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Formel-1-Saisonauftakt : Hamilton siegt vor Rosberg und Vettel

Erster im Ziel: Keiner kann Weltmeister Lewis Hamilton in Australien schlagen Bild: AFP

Mercedes dominiert auch den Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne. Hamilton siegt vor Rosberg. Vettel hat bei seinem Ferrari-Debüt großen Rückstand, ist aber begeistert nach einem Rennen, bei dem so wenige Fahrer starten wie zuletzt 1963.

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          Die Sonne schien, die Ränge waren voll, nur auf der Strecke hat die Formel 1 ihren Saisonauftakt überaus übersichtlich gestaltet. Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes gewann den ersten Grand Prix der Saison 2015 mit einem Vorsprung von 1,3 Sekunden vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg. Dritter wurde Sebastian Vettel in seinem ersten Rennen für Ferrari – der Deutsche hatte allerdings mehr als 30 Sekunden Rückstand auf die überlegenen Mercedes-Piloten, von denen Hamilton das siebte der jüngsten acht Formel-1-Rennen gewann. „Fantastisch, so weiter zu machen“, sagte Hamilton anschließend.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Für Vettel war der Rückstand offenkundig zweitrangig: „Grazie, ragazzi, forza Ferrari“, funkte der viermalige Weltmeister an sein neues Team, der, kaum war der Ferrari SF15-T geparkt, den Kontakt zu seinen Mechanikern suchte. Anschließend von Arnold Schwarzenegger auf dem Podium befragt, sagte Vettel, es sei eine „große Ehre“ für Ferrari zu fahren. „Es fühlt sich großartig an, ein großartiger Start in die Saison.“

          Die Dominanz der Mercedes-Piloten war erwartet worden, offenbar auch von Schwarzenegger, dem Moderator der Fragerunde mit den Rennbesten. Während Hamilton dem „Terminator“ aus der Steiermark mitteilte, er habe ihn sich größer vorgestellt, war sich Schwarzenegger sicher, dass Hamilton schon demnächst wieder sagen könne: „I’ll be back.“ Doch so heiter der frühere Gouverneur von Kalifornien, der wegen einer Muskelmesse in der Stadt war, gestaltete, so negativ war die überaus hohe Ausfallquote vor und in diesem Rennen.

          18 Formel-1-Autos sollten in diesem Großen Preis von Australien in Melbourne starten, nachdem die Belegschaft des Manor-Teams zwar an der Rennstrecke die Zelte aufgeschlagen, die Garage aber nie auf vier Rädern, sondern allenfalls auf zwei Beinen verlassen hatte. Bereits am Samstagabend deutete sich an, dass sich diese Zahl auf 17 reduzieren würde, denn der finnische Williams-Pilot Valtteri Bottas musste wegen akuter Rückenbeschwerden, die er sich im Qualifying zugezogen hatte, ins Krankenhaus. Am Sonntag musste Claire Williams, die stellvertretende Teamchefin, Bottas‘ Verzicht bestätigen. Der Finne hat sich bei einer harten Bremsung einen „kleinen Riss“ in der Bandscheibe zugezogen. Er verfolgte das Rennen in der Garage sitzend, eine schwarze Sonnenbrille auf der Nase.

          Das Wort Desaster macht die Runde

          Und das Feld reduzierte sich noch vor dem Start weiter: Kevin Magnussen, der beim mit akuten Technikproblemen kämpfenden Rennstall McLaren-Honda den verletzten Fernando Alonso ersetzen und vom letzten Startplatz ins Rennen gehen sollte, schaffte es nicht bis in die Startaufstellung: Motorschaden, Rauchwolke, Abschleppdienst. Ebenfalls schon auf der Installationsrunde strandete Daniil Kwjat, seit jüngstem Red-Bull-Pilot: Getriebeschaden am RB 11.

          Zwei Autos am Haken der Bergungsfahrzeuge, zehn Minuten, bevor die Saison überhaupt eröffnet wird, das Wort Desaster machte die Runde. 15 Autos beim Saisonstart der Formel 1 – das hatte es zuletzt 1963 in Monaco gegeben. Dabei war die Begeisterung für dieses Rennen groß in Melbourne, der Kartenverkauf war in der Hoffnung auf einen Sieg des Australiers Daniel Ricciardo noch besser gelaufen als im vergangenen Jahr, als über das Wochenende mehr als 300.000 Zuschauer in den Albert Park gekommen waren. „Dan the Man“ war die Zugnummer für dieses Rennen, aber sein Untersatz hat offenbar mächtig mit der Zugkraft zu kämpfen: Die Klagen der Red-Bull-Verantwortlichen über Motorenlieferant Renault erreichen neue Höchstwerte auf der nach oben offenbar offenen Jammerskala. Ricciardo beendete das Rennen auf Platz sieben.

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