https://www.faz.net/-gtl-zgoj

Lewis Hamilton : Die Straße gehört ihm

  • -Aktualisiert am

„Ich bin ein leidenschaftlicher Fahrer

In der abgelaufenen Saison reduzierte der Instinktfahrer seine WM-Chancen innerhalb von 14 Tagen durch zwei Kollisionen mit Felipe Massa und Mark Webber auf null. Auf die Frage, ob er in Zukunft vorsichtiger agieren werde, antwortete der 15-malige Grand-Prix-Sieger: „Würde ich weniger aggressiv fahren, wäre ich nicht mehr ich selbst. Ich bin ein leidenschaftlicher Fahrer, der sich selbst mehr unter Druck setzt als jeder andere.“

Lewis Hamilton fehlte es noch nie an Selbstbewusstsein. „Meine Vorbilder sind Gilles Villeneuve und Ayrton Senna“, antwortet der Engländer trotzig auf alle, die Parallelen zu Michael Schumacher erkennen wollen. Genauso fährt er auch. Mit ausgefahrenen Ellbogen, nach dem Motto: Die Straße gehört mir. Gäbe es eine Statistik aller Überholmanöver der letzten fünf Jahre, Hamilton läge ganz vorne. „Ich überhole öfter als die anderen Fahrer, deshalb muss ich vielleicht auch öfter bei der Rennleitung vorsprechen“, verteidigt er sich.

Seit seinem Titelgewinn ist der Karriereplan ins Stocken geraten

Sebastian Vettels größter WM-Rivale spielt gerne den harten Hund. Als die Fahrer darüber diskutierten, den verstellbaren Heckflügel in Monte Carlo verbieten zu lassen, winkte Hamilton ab. „Wer sich nicht traut, den Flügel einzusetzen, kann es ja bleiben lassen.“ Hamilton gibt sich mit einem WM-Titel nicht zufrieden. Er würde gerne Geschichte schreiben, „wie Michael Schumacher und Sebastien Loeb (der Rallye-Weltmeister), die es sieben Mal geschafft haben“. Doch seit seinem Titelgewinn 2008 ist der Karriereplan ins Stocken geraten. Immer steht ihm ein überlegenes Rennauto im Weg. Diesmal heißt der scheinbar unbezwingbare Gegner Sebastian Vettel. Von der Technik geschlagen zu werden, frustriert. Um den Deutschen zu bezwingen, muss McLaren strategisch alle Joker ziehen. Deshalb versucht man im Training regelmäßig einen Satz Reifen zu sparen und im Rennen die Red Bull mit alternativen Strategien auszutricksen. Meistens geht das daneben.

In Monaco ließ ihn sein Team so lange in den Boxen schmoren, bis der Unfall von Sergio Perez den Plan durchkreuzte. Statt auf der Pole Position stand Hamilton auf Startplatz neun. Als dann der erste Boxenstopp sechs Sekunden länger dauerte als normal und Stallrivale Jenson Button das Rennen anführte, brannten bei Hamilton die Sicherungen durch. „Mir sind da wohl die Emotionen durchgegangen. Ich wollte weder Felipe noch Pastor das Rennen zerstören“, übte der Aggressor Selbstkritik. Ob er sich daran hält? Schwer zu glauben. Immer auf Attacke, immer auf Provokation. Monte Carlo war bestimmt nicht sein letzter Termin bei der Rennleitung.

Weitere Themen

Borussias neuer „Heiland“? Video-Seite öffnen

Haaland vor Heimdebüt : Borussias neuer „Heiland“?

Der junge Stürmer aus Norwegen wird von vielen BVB-Fans beim öffentlichen Training beobachtet – sein Debüt am Wochenende hat große Hoffnungen geweckt. Ist Erling Haaland der neue „Heiland“ für die Borussia?

Topmeldungen

Arbeiter desinfizieren einen Bahnhof im chinesischen Wuhan.

Neue Infektionen mit Virus : China riegelt Millionenmetropole Wuhan ab

Neue Eskalationsstufe im Kampf gegen das Coronavirus: Die Millionenmetropole Wuhan steht praktisch unter Quarantäne, Bahnhöfe und Flughäfen sind geschlossen, die Bewohner dürfen nur noch mit Masken auf die Straße. Derweil steigt die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen weiter.
Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.