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Hamilton und Rosberg : Ende der Gleichbehandlung bei Mercedes

  • -Aktualisiert am

Hamilton (Mitte) vor Rosberg (links) und Vettel – so geht es ins Rennen in China am Sonntag Bild: dpa

Bislang machte das Formel-1-Team von Mercedes zwischen seinen Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg keinen Unterschied. Das könnte sich nun ändern – und hat einen einfachen Grund.

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          Da freute sich sogar der Verlierer. „Das Resultat war nicht gut für uns, aber gut für den Sport“, kommentierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Sieg von Ferrari beim Großen Preis von Malaysia. Vettels Siegesfahrt stellt für einen Moment die Kritiker stumm, die von einer langweiligen Mercedes-Show sprechen und nach neuen Regeln rufen. Es ist aber auch klar, dass die Beurteilung der roten Siegesfahrt im Wiederholungsfall weniger wohlwollend ausfallen würde. Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender des Rennstalls, schüttelt den Kopf: „Unser Ziel muss es sein, dass wir jedes Rennen gewinnen. Auch wenn es für die Zuschauer langweilig ist.“

          Die Niederlage von Malaysia hatte eine neue Qualität. Mercedes ist zum ersten Mal im offenen Zweikampf geschlagen worden. Die drei Siege von Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo 2014 waren Geschenke eines übermächtigen Gegners. Entweder weil bei den Silberpfeilen die Technik streikte, sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg ins Auto fuhren oder das Safety-Car im falschen Augenblick auf die Strecke ging.

          Diesmal ließ Wolff keine Entschuldigungen gelten: „Wir haben nicht wegen taktischer Fehler verloren, sondern weil Ferrari schneller war.“ Mit 14 Tagen Abstand ist Wolff schlauer: „Wir haben uns auch selbst geschlagen, weil wir in ein paar Punkten zu nachlässig waren. Unsere Wettervorhersage ging von zehn Grad niedrigeren Temperaturen aus. Deshalb war die Fahrzeugabstimmung in Bezug auf die Reifen zu aggressiv. Wegen technischer Probleme konnten wir am Freitag eine Rennsimulation mit nur sieben Runden fahren. Da lernst du für den Sonntag nicht viel. Und wir haben uns geistig zu früh auf eine Drei-Stopp-Strategie festgelegt.“

          Die beunruhigende Erkenntnis des Rennens in Sepang ist, dass der Sieg von Ferrari keine Eintagsfliege war. Die extreme Hitze spielte eine Rolle, aber nicht die entscheidende. Ferrari profitierte davon, weil das Auto die Reifen besser schont, weil die Kühlung so effizient ist, dass die Verkleidung bei hohen Temperaturen weniger geöffnet und die Motorleistung weniger stark zurückgeschraubt werden muss. Heiße Rennen gab es 2014 auch. Mercedes war unter allen Bedingungen überlegen. Dieses Jahr gibt es Schwachstellen. Die hohen Temperaturen deckten sie auf.

          Kurs von Schanghai ist eine Mercedes-Strecke

          Der Mercedes mag das schnellste Auto sein, aber er kommt auf bestimmten Rennstrecken mit den Hinterreifen ans Limit. „Und dann kann Ferrari auch zuschlagen, wenn es nicht so heiß ist“, sagt ein Mercedes-Ingenieur. Der Kurs von Schanghai ist eine Mercedes-Strecke, weil der Vorderreifen das schwache Glied ist. Aber schon in Bahrein und in Barcelona könnte es für die Silberpfeile wieder eng werden.

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