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Formel 1 auf Nürburgring : Hamilton und der Helm des Meisters

  • -Aktualisiert am

Hommage an Schumacher: Hamilton stellt den Sieg-Rekord des Deutschen ein und erinnert mit einem von Schumachers Sohn Mick überreichten Helm an die Leistung des Rheinländers. Bild: dpa

Auf dem Nürburgring zieht Lewis Hamilton mit seinem Triumph mit Michael Schumacher gleich: 91 Siege in der Formel 1. Danach gibt es eine bewegende Geste. Und Hamiltons nächster Schritt soll bald folgen.

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          Wo nimmt man dem gefühlten deutschen König der Rennfahrer die Wirkung? In dessen Reich. Wie einst Michael Schumacher kreiste Lewis Hamilton am Sonntag auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Verlor erst das haarscharfe Startduell gegen seinen Teamkollegen Valtteri Bottas auf Augenhöhe in der ersten Kurve. Schob sich später am Finnen vorbei, ließ den erstbesten Verfolger um zehn Sekunden hinter sich, gewann auch den fliegenden Neustart nach einer Neutralisation und siegte vor Max Verstappen im Red Bull sowie dem Australier Daniel Ricciardo (Renault).

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der Triumph beim Großen Preis der Eifel ist der siebte Saisonerfolg des Engländers. Noch wichtiger aber erscheint die Karriereleistung. Als Hamilton vor 14000 Zuschauern in die Boxengasse einbog, zeigte ihm die Anzeigetafel mit Konterfeis von ihm und Schumacher, was er in 13 Jahren geschafft hat: „Equal wins“, die Gleichheit unter den nominell Besten der Formel-1-Geschichte: 91 Siege. Wer hätte das gedacht?

          Hamilton nicht. „Man konnte sich nicht vorstellen, dass jemand diesen Rekord einstellt. Dass ich das bin, ist unglaublich“, sagte der Brite. Kurz zuvor war Mick Schumacher während des Siegerinterviews der Formel 1 zu ihm gekommen und hatte dem Chefpiloten einen Helm seines Vaters überreicht. Hamilton wirkte überrascht und bewegt. „Ich fühle mich so geehrt“, sagte er und griff sich an seine Kappe: „Mir fehlen die Worte. Wenn man aufwächst, dabei jemandem zuschaut, dessen Qualität sieht, von Rennen zu Rennen, in verschiedenen Teams. Er war so lange dominant. Ich brauche etwas Zeit, bis ich das realisiert habe.“ Aber wohl nicht viel, um den nächsten Schritt zu machen, vorbei an Schumacher mit Siegen, auf eine Höhe mit Titeln (sieben).

          Valtteri Bottas begriff schneller. Er musste nur nach oben schauen auf das Podest mit dem Sieger, um zu verstehen, dass es wohl gelaufen ist in diesem Jahr mit dem großen Angriff. Armer Finne. Schon wieder entglitt ihm eine Chance, Hamilton im Kampf um die WM näher zu kommen, das Titelrennen wieder zu öffnen. Schnellster am Samstag, kompromisslos beim Start während des Rad-an-Rad-Duells mit dem Champion am Sonntag, Erster nach der ersten Runde. Aber 45 Minuten später ein Häufchen Elend. Geschlagen, erst von sich selbst und schließlich von der Tücke der Technik. „Ich habe gesehen, dass er kleine Probleme mit den Vorderrädern hatte, und gepusht“, sagte Hamilton.

          Formel 1

          Mit dem sechsmaligen Weltmeister im Nacken schoss der Finne in der 13. Runde auf die erste Kurve zu, die Vorderräder blockierten lange. Als sich der Qualm des verbrennenden Reifengummis wieder legte, rauschte Hamilton wie auf Schienen auf dem Weg zur zweiten Kurve vorbei in Führung. Mit ruinierten Pneus quälte sich Bottas zum Boxenstopp, als Dritter zurück schon ernüchtert, bevor ihn ein technischer Defekt endgültig in die Knie zwang. Der Kraftverlust im Heck bescherte ihm den Feierabend zur Kaffeestunde. In der Fahrerwertung liegt er nun 69 Punkte hinter Hamilton. Sechs Rennen stehen noch aus. Pro Sieg gibt es 25 Punkte. „Sehr unglücklich“, sagt Bottas nachdenklich, „sehr unglücklich.“

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