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Schumacher-Preis : „Immer weiterkämpfen, nie aufgeben“

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg und Preisträgerin Vanessa Low. Bild: dpa

Behindertensportlerin Vanessa Low wird mit dem „Keep Fighting“-Preis der Familie von Michael Schumacher ausgezeichnet. Im F.A.Z.-Interview spricht Sabine Kehm, Managerin des Formel-1-Stars, über die Initiative.

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          Am Montag ist die Behindertensportlerin Vanessa Low mit dem „Keep Fighting“-Preis der Familie von Michael Schumacher ausgezeichnet worden. Wofür steht diese mit insgesamt 75.000 Euro inklusive eines Stipendiums dotierte Auszeichnung?

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der Preis ist die erste Aktion der „Keep Fighting Initiative“, die die Familie Schumacher vor kurzem zu karitativen Zwecken ins Leben gerufen hat. Er ist inspiriert von der Einstellung, für die Michael Schumachers Fans ihn während seiner gesamten Karriere bewunderten: immer weiterkämpfen, nie aufgeben, auch an die kleinste Chance glauben. Mit diesem Award sollen Menschen ausgezeichnet werden, die andere dank einer beispielhaften Einstellung und persönlicher Exzellenz inspirieren und somit gegebenenfalls zum Nach- oder Umdenken anregen.

          Deshalb ist Frau Low, die als Jugendliche bei einem Zugunglück beide Unterschenkel verloren hatte und bei den Paralympics im vergangenen Jahr in Rio Gold im Weitsprung gewann, als erste Preisträgerin ausgewählt worden?

          Ja. Weil sie eine Frau ist, die aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihres beeindruckenden Umgangs mit ihren privaten und sportlichen Rückschlägen andere Menschen inspirieren kann und vor allem auch möchte. Sie verkörpert in unseren Augen das, was der „Keep Fighting Award“ vermitteln und fördern soll: nie aufgeben, trotz Rückschlägen die Zukunft positiv gestalten. Es geht um Haltung und Hoffnung.

          Die freie Übersetzung des Preisnamens „Nicht aufgeben“ erinnert unweigerlich an den Kampf des siebenmaligen Weltmeisters nach seinem schweren Skiunfall Ende 2013. Die Familie möchte aber mit Blick auf die Privatsphäre keine Auskunft geben über den Gesundheitszustand. Löst so ein Preis dann nicht das Gegenteil von dem aus, was Sie sich im Namen der Angehörigen wünschen?

          Michael ist der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, eine Legende seines Sports. Schon während seiner aktiven Zeit, auch in den erfolgreichsten Jahren, hat er immer penibel und vehement darauf geachtet, sein privates Leben zu schützen vom öffentlichen Michael Schumacher. Die Familie agiert aus diesem Wissen heraus in seinem Sinn, und sie verdient absoluten Respekt für diese Haltung – und gleichzeitig möchte sie das Bedürfnis der Fans würdigen, die den Rennfahrer und Erinnerungen an eine besondere Zeit weiterhin feiern wollen. Ich finde, das ist aller Ehren wert.

          Im Gespräch: Sabine Kehm, die Managerin von Michael Schumacher.
          Im Gespräch: Sabine Kehm, die Managerin von Michael Schumacher. : Bild: dpa

          Woran erkennen Sie das Bedürfnis?

          Wir bekommen sehr viele Briefe und Nachrichten, die das belegen. Die meisten Fans haben lange begriffen und akzeptieren mit viel Wohlwollen, dass Privates privat bleiben kann und muss, aber dass die Erfolge Michaels trotzdem gefeiert werden können. Ich bin auch der Meinung, dass sie die Haltung der Familie, ihnen mit vielen Aktionen für die Treue zu danken, sehr gut verstehen – eine Ausstellung in Marburg beispielsweise verzeichnet ein überwältigendes Interesse und nicht erwartete Besucherzahlen.

          Es gab immer wieder Versuche, die Privatsphäre zu stören. Wird sie inzwischen respektiert?

          Es gibt diese Versuche immer noch, leider, aber die Akzeptanz wächst sehr wohl.

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