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Im Gespräch: Nico Hülkenberg : „Ich will kein Blümchenjahr hinlegen“

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„Ich will Erfolg haben”: Nico Hülkenberg, Neuling in der Formel 1 Bild: dpa

Die Erwartungen an Nico Hülkenberg könnten kaum größer sein. Ein „Jahrhunderttalent“ nennt ihn der zweimalige Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi. Im Interview spricht der Williams-Pilot eine Woche vor Saisonstart über Lehrjahre, Siege und den Konkurrenten Schumacher.

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          Die Erwartungen an Nico Hülkenberg könnten kaum größer sein. Ein „Jahrhunderttalent“ hat ihn der zweimalige Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi genannt, und auch sein Teamchef Frank Williams prophezeit dem Zweiundzwanzigjährigen eine „große Zukunft“. In knapp zwei Wochen wird Hülkenberg beim Grand Prix in Bahrein erstmals an der Startlinie der höchsten Motorsportklasse stehen. Um ihn herum: das Rot der Ferrari, das Silber von Mercedes. Seine Gegner: Weltmeister wie Schumacher, Button, Hamilton oder Alonso.

          Wie sehen Sie sich? Als Lehrling für mindestens eine Saison?

          Nein, ganz sicher nicht. Ich will definitiv um Punkte, um das Podium und um Siege fahren. Nun müssen wir aber realistisch bleiben und abwarten, wie gut unser Auto ist. Mit Sicherheit wird es nicht einfach, aber deshalb bin ich noch lange nicht hier, um erst einmal ein Blümchenjahr hinzulegen. Ich will Erfolg haben.

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          Das wollen andere auch. Michael Schumacher etwa, Ihr Idol aus Kindheitstagen. Haben Sie keine Angst vor Duellen mit ihm auf der Strecke?

          Nein. Früher habe ich vor dem Fernseher gesessen und ihm die Daumen gedrückt - und nun fahren wir gegeneinander Rennen. Aber ich sehe das ganz cool, ich werde vielleicht das eine oder andere Duell mit ihm haben, aber am Ende ist er auch nur ein Gegner, den man schlagen will. Man muss komplett ausblenden, wer da im anderen Auto sitzt.

          Bisher ist ihm das immer gelungen, Hülkenberg siegte in seiner Rennsportkarriere bisher im Akkord. Er wurde Meister in der Formel BMW (2005), in der A1-GP-Serie (2006/07) und in der Formel 3 (2008). Im September des vergangenen Jahres stand er im Fahrerlager von Monza, seine Mechaniker stießen mit Sekt aus Plastikbechern an und feierten so den bisher letzten Erfolg von Hülkenberg: den Titelgewinn in der Nachwuchsserie GP2. Es ging immer nur nach oben mit dem jungen Mann aus Emmerich, der sich deshalb wohl erst gewöhnen muss an hintere Startreihen und weniger Aufmerksamkeit. Auch die Technik ist eine andere. Etwa 750 PS muss Hülkenberg nun beherrschen, rund 150 mehr als in der GP2, das Lenkrad ist voll mit Knöpfen und Schaltern, die Anforderungen an den Fahrer sind weitaus komplexer.

          Haben Sie sich schon richtig eingearbeitet in die Feinheiten des neuen Boliden?

          Ich bin doch keine Jungfrau, was die Formel 1 betrifft. Natürlich bin ich noch nie ein Rennen gefahren, aber ich saß schon öfter in diesem Auto. In den letzten beiden Jahren war ich schon Testfahrer bei Williams, wegen der neuen Regeln bin ich in der vergangenen Saison nur drei Tage gefahren, trotzdem hilft mir das jetzt ungemein.

          Und das Praktikum, das Sie in der Williams-Fabrik gemacht haben?

          Generell wird es mich nicht schneller machen. Aber mich begeistert diese Technik. Ich habe deshalb vieles aufgegriffen und gelernt. Vielleicht hilft mir dieses Verständnis nun, ein besserer Rennfahrer zu werden. Auch die Beziehung zum Team ist in dieser Zeit sicher besser geworden.

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