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Im Gespräch: Rennfahrer Sebastian Vettel : „Der Erfolgreichste ist der Glücklichste“

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„Letztlich geht es darum, der Beste zu sein, es geht darum, Erster zu werden” Bild: dpa

Freundlich, fröhlich, friedlich: Sebastian Vettel scheint die Verbissenheit von Seriensiegern der Formel 1 fremd. Im FAZ.NET-Interview spricht der 21 Jahre alte Heppenheimer über seine besondere Steuerkunst und das nötige Glück.

          8 Min.

          Freundlich, fröhlich, friedlich: Sebastian Vettel ist der Darling der Szene. Die Verbissenheit von Seriensiegern der Formel 1 scheint ihm fremd. Spielerisch hat der 21 Jahre alte Pilot aus Heppenheim die ersten Hindernisse in der mitunter nebulösen Branche umkurvt, auf und neben der Strecke. Dabei verfolgt er seinen Kurs so zielstrebig wie kaum ein Kollege. Seine frühreifen Leistungen unter schwierigsten Bedingungen verraten eine besondere Steuerkunst: „Bis jetzt bin ich ohne Manager ausgekommen. Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern.“

          Sie sind jüngster Grand-Prix-Sieger der Formel 1, haben das Regenrennen in Monza gewonnen. Hatten Sie Glück?

          Nein! Die Bedingungen waren für alle gleich. Wir waren in Hochform, und an dem Tag hat alles gepasst. Wir haben das beste Paket gestellt und uns keine Fehler erlaubt. Deshalb haben wir verdient gewonnen.

          „Ich habe eine Ein-Cent-Münze, einen Glückspfennig, ein Glücksschweinchen, und ich habe einen Dollarcent - auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin”

          War es also tatsächlich ein Sieg ohne Glück?

          Ich glaube an das Sprichwort vom Glück des Tüchtigen. Derjenige, der viel und hart arbeitet, hat es am Ende verdient zu gewinnen. Das haben wir die ganze Saison über getan. Anfangs war es sehr schwer, weil es viele Rückschläge gab. Trotzdem haben wir uns immer wieder aufgerappelt und wurden besser und besser. Als dann die Chance da war, haben wir sie gepackt und das Beste draus gemacht - und das war in diesem Fall eben der Sieg.

          Das Glücksgefühl ist hart erarbeitet?

          Ganz genau. Ich glaube daran, dass man Glück nur mit harter Arbeit bekommen kann.

          Haben Sie Glücksbringer?

          Ja. Das ist schon ein Widerspruch. Ich habe sogar sehr viele Glücksbringer, auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin. Vor den Rennen stecke ich sie immer in die Tasche meines Rennanzugs. Zwischendurch wollte man mir die Tasche schon mal abtrennen, weil sie eigentlich keine Funktion hat. Nein, habe ich dann gesagt. Ich brauche diese Tasche. Ein Grund ist, etwas unternehmen zu können, falls ich mal in eine kleine allzu menschliche Notlage gerate. Der zweite Grund sind meine Glücksbringer. Also habe ich die Tasche behalten dürfen.

          Was haben Sie für Glücksbringer?

          Ich habe eine Ein-Cent-Münze, einen Glückspfennig, ein Glücksschweinchen, und ich habe einen Dollarcent. Den habe ich vor dem Rennen in Indianapolis (Vettels Premiere 2007) beim Joggen gefunden.

          Was bringen die Glücksbringer?

          Das letzte Stückchen Kraft und den letzten Glauben an sich selbst. Ich glaube aber nicht, dass ich durch Glücksbringer eine Kurve mit zehn Kilometern pro Stunde schneller fahren kann, dass das reine Magie ist. Aber der Glücksbringer verdrängt Zweifel, die man vor dem Rennen noch hat. Ich weiß dann einfach: Ich habe alles getan, jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Ansonsten sitzt man im Auto, kurz bevor das Licht der Ampel verlöscht, und denkt: Ich habe den Glücksbringer nicht eingesteckt! Das ist mir auch schon passiert. Aber ich bin trotzdem gestartet.

          War es für Ihre Karriere ein Glück, dass BMW-Pilot Robert Kubica im Rennen vor Ihrem ersten Auftritt in Indianapolis verunglückt ist, so dass er nicht fahren konnte?

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