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1000. Formel-1-Rennen : Vettel gewinnt nur das spannende Ferrari-Duell

Auch der Dritte bekommt einen Pokal: Sebastian Vettel in Schanghai Bild: Reuters

Der Weltmeister ist beim großen Jubiläum nicht zu schlagen: Lewis Hamilton siegt in China beim 1000. Rennen der Formel 1 souverän vor seinem Teamkollegen. Dahinter geht es turbulenter zu – mit Sebastian Vettel im Mittelpunkt.

          Lewis Hamilton trug eine rote Kappe. Das war mehr oder weniger der Höhepunkt der Formel-1-Feier am Wochenende in China. Zum 1000. WM-Lauf der Geschichte blieb es abseits und auch auf der Piste eher ruhig. Die Idee einer Präsentation von Boliden und Weltmeistern aus fast allen Dekaden platze an einer komplexen wie teuren Umsetzung. Die Chinesen haben kein Gedächtnis für die Höhepunkte aus sieben Jahrzehnten Formel-1-Geschichte. Aber ein Faible für Serien-Sieger. Und so feierten sie den souveränen Erfolg von Lewis Hamilton am Sonntag auf der Rennstrecke vor den Toren von Schanghai.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der Brite gewann unangefochten vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas zum sechsten Mal den Großen Preis von China. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wurde Dritter, sein Teamkollege Charles Leclerc Fünfter hinter Max Verstappen im Red Bull. Der Rheinländer Nico Hülkenberg (Renault) schied wegen eines technischen Defektes aus. Nach drei Rennen führt der fünfmalige Weltmeister Hamilton nun mit 68 Punkten vor Bottas (62), Verstappen (39) und Vettel (37). Den Sonderpunkt für die „schnellste Rennrunde“ gewann Pierre Gasly im Red Bull.

          „Es lief nicht so ganz rund an diesem Wochenende zunächst“, sagte Hamilton, „wir wussten nicht, wo wir standen. Ich denke, der Beginn des Rennens hat einen Unterschied gemacht.“ Beim Start änderten sich die Binnenverhältnisse in den beiden führenden Teams. Hamilton schoss gleich an Bottas vorbei, der mit seinem Silberpfeil nicht in die Gänge käme. Auch Vettel war als Dritter des Startplatzrennens schneller als der Finne auf Touren gekommen. Aber der Hesse konnte weder die innere noch die äußere Linie besetzen und musste vom Gas gehen. Deshalb zog Teamkollege Leclerc an ihm vorbei auf Position drei. Pech gehabt.

          Formel 1

          „Ich kann schneller“, rief der viermalige Weltmeister nach ein paar Runden über Funk seinem Boxenstrategen zu. Stimmt. Er saß dem Monegassen im Nacken. Aber es reichte nicht, in den sogenannten DRS-Zonen, in denen die Flügelelemente des Heckspoilers flach gestellt werden, vorbei zu kommen. Ferrari ließ dem zehn Jahre jüngeren Leclerc ein gewisse Freiheit: „Du musst schneller fahren, sonst lassen wir Sebastian vorbei.“ Die Antwort: „Ich kann mich absetzen.“ Den Beweis aber blieb Leclerc schuldig. Und so musste er Vettel in der zwölften Runde passieren lassen. Denn vor dem Zweikampf der Roten zogen die Silbernen davon. Hamilton führte schon mit acht Sekunden Vorsprung, Bottas lag 3,5 vor Vettel.

          Das Kräfteverhältnis hat sich wieder gewandelt. Zum Start in Melbourne überraschte Mercedes, während Ferrari aus Sicht von Team und Fans erschreckend langsam kreiste. Vor zwei Wochen in Bahrein spielte die Scuderia dann ihre Stärke aus, bis Leclerc wegen eines Defektes den Sieg verlor. In Schanghai nutzte die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden nicht viel. In den langsamen Kurven verlieren die Ferrari im Vergleich zu Mercedes enorm viel Zeit. Deshalb gewann Bottas knapp vor Hamilton seine siebte Pole-Position, weit vor Vettel. „Sie waren zu schnell heute für uns“, sagte der Heppenheimer, „es ist ein gutes Ergebnis. Aber wir haben jetzt Hausaufgaben zu machen“, sagte der Heppenheimer.

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