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Sicherheit in der Formel 1 : Erschreckende Realität

Jenson Button (rechts) mit Jessica Michibata Bild: Picture-Alliance

Formel-1-Fahrer leben gefährlich. Auf der Rennstrecke. Aber im wirklichen Leben ist es offenbar noch gefährlicher. Das musste nicht nur Jenson Button erleben, der erst betäubt und dann ausgeraubt wurde.

          Formel-1-Fahrer leben gefährlich. Der Brite Jenson Button, ehemaliger Playboy und ehemaliger Weltmeister, hat das nun während seines Urlaubs in Südfrankreich erfahren. St.-Tropez – schon bei diesem Wort hörten er und seine Frau, das ehemalige Unterwäschemodel Jessica Michibata, vermutlich das Mittelmeer rauschen, spürten sie die Sonne auf ihren Körpern, kitzelte der Sand unter ihren Füßen.

          Nun aber wird sie der Ort an einen perfiden Einbruch erinnern. Betäubungsmittel haben die Räuber offenbar in die Klimaanlage der Ferienvilla geleitet, gewartet, bis die Opfer bewusstlos wurden, und dann in aller Ruhe geschaut, was wertvoll und begehrenswert ist. Sie fanden unter anderem: einen Verlobungsring, der rund 350.000 Euro gekostet haben soll. Die Angelegenheit mag für Außenstehende filmreif klingen, aber nach deutschem Recht auch nach schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung.

          Für Button ist es nicht das erste Erlebnis dieser Art. Im November 2010 war er in einem gepanzerten Auto auf dem Weg von der Rennstrecke in São Paulo zurück ins Hotel, als sich sechs Männer mit gezückten Maschinenpistolen dem Wagen näherten. Der Fahrer, ein Polizist, gab Gas, steuerte die Limousine aus dem dichten Verkehr, touchierte dabei andere Autos und überfuhr mehrere rote Ampeln. Folgenlos blieb die Aktion jedoch nicht: Einige Fahrer der beschädigten Autos nahmen die Verfolgung auf, um ihre Ansprüche auf Schadenersatz geltend zu machen.

          Nach dem versuchten Überfall meldete sich damals Bernie Ecclestone, der Chefvermarkter der Serie, zu Wort. Spötter mögen behaupten, der kleine Brite kenne sich aus mit kriminellen Machenschaften. Jedenfalls sagte er, dass sich solche Ganoven immer irgendwelche Schwächlinge aussuchten. Zwei Wochen später wurde er selbst überfallen.

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          Vier Männer hatten ihm und seiner ehemaligen Freundin und heutigen Ehefrau Fabiana Flosi aufgelauert. Ihre Beute? Uhr, Schmuck und Geld im Wert von mehr als 200.000 Euro. Ecclestone erlitt Kopfverletzungen und machte das Beste draus. Schon im Dezember warb er für einen Uhrenhersteller – mit blauem Auge und dem Slogan: „Da können Sie mal sehen, was Leute für eine Hublot tun würden.“ Der Mann ist geschäftstüchtig.

          Und Button? Am Ende des Jahres ist für ihn vermutlich Schluss mit der Formel 1. Bei McLaren sind seine Dienste nicht mehr gefragt, und im Alter von 35 Jahren steht dem Mann die Zukunft in der Rennserie ohnehin nicht mehr offen. Rein statistische betrachtet, käme dann eine Gefahr auf Button zu. Wenn er einen Großteil seiner Zeit nicht mehr im Formel-1-Boliden bei Tempo 300 verbringt, dann wächst das Risiko: Denn draußen, im wirklichen Leben, ist es offenbar gefährlicher für ihn.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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