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Formel 1 : Bittere Heimniederlage für Vettel - Pole für Massa

Nummer eins: Felipe Massa gewinnt die Qualifikation für den Grand Prix von Spielberg Bild: AP

Die nächste Enttäuschung für Sebastian Vettel: Beim Heimrennen seines Rennstalls im österreichischen Spielberg landet der Weltmeister im Qualifying nur auf Rang 12. Die Pole Position sichert sich überraschend Felipe Massa.

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          Er hatte Tränen in den Augen. „Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich, ich bin so glücklich über das, was heute passiert ist“, sagte Felipe Massa (Williams), nachdem er auf die Pole Position für den Großen Preis von Österreich an diesem Sonntag (Start: 14 Uhr/live in RTL, Sky und F.A.Z.-Liveticker) gefahren war. Neben ihm in der Startaufstellung: Teamkollege Valtteri Bottas.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Erstmals in dieser Saison geht keiner der beiden Mercedes-Piloten von Startplatz eins in ein Rennen. Der WM-Führende Nico Rosberg qualifizierte sich als Dritter, Lewis Hamilton startet sogar nur als Neunter. „Für das Team ist das nicht gut, für mich schon“, sagte Rosberg mit Blick auf die Gesamtwertung.

          Sekunden vor dem Ende des Qualifyings, in der zweiten Kurve, drehte sich Hamilton von der Strecke. Schon in seiner ersten gezeiteten Runde hatte er einen Fehler gemacht, kam mit allen vier Rädern von der Strecke, und die Rennkommissare strichen seine Zeit deshalb aus dem Klassement. Der Brite gab sich dennoch trotzig: „Wir haben ein langes Rennen vor uns“, sagte er.

          Hamiltons Schwächen

          Zeigt Hamilton auf einmal Nerven? Rosberg wollte nicht so sehr auf den Zweikampf der beiden eingehen, er ärgerte sich viel mehr darüber, dass der Ausrutscher von Hamilton ihm die Chance auf den ersten Startplatz gekostet hatte. „Die Streckenposten haben Gelbe Flaggen geschwenkt an der Stelle, ich musste kurz vom Gas gehen, danach war die Runde kaputt.“

          Die Leichtigkeit, mit der Mercedes zu Saisonbeginn durch Raum und Zeit gerast war, ist vorerst verschwunden. Schon beim Rennen in Kanada vor zwei Wochen kämpften beide Fahrer mit Kühlungsproblemen. Rosberg rettete dort immerhin noch den zweiten Platz, Hamilton aber schied aus. „Wir haben nach wie vor Wehwehchen, die wir nicht gelöst haben“, sagte Motorsportchef Toto Wolff. „Es ist nicht dramatisch, aber es kostet Performance.“ Also Leistung. Trotzdem sagte Rosberg: „Ich denke schon, dass ich schneller bin im Rennen als die beiden Williams – und hier kann man sehr gut überholen.“

          Vettel nur auf 12

          Darauf hofft auch Sebastian Vettel (Red Bull), der nur als Zwölfter ins Rennen geht und damit abermals langsamer war als sein Teamkollege Daniel Ricciardo (5.). Warum gab es den nächsten rückschlag bei der bitteren Heimniederlage auf dem Rennkurs nahe des Sitzes seines Teams Red Bull? Schulterzucken beim viermaligen Weltmeister: „Meine beiden Runden waren in etwa gleich schnell, und beide waren zu langsam.“

          Nicht alles Rot-Weiß: Sebastian Vettel ist mit seinem Red Bull mal wieder zu langsam

          Massa aber derweil so schnell wie seit November 2008 nicht mehr, damals sicherte er sich – seinerzeit noch in Diensten von Ferrari – beim Grand Prix in seiner Heimat Brasilien zum bis dato letzten Mal die Position Position. Es war das Rennen, in dem er den schon sicher geglaubten WM-Titel noch an Hamilton verlor.

          Etwas mehr als ein halbes Jahr später schien seine Karriere beendet. In Budapest traf ihn eine 800 Gramm schwere Metallfeder, durchschlug seinen Helm, und Massa erlitt dabei einen Bruch des Stirnknochens, einen tiefen Schnitt über dem linken Auge sowie eine Gehirnerschütterung Seither zweifelten viele daran, dass der Dreiunddreißigjährige noch einmal so gut werden würde, wie er einmal war. Spätestens jetzt ist all das zur Vergangenheit.

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