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Formel 1 in Sotschi : Hamilton ist der Zar von Russland

  • -Aktualisiert am

Wer sonst? Lewis Hamilton hat Gegner und Champagner im Griff. Bild: Getty

Lewis Hamilton dominiert bei seinem Sieg auf dem Olympiagelände und verhilft Mercedes zum zweiten Konstrukteurstitel in Serie. Der Brite profitiert von einer Panne seines Teamkollegen Nico Rosberg.

          3 Min.

          Nico Rosberg kniete auf einem Stuhl in der Box von Mercedes und schaute auf seinen Boliden. Mit einem traurigen Blick, der ahnen ließ, welcher Film gerade in seinem Oberstübchen ablief: Im Qualifying Lewis Hamilton beherrscht, den Start gewonnen nach den vielen Problemen zuletzt, die erste Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Nico Hülkenberg (Force India) überstanden, ohne die Führung beim Großen Preis von Russland zu verlieren.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Da bot sich die Chance, im Formel-1-Rennen um den Titel etwas Druck aufzubauen. Und dann so was: ein Gaspedalproblem. Kein Spaß, sondern ziemlich gefährlich bei Tempo 300. Rosberg musste die Führung abgeben, den Grand Prix am Sonntag in Sotschi aufgeben.

          Keine Punkte trotz bester Aussichten, der neunte Saisonsieg für seinen Teamkollegen Hamilton vor Sebastian Vettel im Ferrari und Sergio Perez im Force India: Vier Grand Prix vor Ende der Saison ist der Abstand zwischen Hamilton und Rosberg in den beiden schnellsten Autos des Feldes nun auf 73 Punkte hochgeschnellt. Pro Rennen sind maximal 25 zu gewinnen. Hamilton muss viel falsch machen, um nicht zum dritten Mal Weltmeister zu werden. Aber Rosberg gibt nicht auf: „Ich werde weiter kämpfen und in Austin gewinnen.“

          Laut Statistik ist der Deutsche wegen des technischen Defektes nicht mal mehr Weltmeister-Jäger. Der stand mit einer zur neuen Aufgabe passenden, schwarzen Kosakenmütze bei der Siegerehrung und lauschte genauso andächtig wie einer der mächtigsten Männer der Welt der deutschen Hymne zu Ehren des Siegerboliden (Mercedes). Vettel und Russlands Staatspräsident Putin. Am Küsschen kam der Heppenheimer vorbei.

          Zeugen in Sotschi: Wladimir Putin (links) und Bernie Ecclestone.

          Und als der Champagner spritzte, sah man auch, wie sich ein Putin in die Flucht schlagen lässt. Aber der Frage nach dem erstbesten Hamilton-Jäger mit 66 Punkten Rückstand konnte der Ferrari-Pilot nicht ausweichen. Er antwortete mit dem Blick auf sein Rennen: „Ich hatte die Hoffnung, nachdem zweiten Stint etwas näher kommen zu können. Aber er hat es relativ ruhig angehen kann, er hat nicht alles abgerufen.“ Kaum kam Vettel mal auf zwölf Sekunden ran, da senkte Hamilton seine Rundenzeiten um fast eine Sekunde. Er spielte mit der Konkurrenz.

          Nach einem schwächeren Start von Rang vier auf fünf zurückgefallen, hatte Vettel sich erst mit einem harten Manöver an seinem Teamkollegen Räikkönen vorbeidrücken, dann den um einen Tick langsameren Williams-Piloten Valtteri Bottas via Strategie passieren und schließlich Perez abfangen müssen, ehe er im letzten Drittel einigermaßen „komfortabel“ auf Ferraris Stammposition als Nummer zwei im Feld kreiste.

          Start frei zum Großen Preis von Russland: Am Anfang liegt Rosberg vorne

          Entsprechend große Augen machte der Hesse, als er in der 48. Runde einen Streckenposten direkt links vor sich über die Piste huschen sah, mit einem Stück Heckflügel eines Toro Rosso unter dem Arm. „Das“, rief Vettel via Funk in den Äther, „muss ein mutiger Russe sein.“ Ihr beider Glück passte zu diesem „klasse Nachmittag“, den Vettel mit einer deutsch-russischen Charme-Offensive beendete nach dem eher kühlen Meeting mit Putin. Er lud die gesamte, folgsame Grid-Girl-Formation zur Pressekonferenz ein.

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