https://www.faz.net/-gtl-a2da8

Formel 1 in Spanien : Hamilton vor Bottas – Frust bei Vettel und Ferrari

Lewis Hamilton braucht eigentlich keine Anschubhilfe, der Weltmeister ist auch so schnell genug. Bild: Reuters

Die beiden Mercedes zeigen in der Qualifikation in Spanien wieder ihr samstägliches Wechselspiel. Diesmal startet Hamilton von Platz eins vor Teamkollege Bottas. Für Vettel und Ferrari läuft es wieder nicht gut.

          2 Min.

          Das samstägliche Wechselspiel, das sich die Mercedes-Piloten im Kampf um die Pole Position in die Formel-1-Rennen am Sonntag liefern, geht weiter. In Barcelona war Weltmeister Lewis Hamilton wieder schneller als sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas. Auf dem Circuit de Catalunya, der 4,655 Kilometer langen Referenzstrecke der Branche, brauchte der Engländer 1:15,584 Minuten für seine schnellste Runde und die 92. Pole Position seiner Karriere vor dem Grand Prix am Sonntag (15.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky).

          0,059 Sekunden fehlten Bottas auf Hamilton. Ein kleiner Fehler zwei Kurven vor der Ziellinie kostete den Finnen die Pole Position in seinem letzten Versuch, als er, anders als die anderen Spitzenfahrer, seine Zeit noch einmal verbessern konnte. Dritter wurde der Sieger des vergangenen Wochenendes in Silverstone, Max Verstappen (Red Bull). Der Niederländer, in der WM-Wertung 30 Punkte hinter Hamilton Zweiter, war 0,708 Sekunden langsamer.

          „Das ist das Maximum“, sagte Verstappen anschließend. „Ich habe ein Abo auf Platz drei.“ Das Qualifying von Barcelona könnte das letzte gewesen sein, in dem der Abstand zu Mercedes derart groß ist. Vom Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps Ende des Monats an soll nur noch eine Motoreneinstellung für Qualifying und Rennen erlaubt sein.

          Derzeit kann vor allem Mercedes in der Qualifikation zusätzliche Leistung abrufen, so dass Hamilton und Bottas derzeit als einzige Kandidaten auf die Pole Position erscheinen. „Gott sei Dank ist das ab Spa vorbei“, sagte Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko am Samstag im Interview mit dem Sender „Sky“. Andere sehen den noch nicht abschließend beschlossenen Eingriff ins Regelwerk in der laufenden Saison kritischer.

          Formel 1

          Bei Ferrari dagegen dürfte auch das Abschalten des „Party-Modes“ bei der Konkurrenz kaum für steigende Stimmung sorgen. In Barcelona waren beide Piloten der Scuderia frustriert. Für Sebastian Vettel war die Qualifikation das dritte Mal nacheinander nach dem zweiten Abschnitt beendet. Im Ferrari SF1000, mit einem neuen Chassis ausgerüstet, fehlten Vettel zwei Tausendstelsekunden, um den Sprung unter die besten zehn Fahrer zu schaffen.

          „Die Qualifikation war eine der besseren Sessions an diesem Wochenende“, sagte Vettel anschließend. „Aber es ist trotzdem noch zu weit weg von einem guten Gefühl.“ Teamkollege Charles Leclerc fuhr auf Platz neun und wählte anschließend Worte, die von Vettel seit Wochen zu hören sind: „Ich bin nicht glücklich mit dem Auto. Es wurde von Session zu Session schlechter.“

          Sportdirektor Laurent Laurent Mekies gab im Interview nach der Qualifikation nicht mehr als Worthülsen von sich. „Es ist sehr enttäuschend. Wir hoffen, dass wir morgen schneller sind. Es ist nicht nur eine einzige Sache, die wir verbessern müssen.“ Dass der SF1000 nicht für die Spitze in der Formel 1 taugt, war im Februar bei den Testfahrten in Barcelona offenbar geworden. Angesichts der eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten bis zum Ende der kommenden Saison gibt es kaum Aussicht auf tiefgreifenden Fortschritt.

          Für den Großen Preis von Spanien, in der Corona-Saison anders als sonst im Hochsommer statt im Frühjahr ausgetragen, erwartet Hamilton eine hitzige Ausfahrt. „Wir waren noch nie so schnell hier. Körperlich wird es sehr anstrengend, man muss darauf achten, beim Bremsen nicht die Reifen zu ruinieren und der Wind ist lebhaft, aus wechselnden Richtungen.“ Anders als zuletzt in Silverstone rechnet Verstappen nicht damit, dass die Reifen zum entscheidenden Faktor werden.

          Hamilton ist nicht vollends überzeugt: „Ich glaube, diese Jungs“, er zeigte auf Verstappen, „werden etwas besser klar kommen als wir. Aber es wird wohl nicht so schlimm wie in Silverstone.“ Vor einer Woche hatte Verstappen die Mercedes-Piloten im Rennen erstmals besiegen können – vor allem, weil das Weltmeisterteam die Reifen enorm beanspruchte. „Leicht wird es hier auch nicht“, sagte Hamilton am Samstag.

          Formel 1
          Liveticker

          Schumacher startet von Platz sechs ins Formel-2-Rennen

          Nach einem starken Start und einigen Führungsrunden hat Mick Schumacher beim ersten von zwei Formel-2-Rennen an diesem Wochenende in Spanien am Ende doch nur den sechsten Platz belegt. Der 21-Jährige war am Samstag von Position fünf ins Rennen gestartet. Als die Roten Ampeln ausgingen, schob er sich auf den ersten Metern der insgesamt geplanten 37 Runden mit einem starken Manöver auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya bis auf Rang drei vor. Beinahe hätte er sogar die Spitze übernommen.

          Weil er später zum Reifenwechsel in die Box kam, führte er das Hauptrennen danach dennoch eine Weile an. Mit neuen Gummis kam der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister auf Rang zwölf zurück und startete auf den letzten 13 Runden seinen Aufholversuch. Nach insgesamt zwei Safety-Car-Phasen kam Schumacher aber nicht mehr ausreichend in Schwung, um es noch aufs Podium zu schaffen. Den Sieg sicherte sich nach Ablauf der Zeit von einer Stunde der Japaner Nobuharu Matsushita. An diesem Sonntag findet das zweite Rennen statt. (dpa)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trump und Biden am Dienstag bei der ersten Fernsehdebatte.

          Präsidentenwahlkampf : Trump und die „Proud Boys“

          Donald Trump hatte gehofft, die erste Fernsehdebatte werde die Wende im Präsidentenwahlkampf bringen. Doch sein Auftreten hat das Gegenteil bewirkt – ebenso wie seine Äußerungen zu den „Proud Boys“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.