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Im Gespräch: Nico Rosberg : „Das Auto war das Hauptproblem“

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„Zweifellos glaube ich an meine Stärke” Bild: AP

Nico Rosberg ist der drittjüngste Pilot im Formel-1-Zirkus des Jahrgangs 2008. Im FAZ.NET-Gespräch redet der 23 Jahre alte Sohn des früheren Weltmeisters Keke über sein Auto, die Schwächen seines Rennstalls Williams, seine Fehler und seine Karrierechancen.

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          Nico Rosberg ist nach Sebastian Vettel und Nelson Piquet der drittjüngste Pilot im Formel-1-Zirkus des Jahrgangs 2008. Der 23 Jahre alte Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg fährt seit 2005 für den britischen Rennstall Williams.

          Nach einem erfolgreichen Saison-Auftakt bremste den in Wiesbaden geborenen, in Monaco aufgewachsenen Deutschen die Fehler bei der Weiterentwicklung seines Boliden. Erst in Singapur tauchte Rosberg als Zweiter des Nacht-Grand-Prix wieder im Rampenlicht auf. Im FAZ.NET-Gespräch redet Rosberg über sein Auto, die Schwächen seines Rennstalls Williams, seine Fehler und Karrierechancen.

          Nach 16 von 18 Grand Prix haben Sie 17 Punkte auf dem Konto, Ihr Team Williams liegt auf Rang acht von zehn Teams in der Konstrukteurswertung. Wie sieht Ihre Saisonbilanz aus?

          Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Am Anfang des Jahres sah es sehr gut aus. Ich war Dritter in Australien. Die Erwartungen, eine gute Saison zu erleben, waren gerechtfertigt. Wir waren besser als Renault. Aber dann haben wir wohl schlecht gearbeitet. Wir hatten mit Ausnahme von Bahrain nur auf den Stadtkursen in Melbourne, Monaco, Kanada und Singapur die Chance, unter die besten Zehn zu kommen.

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          Lag das am Auto?

          Würde ich sagen, auf jeden Fall. Das war das Hauptproblem, besonders die Entwicklung auf dem Gebiet der Aerodynamik.

          Williams hat seit Jahren Probleme bei der Weiterentwicklung des Autos während der Saison, das zeigte sich schon bei der Zusammenarbeit mit BMW zwischen 2000 und 2005. Ist das nicht beunruhigend?

          Sicher ist es nicht super. Aber das Entwicklungstempo war in Ordnung. Die Entwicklung ist nur hier und da in die falsche Richtung gegangen. Ich kann das aber noch entschuldigen, weil wir wieder viel dazugelernt haben.

          Das Auto hat Schwächen. Haben Sie als Fahrer nicht auch Fehler gemacht?

          Ja. Zwei oder drei schon. Und leider dort, wo wir gut dastanden, etwa in Monaco mit dem sechsten Startplatz oder Kanada als Fünfter. Wenn das Auto konstant gewesen wäre im Verlauf der Saison, dann würde man diese Fehler wohl nicht mehr sehen. Ich hatte mir im Qualifikationstraining gute Positionen erarbeitet, aber dann im Rennen unter schwierigen Bedingungen Fehler gemacht. Das sollte in Zukunft nicht mehr passieren.

          Spielte Ungeduld eine Rolle?

          Sicherlich. Ich muss in solchen Situationen geduldiger sein.

          Kann man bei einem Start inmitten von 20 Autos erst voll auf Angriff fahren und dann vor der ersten Kurve noch einen taktisch klugen Rückzieher machen?

          Ja, das kann man. Wir sind ja alle aggressiv und wollen nach vorne. Das ist eine Stärke. Aber man muss gleichzeitig einschätzen können, wann man sich zurückhalten, auch mal einen vorbeilassen muss. Auch das ist eine Stärke. Diese Einschätzung, wann ist es nötig, wann von Nachteil, ist allerdings schwer. In Melbourne hatte ich nach dem Boxenstopp einen Kampf mit Alonso. Ich habe ihn vorbeigelassen, weil es keinen Sinn gemacht hätte. Trotzdem wurde ich Dritter. Ich kann das also. In Monaco aber habe ich die Situation falsch eingeschätzt.

          Dem ersten WM-Kandidaten Lewis Hamilton wird vor dem vielleicht entscheidenden Rennen am Sonntag in Schanghai vorgeworfen, er nutze jede Lücke zu einem Überholmanöver ohne die möglichen Folgen zu bedenken. Kann er sich im entscheidenden Moment nicht bremsen?

          Doch, der kann das. Auch wenn die Anzeichen in den letzten Rennen oder zum Ende der vergangenen Saison einen anderen Eindruck vermitteln. Vielleicht ist es schwieriger für ihn, sich zurückzuhalten, aber der kriegt das hin.

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