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Max Verstappen : Das schlagfertige Supertalent der Formel 1

  • -Aktualisiert am

„Wir sind hier, um zu gewinnen“: Max Verstappen und die Ruhe nach dem Sturm. Bild: pixathlon / HZ

Auch in der Formel 1 gibt es viele Emotionen. Doch das Gefühlskarussell bleibt in den meisten Fällen unsichtbar. Nur nicht bei Max Verstappen. Daher diskutiert die Rennserie nun über ihre größte Schwäche.

          5 Min.

          Emotionen in der Formel 1? Verpönt. Wenn es darum geht, Schwächen zu kaschieren, sind die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten alle Weltmeister. Tränen fließen selten. Vielleicht unter dem Helm vor Wut über das verlorene Rennen, vielleicht im stillen Kämmerlein vor Enttäuschung über die Entlassung. Aber da draußen auf der Piste und im Fahrerlager geht es um Härte und Kontrolle in jeder Hundertstelsekunde. Deshalb diskutiert die Formel 1 vor ihrem Saisonfinale an diesem Sonntag in Abu Dhabi (14.10 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei RTL) so intensiv wie lange nicht mehr über ihre größte Schwäche: Die Anspannung bis zum Bersten beim Start, die zerrenden Fliehkräfte in den schnellsten Kurven, die gefletschten Zähne während des Überholmanövers bei Tempo 330, die Angst vor dem Aufprall, die Wut über den „Idioten“ im anderen Auto – das bleibt alles wie angegurtet im Cockpit verborgen, unter dem Helm, für niemanden zu sehen und zu spüren. Nur einer macht das alles indirekt öffentlich: Max Verstappen, das Supertalent im Red Bull, schnell, jung – und schlagfertig.

          Formel 1: Termine, Rennen, Ergebnisse, Startzeiten der Saison 2019

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Vor zwei Wochen hat der 21 Jahre alte Niederländer kurz nach dem Rennen in Brasilien den Force-India-Piloten Esteban Ocon beim Kontroll-Wiegen dreimal heftig gestoßen. Diese Bilder bestimmen die Erinnerung an den Grand Prix, nicht seine brillante Fahrt. Aufmerksamkeitswerte schossen in die Höhe. Seit Jahren hat es keine dokumentierte Handgreiflichkeit mehr unter Piloten gegeben. Die Geschichte bietet ein paar wenige K.-o.-Schläge oder Versuche, mit der Boliden-Faust zuzuschlagen, mit dem Rennwagen als verlängertem Arm des Piloten. Aber Übergriffe im Fahrerlager sind selten zu beobachten. Sind diese Zeiten vorbei?

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