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Hamilton bleibt bei Mercedes : „Ich habe mich nie wohler bei einem Team gefühlt“

  • Aktualisiert am

Fährt auch weiterhin für Mercedes in der Formel 1: Lewis Hamilton. Bild: dpa

Lewis Hamilton bleibt Mercedes in der Formel 1 über das laufende Kalenderjahr hinaus erhalten. Der Brite verlängert seinen Vertrag bis einschließlich 2020. Ziele für die Zukunft hat er auch schon.

          Die Rekordjagd kann weitergehen: Weltmeister Lewis Hamilton hat nach einem Verhandlungsmarathon seinen auslaufenden Vertrag bei Mercedes bis einschließlich 2020 verlängert und wird damit wohl als Sternfahrer in Rente gehen. Durch das Bekenntnis des viermaligen Champions zum dominierenden Formel-1-Rennstall der letzten Jahre geraten nun auch einige Bestmarken von Rekordweltmeister Michael Schumacher in Gefahr.

          „Seitdem Toto Wolff und ich im Winter zusammensaßen, war diese Vertragsverlängerung im Grunde genommen nur eine Formalität“, sagte Hamilton am Donnerstag im Vorfeld des Großen Preises von Deutschland (Sonntag, 15.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei RTL): „Ich bin seit 20 Jahren Teil der Rennfamilie von Mercedes, und ich habe mich nie wohler in einem Team gefühlt. Wir sind auf und abseits der Rennstrecke auf einer Wellenlänge – und ich freue mich auf weitere Siege in der Zukunft.“

          Der 33-Jährige könnte bis zu seinem Vertragsende die sieben WM-Titel von Schumacher, den er 2013 bei Mercedes beerbt hatte, egalisieren. Bei den Pole Positions hat der extrovertierte Brite mit 76 Starts von Platz eins das deutsche Motorsport-Idol (68 Poles) bereits überflügelt, bei den Rennsiegen ist der 1985 in Stevenage geborene Hamilton mit 65 Formel-1-Erfolgen (davon 44 für Mercedes) immerhin schon die Nummer zwei. Schumachers Marke von 91 Siegen ist zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber in den nächsten zweieinhalb Jahren nicht unerreichbar. Hierzu müsste Hamilton seinen Schnitt von zehn Siegen pro Saison halten, der ihm zwischen 2014 und 2017 gelang.

          Die Verlängerung war alternativlos

          Aus Sicht von Mercedes war es angesichts solcher Statistiken nur logisch, den Vertrag mit seinem Erfolgsgaranten der letzten Jahre zu verlängern. „Diese Woche haben wir die finalen Dokumente unterzeichnet und wollten die Leute nun nicht länger auf die Folter spannen“, sagte Mercedes-Motorsportchef Wolff: „Er ist einer der Größten in der Geschichte des Sports, und seine Rekorde sprechen für sich.“

          Die Einigung war allerdings spätestens mit der Vertragsverlängerung von Sebastian Vettel (Heppenheim) bei Ferrari bis 2020 alternativlos. Dass die beiden viermaligen Champions, die bei allem gegenseitigen Respekt schon oft aneinander geraten sind, einmal im selben Team fahren würden, galt als ausgeschlossen. Und allein Ferrari und Mercedes können ein Gesamtpaket aus Tradition, Finanzkraft und sportlicher Stärke schnüren, das Hamiltons Ansprüchen genügt. Schon zum Ende der vergangenen Saison hatten Mercedes und Hamilton keinen Zweifel daran gelassen, dass sie über 2018 hinaus zusammenarbeiten wollen. Doch Woche um Woche zog sich die Verkündung hin. Dadurch kamen Gerüchte auf. So unterstellte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, Hamilton müsse „grotesk hohe Gehaltsforderungen“ stellen.

          Für den schillernden Superstar der Formel 1 lohnt es sich gewiss auch finanziell, seine Karriere beim Branchenprimus fortzusetzen. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Hamilton ist mit einem geschätzten Jahresgehalt von 35 Millionen Euro schon jetzt einer der Topverdiener in der Königsklasse, sein neuer Vertrag soll mit mindestens 40 Millionen Euro dotiert sein. Obendrein verdient der 33-Jährige noch ein ordentliches Zubrot mit Werbung.

          Die Basis seines Ruhms sind seine Erfolge: 2014, 2015 und 2017 gewann Hamilton im Silberpfeil die Fahrer-Weltmeisterschaft. 2016 musste er sich nur knapp seinem Teamkollegen Nico Rosberg (Wiesbaden) geschlagen geben. Seinen ersten WM-Titel fuhr er 2008 für McLaren-Mercedes ein. Von 2014 bis 2017 siegte Hamilton mit Mercedes zudem in der Konstrukteurs-WM. Und schon dieses Jahr könnten die nächsten Titel folgen.

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