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Michael Schumacher : Das Kopfzerbrechen überläßt er den anderen

  • -Aktualisiert am

Künftig gibt die Familie den Ton an Bild: AP

Seine Formel-1-Karriere hat er beendet, doch in Frührente geht Michael Schumacher noch lange nicht. Zunächst will er den Leerlauf genießen und seine Zeit ausschließlich der Familie widmen. Eines ist sicher: Ein Comeback wird es nicht geben. Mit FAZ.NET-Bildergalerie.

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          Und, wie fühlt man sich? Was macht man jetzt? Was werden Sie nicht vermissen? Da wußte Michael Schumacher sofort eine Antwort: "Fragen, die man nicht beantworten kann." Dazu gehört zum Beispiel der Ausblick auf die Zukunft: Was nun, Herr Schumacher? Schulterzucken. Der Plan ist, daß er keinen hat: "Ich möchte nach meinem Rücktritt bewußt eine Phase haben, in der ich ins Leere laufe", hatte der Rheinländer schon vor ein paar Jahren gesagt, "und mir danach erst Gedanken machen, wie es weitergeht." Dabei ist es geblieben.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Über Schumachers künftige Rolle zerbrechen sich vorerst andere den Kopf. Weil sie glauben, den Tempojunkie lasse nach 30 Jahren als Wettfahrer vom Kart bis hinauf zur Formel 1 die Sucht nicht mehr los. "Er wird wieder fahren", glaubt der ehemalige Weltmeister Mika Häkkinen (Siehe auch: Mika Häkkinen: „Er wird wieder fahren“). "Der kann nicht länger als ein halbes Jahr ruhig auf der Couch sitzen", prophezeit Manager Willi Weber. Zumindest sieht Schumacher keine Probleme, das erste Rennen in Australien 2007 am Fernsehen zu verfolgen, falls es nichts Dringenderes gibt: "Wenn mein Sohn Mick zur gleichen Zeit ein Eishockeyspiel hat, dann geht das vor." Es wird kein Comeback geben. Dafür ist der Akku "für den ganzen Aufwand zu leer" - und Schumacher zu konsequent.

          Die Scuderia buhlt um ihn

          Auf Pressekonferenzen oder Sponsorentermine kann er getrost verzichten. Was nicht heißt, daß die Formel 1 in seinem Leben keine Rolle mehr spielt. Ferrari jedenfalls wäre schlecht beraten, auf Schumachers Dienste zu verzichten. "Ich finde, daß er Ferrari noch viel geben kann", sagt der scheidende Technische Direktor Ross Brawn, "aber ich bin mir nicht sicher, ob das in irgendeiner Form in einer Fahrerrolle sein wird."

          Shakehands nach dem letzten Duell: Alonso und Schumacher
          Shakehands nach dem letzten Duell: Alonso und Schumacher : Bild: AFP

          Schreibtischarbeit a la Jean Todt, der Generaldirektor, aber schließt Schumacher, der Pragmatiker, aus: "Vergiß es." Dann bliebe vorerst nur die Rolle als Ratgeber in schwierigen Abstimmungsphasen. Ein Job, den der detailversessene Schumacher bis zuletzt zu den angenehmen Dingen seines Berufslebens zählte: Grand Prix fahren, am Wettbewerb teilnehmen und eben mit den Ingenieuren arbeiten. "Er hat uns mit seinem Wissen bei technischen Dingen weiterhelfen können", sagt Technik-Chef Brawn. Und so buhlt die Scuderia um die Gunst des Vorzeigefahrers.

          Der Freizeitfalle entwischen

          Steuert Schumacher einen Ferrari irgendwann von der Boxenmauer? Sicher scheint nur, daß der leidenschaftliche Hobbykicker nach 15 Jahren mit durchschnittlich 220 Tagen außer Haus der Freizeitfalle wohl vorerst entwischt. Denn dem Aktivisten fehlt es nun nicht mehr an der Gelegenheit und dem nötigen Kleingeld, Fußball zu spielen, Motorrad zu fahren oder aufs Pferd zu steigen.

          Was seiner Frau, einer begeisterten Western-Reiterin, übrigens nicht recht ins Konzept paßt; falls mit Schumacher der Gaul durchgeht. Denn "alles, was er anfängt", sagte sie einst scherzend, "kann er bald besser als ich." Ferrari hat ähnliche Erfahrungen gesammelt. Und so nimmt der nun ehemalige Rennfahrer bei seinem letzten offiziellen Einsatz am 10. Dezember schon mal eine zentrale Rolle im Werk ein: Er spielt den Nikolaus für die Kinder der Mitarbeiter.

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