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Kommentar : Mehr Druck, mehr Risiko

  • -Aktualisiert am

„Komm in meine Arme”: Schumacher dankt Technikdirektor Brawn Bild: REUTERS

In Michael Schumachers Freude über den Triumph am Nürburgring mischte sich Nachdenklichkeit. Würde sich der Zieleinlauf vom Sonntag in Zukunft wiederholen, benötigte er sieben Grand Prix bis zum Führungswechsel. Das zeigt: Alonso ist nur schwer zu packen.

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          Wie macht das Renault nur? Fernando Alonso fährt und fährt und fährt und fährt. Und kein Defekt stoppt ihn, kein Leistungsknick bremst ihn. Der Weltmeister aus Spanien ist ein fast schon unheimliches Phänomen: In den ersten fünf Saisonrennen der Formel 1 kam er fünfmal ins Ziel, nie schlechter als auf Rang zwei. Galten früher Schweizer Uhrwerke als Synonym für Präzision und Zuverlässigkeit, so könnte es jetzt heißen: Zuverlässig wie Alonso.

          In Michael Schumachers Freude über den Triumph am Nürburgring (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring) mischte sich für einen Augenblick Nachdenklichkeit. "Leider habe ich nur zwei Punkte aufholen können." 31:44 steht es aus seiner Sicht. Würde sich der Nürburgring-Zieleinlauf in Zukunft wiederholen, benötigte der siebenmalige Champion sieben Grand Prix bis zum Führungswechsel. Diese Hochrechnung zeigt, wie schwierig Renault und Alonso zu knacken sind. Die Basis ihrer Zuverlässigkeit ist ihre konservative Herangehensweise: Die Techniker verzichten lieber auf ein paar PS oder auf komplizierte Konstruktionen, als das Risiko eines Ausfalls einzugehen. Damit sind sie bestens gefahren, so sind sie Weltmeister geworden.

          Ferrari ist endgültig zurück

          Die schwierigste Aufgabe allerdings hat Ferrari schon hinter sich gebracht - die Scuderia fand aus dem Leistungsloch zurück an die Spitze. In Zusammenarbeit mit Reifenhersteller Bridgestone entwickelten die Techniker einen Boliden, der offensichtlich auf allen Strecken sein Potential auf den Asphalt bringen kann. In Imola, der Stätte des ersten Ferrari-Sieges in dieser Saison, sahen die Roten schon im ansonsten weitgehend verkorksten Jahr 2005 gut aus. Das machte die Kritiker des Rennstalls aus Maranello vorsichtig bei der Einschätzung des Erfolges. Der Nürburgring allerdings zählte zuletzt nicht zu den favorisierten Pisten der Italiener. Umso schöner für sie Alonsos Eingeständnis: "Wir konnten nichts machen, Ferrari war schneller als wir." Ferrari ist endgültig zurück.

          Auch im vergangenen Jahr machte Renault die Erfahrung, daß von der Mitte der Saison an ein anderes Team schneller war. Aber der Rennstall rettete den Vorsprung durch einen fast perfekten Start dank der größeren Zuverlässigkeit bis zum Ende. Die Scuderia hat den Trend allerdings früher gedreht, als es McLaren-Mercedes im vergangenen Jahr gelungen war. Ferrari muß nun den Druck auf Renault noch erhöhen, um die Franzosen zu mehr Risiko zu nötigen und womöglich in Fehler zu treiben. Vorteil der Italiener ist, das höhere Budget und die größeren Resourcen im Ingenieurbüro zu haben, die es ihnen ermöglichen, Evolutionen am Fahrzeug schneller zu betreiben. Wenn es den Roten gelingt, auch noch Massa in die Nähe von Alonso zu bringen, dann muß Renault seinen Hang zum Konservatismus überdenken.

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