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Weltmeister der Formel 1 : Hamilton und die glorreiche Sechs

  • -Aktualisiert am

„Same procedure as ...“: Ein paar Wochen vor Dinner for one macht sich Lewis Hamilton zum Formel-1-Weltmeister, in diesem Jahr in Austin. Bild: AFP

In Texas sichert sich Lewis Hamilton seinen nächsten Weltmeistertitel in der Formel 1. Ein zweiter Platz hinter seinem Teamkollegen reicht. Ferrari hätte Hamilton die Show gerne ein wenig verdorben. Doch Vettel fällt früh aus.

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          Der Parkplatz schräg unterhalb des Podiums war schon eingerichtet: „Reserviert für den Weltmeister 2019“, stand auf dem Asphalt: „Nicht autorisierte Fahrzeuge werden abgeschleppt.“ Der Internationale Automobil-Verband Fia musste nicht eingreifen. Ergriffen steuerte Lewis Hamilton seinen Silberpfeil dorthin, wo ihn alle Welt erwartet hatte: Mit Rang zwei beim Großen Preis der Vereinigten Staaten in Austin hinter seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und knapp vor Max Verstappen im Red Bull gewann der Brite zum sechsten Mal die Fahrer-Weltmeisterschaft der Formel 1.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Nur Michael Schumacher hat einen Titel mehr zu bieten. Hamilton beendete die große Jagd im drittletzten Rennen der Saison mit einem Vorsprung von 67 Punkten vor Bottas. In Brasilien und Abu Dhabi sind nur noch maximal 52 zu gewinnen. „Es war so ein hartes Rennen. Mein Vater hat mir schon im Alter von sechs Jahren gesagt, dass ich niemals aufgeben soll. Das ist so etwas wie ein Familienmotto. Ich fühle mich als Athlet so frisch, wie ich nur sein kann. Ich freue mich schon auf das nächste Rennen.“

          Ferrari hätte Hamilton die Show gerne ein wenig verdorben. Sebastian Vettel gönnt dem Rivalen zwar den Titel. Aber zum Ende der Saison wollte die Scuderia ihrem Führungsanspruch gerecht werden. Gesagt, aber nicht getan. Von Startplatz zwei aus verlor Vettel schon vor der ersten Kurve die Aussicht, Bottas von der Spitze zu verdrängen. Verstappen zog vorbei, dann auch Hamilton, der Teamkollege Leclerc, Lando Norris im McLaren, Daniel Ricciardo im Renault. „Irgendetwas ist nicht in Ordnung, ich habe niemanden berührt“, rief Vettel über Funk, „aber ich habe ein verrücktes Untersteuern.“

          Vettel hielt sich ein Zeit lang hinter seinem früheren Teamkollegen Ricciardo. In der achten Runde aber stand das linke Vorderrad plötzlich in der Luft und zeigte in den heiteren Himmel. Die erste düstere Wolke zog über der Scuderia auf. Mit gebrochener rechter Hinterradaufhängung musste der viermalige Weltmeister seinen SF90 abstellen. Prompt warnte Ferrari Leclerc, in Kurve 8 vor dem Randstein. Es war die zweite Botschaft an den Aufsteiger des Jahres. Mit der ersten hatte der Monegasse ermuntert werden sollen: „Schließ' zu Hamilton auf, dann kommt Plan B.“ Doch der Abstand wuchs Runde um Runde auf 14 Sekunden. Bottas zog kurz nach seinem ersten Boxenstopp (15. Runde) mühelos am verbliebenen Ferrari vorbei. Vettels Renner erst lahm, dann gebrochen, Leclerc eine leichte Beute, abgehängt von Mercedes und dann von Verstappen im Red Bull. Wo ist das Tempo geblieben?

          Die Konkurrenz machte am Wochenende indirekt deutlich, dass sie die Scuderia mit einer Anfrage an die Fia gebremst haben könnte. Red Bull hatte wissen wollen, ob es erlaubt sei, zwischen den Messphasen der Regelhüter den Benzinzufluss zu steigern. Pro Stunde ist ein Durchfluss von 100 Kilogramm erlaubt. Abweichungen, selbst wenn es im Schnitt bei der vorgegebenen Menge bleibt, sind nicht erlaubt. Und so gab es eine klare Antwort von der Fia an den Ferrari-Rivalen: Die Methode wäre ein Verstoß gegen die Regeln. Den Tempoverlust von Ferrari am Samstag auf den Geraden deuteten die Gegner zwischen den Zeilen: „Ich denke, sie haben Leistung verloren“, sagte Hamilton: „Ich bin gespannt, wie sich das aufs Rennen auswirkt.“

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