. Alfa Romeo muss gemäß Vereinbarung ein Cockpit an einen Ferrari-Nachwuchsmann vergeben, der Italiener Antonio Giovinazzi (26) überzeugt auch in seinem zweiten Jahr nur bedingt, sein Vertrag läuft aus.

          Schumacher steht allerdings im Wettstreit mit dem Russen Schwarzman und dem Briten Ilott. Beide gelten ebenfalls als hochtalentiert. Aber: Schumacher hat trotz der Last seines großen Namens in der Formel 2 derzeit die Nase vorn – und der Name M. Schumacher wäre für die Formel 1 im Jahr 2021, 30 Jahre nach dem Debüt seines Vaters, die größtmögliche Geschichte.

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