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Interview : „Man braucht sich nicht wirklich zu freuen“

  • Aktualisiert am

Ein Sieger ohne Siegesfreude Bild: dpa/dpaweb

Michael Schumacher ist nicht recht glücklich über seinen ersten Saisonerfolg in der Formel 1. Seinen umstrittenen Sieg nach dem Reifenstreit beim Großen Preis der USA nennt der 36 Jahre alten Rekordweltmeister „sehr seltsam“.

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          Michael Schumacher ist nicht recht glücklich über seinen ersten Saisonerfolg in der Formel 1. Seinen umstrittenen Sieg nach dem Reifenstreit beim Großen Preis der USA nennt der 36 Jahre alten Rekordweltmeister „sehr seltsam“.

          Wie sind Ihre Gefühle nach diesem Tag?

          Natürlich sehr gemischt. Es war sehr seltsam, alle in die Box fahren zu sehen. Es ist schade, für all die Fans, die bis zum Ende hier waren, daß wir nicht unter normalen Umständen um den Sieg kämpfen konnten. Aber es lag nicht in unserer Hand. Es gab nichts, was wir tun konnten. Ich hoffe, daß das jeder versteht.

          Liegt auf diesem Sieg nicht ein Schatten?

          Ich habe jetzt 84 Rennen gewonnen. Wenn da ein Sieg dabei ist, der nicht ganz mit Freude stattgefunden hat, kann ich damit ganz gut leben.

          Was bedeutet der Sieg für die Weltmeisterschaft?

          Nicht viel. Es waren zehn Punkte für uns, natürlich wichtig für die Meisterschaft. Aber unter den Umständen braucht man sich nicht wirklich zu freuen.

          Wenn Ihr Reifenhersteller Ihnen gesagt hätte, daß Ihr Reifen nicht mehr als zehn Runden lang hält, wären Sie gefahren?

          Nein, auf keinen Fall.

          Denken Sie, daß der heutige Tag das Ende für dieses Rennen in Amerika bedeuten könnte?

          Nein, das glaube ich nicht. Es war ein merkwürdiges, einzigartiges Rennen. Aber nicht das Ende. Wir hatten hier gute Rennen, wir hatten ein schwieriges. Und wir werden wieder gute haben. Wir müssen das jetzt so hinnehmen und sicherstellen, daß so etwas beim nächsten Mal nicht passiert.

          Könnte die Formel 1 insgesamt Schaden nehmen?

          Ich glaube, daß die Formel 1 langfristig keinen Schaden davonträgt. Man muß die gesamte Historie sehen. Da kann auch ein kleiner schwarzer Fleck das Bild nicht trüben.

          Ferrari hat dem Vorschlag von Michelin nicht zugestimmt, die Steilkurve mit einer Schikane zu entschärfen und damit das Rennen möglich zu machen. Glauben Sie, daß man Ihnen jetzt vielleicht den schwarzen Peter zuschiebt?

          Man wird sicher versuchen, in dieser Situation von den eigenen Problemen abzulenken. Es ist in der Vergangenheit oft gelungen, uns den schwarzen Peter zuzuschieben. Mal schauen, wie weit es diesmal gelingt oder nicht gelingt. Aber Fakt ist, daß wir nicht verantwortlich sind für die Fehler der Konkurrenz. Ich habe von einem anderen Fahrer gehört, daß es unabhängig von Kurve 13 ohnehin ein Problem gegeben hätte. Mit oder ohne Schikane.

          Sie sind kräftig ausgebuht worden. Fühlen Sie sich unfair behandelt?

          Um ehrlich zu sein, denke ich, daß es nur eine Minderheit war, die uns ausgebuht aus. Viele Leute haben mit uns gejubelt, denn es waren viele Ferrari-Fans hier. Ich bin glücklich darüber, wie viele von ihnen bis zum Schluß dageblieben sind und sich dieses eigenartige und einzigartige Rennen bis zum Schluß angucken wollten.

          Ist es denkbar, daß Ferrari für den Skandal verantwortlich gemacht wird?

          In der Vergangenheit ist es sehr oft gelungen, uns den Schwarzen Peter zuzuschieben. Ich denke, das wird man auch jetzt wieder versuchen, um von den eigenen Problemen abzulenken. Mal schauen, ob das gelingt. Aber wir sind nicht verantwortlich für die Fehler der Konkurrenz.

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