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Spannende Formel 1 in Ungarn : Hamilton auf der letzten Rille zum Sieg

Und es hat doch noch zum Sieg gereicht: Lewis Hamilton triumphiert in Ungarn. Bild: AFP

Nur dank cleverer Taktik kommt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton noch an Herausforderer Max Verstappen im Red Bull vorbei. Sebastian Vettel landet in Ungarn auf Platz drei – und wird doch deklassiert.

          Die Spannung lässt nicht nach. Dank einer cleveren Taktik seines Teams hat Lewis Hamilton am Sonntag den Großen Preis von Ungarn vor Max Verstappen gewonnen. Erst in den letzten Runden konnte der fünfmalige Formel-1-Weltmeister im Mercedes den Niederländer (Red Bull) überholen. „Das war eine phantastische Leistung des Teams. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde. Ich bin in jeder Runde auf Qualifying-Niveau gefahren“, sagte Hamilton nach seinem siebten Sieg auf dem Hungaroring. Damit stellte er mit seinem 81. Grand-Prix-Erfolg den Rekord von Michael Schumacher ein. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel gelang es kurz vor dem Ende noch, seinen Teamkollegen Charles Leclerc von Rang drei zu verdrängen: „Aber wir wissen, dass wir zu langsam sind. Wir brauchen gute Ideen für die zweite Saisonhälfte.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Jetzt ist es quasi amtlich. Red Bull hat hinter dem Branchenführer Mercedes die erste Verfolgerrolle übernommen mit Verstappen als Anführer. Sein makelloser Start in Ungarn und die Behauptung an der Spitze bis zur 67. von 70 Runden zeugten von der jüngsten Entwicklung des Boliden. Auch auf Strecken mit mittelschnellen Kurven ist der Rennwagen des österreichischen Teams gleichwertig. Dieser Schritt hatte sich angedeutet. Aber nur Verstappen mochte Fahrkunst und Fahrbarkeit vereinen. In der Konstrukteurswertung wird Mercedes sich kaum Sorgen machen müssen. Was aber, falls Verstappen ein Lauf gelingt im zweiten Teil der Saison? Verfeinerungen rund um das Chassis samt eines Kraftschubs im Heck von angeblich 25 PS sind in Planung.

          Verstappen kreiste am Sonntag allein mit Hamilton in der Siegerklasse. Valtteri Bottas hätte noch im Spiel sein können nach seinem Erfolg im Qualifikationstraining über den Weltmeister. Doch der Finne verlor kurz nach dem Start Form und Fassung seines Frontflügels bei Berührungen mit Hamilton und Leclerc, dann Rang zwei an seinen Teamkollegen und nach dem fälligen Boxenstopp samt Nasenwechsel den Sieg aus den Augen (8.). Wieder vergab er, diesmal nicht allein schuldig, die Chance, Hamilton näher zu kommen mit dem identischen Auto. Und so wird sich in der Sommerpause bis Ende August der Eindruck weiter verstärken, Bottas sei nicht der weitaus Zweitbeste, gar ein Wechselkandidat im Silberpfeil-Team. Auf Verstappen ruhen die Hoffnungen, trotz seines größeren Rückstands von 69 Punkten in der Fahrerwertung hinter Hamilton. Hält er die Formel 1 in Atem?

          Formel 1

          Zumindest Ferrari ist die Luft in Ungarn ausgegangen. Von der ersten Runde an konnten weder Leclerc noch Vettel in den Kampf um den Sieg eingreifen. Nach 25 Runden lag das Duo 18 Sekunden hinter dem Führungsduo. An der Fähigkeit der Piloten lag das kaum. Der SF90 bietet zu wenig Abtrieb. Hätten die Fahrer das Auto an die Grenze getrieben, der Reifenabrieb wäre durch das Rutschen in den Kurven noch größer geworden. Insofern sausten die Roten hilflos hinterher, mit der vagen Hoffnung, Fahrfehler oder technische Defekte könnten die Schnellsten aus der Bahn werfen und ihnen einen Erfolg bescheren. Lange nicht mehr hat Ferrari die Zuschauerrolle übernehmen müssen beim Blick auf den Zweikampf an der Spitze. Vettel freute sich zumindest über den Sprung auf das Podium im letzten Moment dank einer späten Einstopp-Strategie. 42 Sekunden Rückstand aber entsprechen einer Deklassierung. Ferrari ist viel zu langsam.

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