https://www.faz.net/-gtl-tqdu

Michael Schumacher : Der Goldesel der Formel 1

An Michael Schumacher haben viele verdient Bild: REUTERS

An diesem Sonntag abend tritt Michael Schuhmacher zurück, in Brasilien fährt er seine letzten Runden. Der Rekordweltmeister hat während seiner Zeit in der Formel 1 viel kassiert, und viele haben an ihm verdient: Sponsoren, Medien, Deutschland.

          4 Min.

          Eines hat Michael Schumacher nie leiden können: die Frage nach seinem Gehalt. Nun gibt das „Manager-Magazin“ Auskunft. Demnach gehört der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte zu den „ärmeren Reichsten“ in Deutschland. Er liegt auf Rang 161 mit einem erfahrenen und erworbenen Vermögen von 600 Millionen Euro. Leider ist das nur eine Schätzung. Vermutlich ist sie zu hoch ausgefallen. Sicher ist nur eines: Mit dem Ausstieg an diesem Sonntag zum Ende des Großen Preises von Brasilien (ab 19.00 Uhr im FAZ.NET-Liveticker) wird nicht nur die Einnahmequelle Schumachers an Flußgeschwindigkeit verlieren. Gleichzeitig reduziert sich auch die nationale wie internationale Gewinnbeteiligung an dieser Ich-AG. Schumacher hat nicht nur kassiert. An Schumacher haben auch viele verdient.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Ein Goldesel? Willi Weber lacht: „Der Michael gibt doch nichts aus, der Schotte. An dem hat doch keiner verdient.“ Ein paar Profiteure fallen Schumachers Manager dann doch ein: Rennstrecken, Sponsoren, Medien, die Formel 1, Deutschland. Einen hat er dabei glatt vergessen. Sich selbst. „Mister 20 Prozent“ kassierte zehn Jahre lang den fünften Teil von allen Einnahmen. „Ich habe als einziger in die Lotterie Schumacher investiert“, zitiert sich der Mentor gerne selbst. Er zog den Hauptgewinn. Die Rente ist sicher.

          „Es sind Millionen verdient worden“

          Während Weber voller Dankbarkeit auf eine fast zwanzigjährige Zusammenarbeit zurückschaut und schon mal die Werbewirksamkeit des Pensionärs hochrechnet, beklagt Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring-GmbH, den Ausstieg seines „besten Außendienstmitarbeiters“. Eines Publikumsmagneten, der Millionen in die Kassen gespielt hat.

          Ein Goldesel? Willi Weber: „Der Michael gibt doch nichts aus, der Schotte”
          Ein Goldesel? Willi Weber: „Der Michael gibt doch nichts aus, der Schotte” : Bild: dpa

          Rückblende: Mitte der achtziger Jahre sterben mit Stefan Bellof und Manfred Winkelhock zwei hoffnungsvolle Formel-1-Piloten in den Trümmern ihrer Sportwagen. Seitdem versuchen sich die Deutschen vergeblich in der bedeutendsten Motorsportserie (siehe Seite 18). Der Promoter des Großen Preises von Deutschland in Hockenheim kämpft ums Überleben der Sause. Schumacher wendet das Blatt. Die Zuschauerzahlen schießen in die Höhe, obwohl die Preise fast parallel um zehn Prozent steigen. „Es sind Millionen verdient worden“, sagt ein ehemaliger Promoter, „und ganz sicher hängt das mit dem Aufstieg von Schumacher zusammen.“

          „Wir haben Michael sehr viel zu verdanken“

          Der Einstieg von Mercedes 1993 bei Sauber kurbelte die Geschäfte zusätzlich an: „Aber ohne Schumacher hätte es diese Entwicklung nie gegeben. Es gibt keinen Zweifel. Der Fahrer zieht.“ Nicht nur in Deutschland. Allein von 1993 bis 1997, dem spannenden Zweikampf zwischen Schumacher und Jacques Villeneuve, steigt die Zuschauerzahl an den Strecken von 1,360 Millionen auf 2,1 Millionen bei durchschnittlich 16 Grand Prix. Die offiziellen Angaben etwa in Hockenheim (1993 150.000, obwohl nur 85.000 Platz fanden) und dem Nürburgring erscheinen zwar viel zu hoch. Der Trend aber stimmte. Eine Studie berechnete für das zweite deutsche Rennen im Jahr auf dem Nürburgring (ab 1995) sogar einen Anstieg des Gesamtumsatzes auf 100 Millionen Mark. Berücksichtigt man den unbestrittenen Schumacher-Faktor, dann hat sich der Kerpener, ob die absoluten Zahlen nun stimmen oder nicht, um die Volkswirtschaft verdient gemacht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.