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Vom Bösewicht zur Marke : Die Formel-1-Aktie Verstappen

  • -Aktualisiert am

Reifeprozess: Max Verstappen will der neue Hamilton werden. Bild: EPA

Max Verstappen ist in der Formel 1 auf dem Weg nach oben: Spätestens 2020 braucht der Red-Bull-Pilot ein Auto, mit dem er Weltmeister werden kann.

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          Zuletzt ist es etwas ruhig geworden um Max Verstappen. Vier Punkte aus zwei Rennen. Das ist aus Sicht des WM-Dritten Schmalspurprogramm. In den vergangenen beiden Grands Prix hat ihm Charles Leclerc mit zwei Siegen den Rang im Stellungskrieg um den nächsten Lewis Hamilton abgelaufen. Bei Verstappen war zuletzt Sand im Getriebe. Zweimal kam es schon in der ersten Kurve zu Feindkontakt. In Spa ließ sich der Weltmeister von morgen von der Begeisterung seines Quasi-Heimrennens anstecken. Nach einem schlechten Start wollte er in der ersten Kurve den ganzen verlorenen Boden wieder wettmachen. Er sah eine Lücke, die es nicht gab. Nach dem Zusammenstoß mit Kimi Räikkönen war die Lenkstange krumm. Eine Kurve später steckte Verstappen im Reifenstapel.

          Der Großteil der 90.000 Zuschauer hatte seinen Helden nur in der Formationsrunde gesehen. Eine Woche später verbannte eine Motorenstrafe Verstappen in die letzte Startreihe. Wieder hatte es der Holländer zu früh zu eilig. Nach 500 Metern krachte er dem Racing Point von Sergio Perez ins Heck. Es folgte ein früher Boxenstopp, eine mühsame Aufholjagd, am Ende biss er sich im Kampf um Platz acht 13 Runden lang an Perez die Zähne aus, weil das gegnerische Auto auf der Geraden zu schnell für den Red-Bull-Honda war.

          Nah an Mercedes

          Red Bull nahm seinen Starpiloten in Schutz. „Vom Renntempo her war Max so schnell wie der Sieger“, verteidigt ihn Teamchef Christian Horner. Er weiß, was man an Verstappen hat. Der siebenmalige GP-Sieger genießt im Team Narrenfreiheit. Er ist die Referenz. Der Teamkollege besetzt einfach nur das zweite Cockpit. Es ist schon der zweite in diesem Jahr. Pierre Gasly biss sich an Verstappen die Zähne aus. Nach zwölf Rennen wurde er ausgetauscht. Jetzt darf sich Alexander Albon versuchen. Zu einem echten Duell zwischen den beiden ist es wegen der Motorstrafen noch nicht gekommen. Doch die sind jetzt aus dem Weg. Es hat sich gelohnt, wenn man den Verantwortlichen glauben darf. Hondas letzte Ausbaustufe bringt drei Zehntel auf der Uhr.

          „Wir sind jetzt nah dran an Mercedes“, ist Sportdirektor Helmut Marko sicher. Wenn beim GP Russland in einer Woche die nächste Benzinentwicklung gezündet wird, soll die Lücke völlig geschlossen sein. Verstappen traute sich in Monza zu sagen: „Ab jetzt müssen wir keine Rennstrecke mehr fürchten.“ Im dritten Training lag er nur Sekundenbruchteile hinter Leclerc im Ferrari. „Auf einer Strecke, auf der wir letztes Jahr noch eineinhalb Sekunden auf die Bestzeit verloren haben.“

          Der Marina Bay Circuit von Singapur ist der exakte Gegenentwurf zu Monza. 24 Kurven, dafür kaum Geraden. Eine Red-Bull-Strecke. Favorit Mercedes fürchtet Verstappen beim 15. WM-Lauf mehr als Leclerc oder Sebastian Vettel. Es könnte das erste Rennen in diesem Jahr werden, das Verstappen aus eigener Kraft ohne Geschenke der Konkurrenz gewinnt. „In Österreich haben wir von den Kühlproblemen der Mercedes profitiert, in Hockenheim von den wechselnden Wetterbedingungen. Andere haben mehr Fehler gemacht als wir.“ Verstappens persönliche Bilanz in Singapur ist gemischt. Bei vier Starts landete er dreimal in den Punkterängen. Die letzten beiden Nacht-Grand-Prix stellte Verstappen sein Auto jeweils in die erste Startreihe. Einmal wurde er beim Start von den Ferrari abgeräumt, einmal fand er in Hamilton seinen Meister.

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