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Hubschrauber, Partys, Mode : Hamilton ist mehr als nur ein Rennfahrer

Lewis Hamilton und Leichtathletik-Star Usain Bolt Bild: SUKI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Lewis Hamilton, der Star: Der Brite steht an diesem Sonntag vor seinem vierten Titelgewinn in der Formel 1. Er fährt so stark wie nie und hat auch außerhalb der Strecken seinen Stil gefunden.

          Mexiko-Stadt, am Donnerstag. Lewis Hamilton spielt mit zwei Löwenjungen. Oder, genauer: Instagram, am Donnerstag. Lewis Hamilton postet ein Video, auf dem seine Mutter und er in einem größeren Zimmer zu sehen sind, in dem sie mit drei Löwenjungen spielen. Wieso, warum? Unklar. Und: Unerheblich. Die Press Association, Londoner Nachrichtenagentur seit 1868, sieht Nachrichtenwert, sendet eine Nachricht. Sechs Absätze, 173 Worte, 972 Zeichen, Leerzeichen mitgezählt. Schlagzeile: „Lewis Hamilton spielt mit Löwenjungen in Mexiko.“

          66 Punkte Vorsprung hat Lewis Hamilton vor den letzten drei Rennen der laufenden Formel-1-Saison vor Sebastian Vettel. Es scheint unmöglich, dass Hamilton nicht Weltmeister wird, höchstwahrscheinlich wird er den Fahrertitel an diesem Sonntag auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez gewinnen. Der fünfte Platz würde ihm genügen.

          Es wäre sein vierter WM-Titel, der dritte in vier Jahren, der dritte mit Mercedes. Natürlich sagt Hamilton in Mexiko-Stadt, dass er auf Sieg fahren werde. Es wäre sein zehnter in diesem Jahr. Zehn waren es 2016 und 2015, elf 2014. 62 Formel-1-Rennen hat Lewis Hamilton gewonnen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Leute sagen, dass er auf dem Weg zum besten Fahrer ist, der je existierte“, sagte sein Teamchef Toto Wolff am vergangenen Wochenende nach Hamiltons Sieg in Austin, Texas.

          Fashion, Ernährung, Star-Freunde

          Hamilton, der GOAT? Der Greatest of All Time, der beste aller Zeiten? In diesem Jahr hat er Michael Schumacher als Mann mit den meisten Pole Positions abgelöst, 30 Rennsiege ist der Deutsche ihm noch voraus. Und vier Weltmeisterschaften, alsbald wohl nur noch drei. Er hat die Rekorde im Blick und im Kopf, sicher. Und will doch weiter.

          Wenn Lewis Hamilton mit Löwenjungen spielt, springt die Nachrichtenagentur darauf an. Wenn Lewis Hamilton, wie am Anfang dieser Woche in Los Angeles, zur Geburtstagsparty des Rappers Drake auftaucht und zwei Hemden trägt, eines am Oberkörper, eines um die Hüfte gebunden, berichten Moderedakteure.

          Auch außerhalb der Strecke achtet Lewis Hamilton auf sein Auftreten.

          „Bizarrer Fashionflop“, findet die „Daily Mail“. Als Hamilton vor einigen Wochen entschied, sich fortan vegan zu ernähren, bekamen Ernährungswissenschaftler in etlichen Ländern der Welt Anrufe und E-Mails von Journalisten, auch von der F.A.S. Und Hamilton erzählt, wie viele Hühner und Kühe durch seine Entscheidung weiterleben dürfen.

          Hamilton bricht mit Vorurteilen über Rennfahrer

          „Wenn du Rennfahrer bist“, hatte Hamilton in Austin gesagt, „wirst du in eine Kiste gesteckt und es heißt, du machst nichts außer Rennfahrer sein, und ich bin viel mehr als ein Rennfahrer.“ Daran arbeitet er. Hamilton setzt eine der wichtigsten Spielregeln des Fahrerlagers außer Kraft. Bisher galt: Der Fahrer fährt. Wenn er nicht fährt, dann trainiert er fürs Fahren. Und wenn dann noch Zeit ist, gibt es einen Sponsorentermin.

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