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Formel 1 in Kanada : Hamilton unbeeindruckt vom Taktik-Fiasko

  • Aktualisiert am

Wer fährt hier falsch? Hamilton (links) und Rosberg im Training in Kanada Bild: Reuters

Das Mercedes-Duo wirkt auch beim Formel-1-Rennen in Kanada wieder unschlagbar. Im Auftakttraining setzt WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton die Bestzeit vor Teamkollege Nico Rosberg. Die Konkurrenz liegt weit zurück.

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          Mit Wut im Bauch hat Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton in Kanada das erste Trainingsduell mit Mercedes-Rivale Nico Rosberg für sich entschieden. Knapp zwei Wochen nach dem Monaco-Fiasko, als Hamilton wegen einer Taktikpanne Rosberg den Sieg überlassen musste, waren beim Briten keine Spätfolgen zu erkennen. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Montreal war der WM-Spitzenreiter am Freitag 0,415 Sekunden schneller als sein deutscher Stallrivale, der auch im Titelkampf sein wohl schärfster Gegner ist.

          Einen Dämpfer setzte es für den WM-Dritten Sebastian Vettel, der hinter Romain Grosjean (Lotus) und Landsmann Nico Hülkenberg (Force India) Fünfter wurde. Fast 1,7 Sekunden Rückstand hatte der Ferrari-Fahrer auf Hamilton. Dabei wollte die Scuderia eigentlich an diesem Wochenende mit einem verbesserten Motor den Druck auf die bislang übermächtigen Silberpfeile erhöhen.

          „Wir arbeiten in allen Bereichen, weil wir genau wissen, wo wir hin wollen“, hatte Vettel zuvor gesagt. Bis zur Spitze aber bleibt der Weg noch weit, wie zumindest die ersten Übungsrunden auf dem Circuit Gilles Villeneuve vermuten ließen. Die Mercedes-Dominanz scheint sich auch in Montreal fortzusetzen. Bei den vergangenen 17 Rennen stand stets ein Silberpfeil auf der Pole Position, alles andere wäre auch bei der Qualifikation am Samstag (19.00 Uhr / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) eine Überraschung. Häufiger parkte nur Williams in den Jahren 1992 und 1993 in Serie auf Startplatz eins, insgesamt 24 Mal.

          Hamilton, der schon dreimal in Montreal gewonnen hat, will nach dem Nackenschlag von Monte Carlo ein deutliches Zeichen im Zweikampf mit Verfolger Rosberg setzen. „Ich nehme, was ich habe, und arbeite daran, meine Führung wieder auszubauen“, antwortete der 30-Jährige auf die vielen Fragen zu den Nachwirkungen seiner Monaco-Enttäuschung.

          Das Fiasko der Nummer 44 von Monaco ist vergessen

          „Früher hätte ich viel darüber gegrübelt, mich damit aufgehalten. Ich hätte es hinter mir lassen wollen, aber es wäre mir schwer gefallen“, schrieb Hamilton in einer am Freitag veröffentlichten BBC-Kolumne. „Aber jetzt bin ich ein bisschen älter und weiser.“ Der kapitale Strategiepatzer habe sein Verhältnis zur Mercedes-Crew nicht beschädigt. „Ein Rennen kann das nicht ändern“, versicherte Hamilton.

          Allerdings sieht es nach seinem furiosen Saisonstart inzwischen nicht mehr nach einer Solofahrt für den Engländer zum dritten Titel aus. Teamkollege Rosberg hat nach zwei Siegen in Serie nur noch zehn Punkte Rückstand in der Gesamtwertung. „Ich habe eine positive Erfahrung hinter mir, das ist natürlich besser als eine schlechte“, sagte Rosberg zu den Vorzeichen für das siebte Saisonrennen.

          Das Duell mit Hamilton empfindet der 29-Jährige heftiger als den früheren Zweikampf mit Rekordweltmeister Michael Schumacher. „Wir kämpfen jetzt um Siege und Titel, das macht es anders, intensiver, komplizierter“, sagte Rosberg. Mit einem Erfolg in Kanada am Sonntag (20.00 Uhr MESZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) könnte er die Rivalität mit seinem einstigen Kart-Kumpel noch weiter befeuern.

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