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Formel 1 in Belgien : Hamiltons Kampfansage an Vettel

Lewis Hamilton gibt sich nach der Sommerpause angriffslustig. Bild: XHEMAJ/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Belgien die Fährte von WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel aufgenommen.

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          Kleines Wochenend-Quiz für Freunde der Motorsportlinguistik. Handelt es sich im Folgenden um a) Englisch oder b) Waidmannssprache? „I’m here for blood“, sagte Lewis Hamilton in Spa, angesprochen auf das Duell um die Formel-1-Weltmeisterschaft mit Sebastian Vettel. Was hat der Engländer in Mercedes-Diensten vor? Ein Kampf bis aufs Blut? Fest steht: Da hat einer die Fährte aufgenommen. Hamilton sieht sich in seinem 200. Formel-1-Rennen in der Rolle des Jägers.

          Vettel, dessen Verlängerung bei Ferrari am Samstag bekannt wurde, führt die WM an, nach seinem Sieg vor der Sommerpause mit 14 Punkten Vorsprung (202:188). Seit elf Rennen jagt er Vettel hinterher, in Belgien, wo an diesem Sonntag (14.00 Uhr / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker auf FAZ.NET) das erste der bis Ende November ausstehenden neun Rennen stattfindet, ging der Engländer in die Offensive. Sein Wille zu siegen sei stärker denn je. Jeden Tag wache er mit dem Ziel auf, in Führung zu gehen und die Führung nicht mehr abzugeben, sagte Hamilton in Spa-Francorchamps. Andererseits: Wie es in der Weltmeisterschaft genau stehe, wisse er gar nicht, behauptete Hamilton. „Wichtig ist nur, dass es am Sonntag 25 Punkte gibt, und ich will sie alle.“ Mit der Pole Position hat er im Qualifying am Samstag dafür die besten Voraussetzungen geschaffen.

          Hamilton hat der Sommerurlaub offenkundig gutgetan. Er hatte ihn auf Barbados und in den Bergen verbracht, hatte getanzt, gefeiert, sich gesonnt, und zuletzt war er als Unicef-Botschafter auf Kuba und schwärmte vom Stand der frühkindlichen Entwicklung und der Förderprogramme für die Kleinsten auf der Karibikinsel: „Besser als im Vereinigten Königreich.“ Außerdem: Wetter, Essen, Musik, alles großartig. Er habe ein paar Salsa-Tanzschritte gelernt, also: „Ich werde da noch oft hinfahren.“

          Sein deutscher Konkurrent bei Ferrari hat seine Ferientage, „knapp zehn“, wie Vettel vorrechnete, mit deutlich weniger karibischem Flair verbracht. „Ich war am See, da gibt es auch einen Strand. Nichts Aufregendes.“ Vettel, dessen Teamkollege Kimi Räikkönen im Gegensatz zu ihm seinen Vertrag schon um ein Jahr verlängert hat, lässt Ferrari mit seiner Unterschrift weiter warten. „Es wird Neuigkeiten geben. Aber ich erwarte in den nächsten zwei Wochen nichts Neues.“ Damit würde es nichts mit dem von Ferrari gerne gepflegten Ritual der Bekanntgabe guter Nachrichten vor dem Heimrennen in Monza, das am kommenden Wochenende ansteht.

          Die weiter bestehende Ungewissheit rund um Vettels Zukunft nutzte Hamilton in seinem Versuch, das Duell rhetorisch weiter zu würzen. Er glaube nicht, sagte Hamilton, dass seinem Konkurrenten daran gelegen sei, ihm bei Mercedes Gesellschaft zu leisten. Das halte er doch für „sehr unwahrscheinlich. Ich glaube nicht, dass er mein Teamkollege werden möchte. Er würde hier nicht in der Stellung sein, die er im Moment hat.“ In Ungarn hatte Räikkönen Vettels Sieg abschirmen müssen, als der mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas dagegen hat selbst noch theoretische Chancen auf die WM.

          Niemand zweifelt ernstlich, dass Vettel auch im kommenden Jahr bei Ferrari fahren wird. Offen bleibt einstweilen, ob es der Scuderia gelingt, den Deutschen von einem Engagement über das vierte Jahr hinaus zu überzeugen. Vettel spricht lieber über die „realistische Chance“ auf die Weltmeisterschaft, die sich dieses Jahr bietet. „Wir wollen angreifen“, sagte Vettel mit Blick auf den Großen Preis von Belgien. Auf dem schnellen Kurs in den Ardennen sei Mercedes allerdings „klarer Favorit“. Am Freitag drehte Hamilton im Training die schnellste Runde, war Räikkönen schneller als Vettel – bevor sich dichter Regen über die Wälder legte. Die Jagd im Gebiet von Spa-Francorchamps ist häufig eine feuchte Angelegenheit, auch Ende August. Deshalb sind die Trophäen hier auch so begehrt, wurde schon mancher Sieg in fremde Sprachen übersetzt. Manchmal sogar ins Jägerlatein.

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