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Großer Preis von Malaysia : Der „Iceman“ gewinnt in der Sauna von Sepang

  • Aktualisiert am

Durstiger Sieger: Kimi setzt den Champagner an Bild: picture-alliance/ dpa

Kimi Räikkönen hat im zweiten Saisonrennen seinen ersten Sieg gefeiert. Beim Großen Preis von Malaysia setzte sich der Formel-1-Weltmeister vor dem Polen Robert Kubica und seinem Landsmann Heikki Kovalainen durch. Bester Deutscher war Nick Heidfeld auf Platz sechs.

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          Weltmeister Kimi Räikkönen hat sich für das Auftaktfiasko eindrucksvoll rehabilitiert und in der „Sauna“ von Sepang eiskalt zurückgeschlagen. Der finnische Ferrari-Pilot gewann am Ostersonntag souverän den Großen Preis von Malaysia und unterstrich damit seine Ansprüche auf die Titelverteidigung.

          „Es war eigentlich ein recht einfaches Rennen. Wir waren deutlich schneller als die anderen Teams. Ich hoffe, dass wir das in den nächsten Rennen bestätigen können“, sagte der „Iceman“ gewohnt unterkühlt. Der Traum der Roten von einem Doppelerfolg beim zweiten Saisonlauf zur Formel- 1-Weltmeisterschaft platzte nur, weil Felipe Massa nach rund einer Stunde ins Kiesbett rutschte. Robert Kubica bestätigte als Zweiter mit seinem bislang besten Ergebnis den Aufwärtstrend von BMW-Sauber.

          Die deutschen Fünflinge zahlten Lehrgeld

          Das McLaren-Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen machte nach der Strafversetzung nach der Qualifikation noch das Beste aus dem Rennen: Der Finne Kovalainen feierte als Dritter seinen ersten Podestplatz im Silberpfeil. Melbourne-Triumphator Hamilton kam trotz großen Zeitverlustes beim Reifenwechsel nach 310,408 Kilometern noch auf Rang fünf. „Das war ein Riesenhandicap“, trauerte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug über den verpatzten Boxenstopp. „Aber mit der Gesamtleistung bin ich zufrieden.“ Hamilton meinte nach dem Rückschlag: „Ich habe nur gepusht und versucht, so viele Punkte wie möglich zu holen.“

          Durstiger Sieger: Kimi setzt den Champagner an Bilderstrecke

          Für die deutschen Fahrer-Fünflinge verlief die Hitzeschlacht bei 30 Grad im Schatten und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit ernüchternd bis enttäuschend. Nur Nick Heidfeld kam im BMW-Sauber als Sechster in die Punkte, konnte sich aber über die schnellste Rennrunde freuen. „Das ist einerseits ein Trostpflaster, andererseits aber umso ärgerlicher“, sagte der Mönchengladbacher, den eine frühe Kollision mit dem späteren Vierten Jarno Trulli (Italien/Toyota) um eine Podestchance brachte. Nico Rosberg belegte den 14. Platz. „Es ist frustrierend“, sagte der Williams-Toyota-Pilot aus Wiesbaden. „Es war sauheiß.“

          „Ich bin im Moment schon angefressen“

          Timo Glock, Adrian Sutil und Sebastian Vettel schieden dagegen vorzeitig aus. In Melbourne hatten Heidfeld als Zweiter und Rosberg als Dritter noch für eine Sternstunde gesorgt.

          Für das deutsche Trio Heidfeld, Rosberg, Glock begann das Rennen schon frustrierend. Der Melbourne-Zweite verlor nach dem Start fünf Plätze, nachdem er und Trulli leicht mit den Vorderrädern aneinandergeraten waren, und musste sich vom zehnten Rang wieder mühsam nach vorne arbeiten. Rosberg und Glock rauschten nach einer Runde ineinander. Während der Wiesbadener einen Frontflügel verlor und nach einer Reparatur weiterfahren konnte, musste sein Landsmann seinen Toyota in der Box abstellen. „Ich habe einen Schlag auf die Hinterachse bekommen. Die Hinterradaufhängung ist gebrochen“, sagte Glock. „Ich bin im Moment schon angefressen.“ Auch beim Auftakt in Australien war der 26-Jährige aus Wersau ausgefallen.

          Adrian Sutil schied in der siebten Runde aus. Der Force-India- Pilot aus Gräfelfing hatte sich vom 21. auf den 14. Platz vorgekämpft. „Wahrscheinlich war es wieder ein Problem mit der Hydraulik. Ich konnte nicht mehr in andere Gänge schalten“, sagte Sutil. „Das ist schon schade.“ In Melbourne war er ebenfalls wegen eines Hydraulikschadens vorzeitig liegen geblieben. Dann fiel Vettel in der 41. Runde aus. „Der Hydraulikdruck ist gesunken. Dann hat der Motor aufgegeben“, sagte der Toro-Rosso-Pilot aus Heppenheim.

          Massa musste ins Kiesbett und schied aus

          Räikkönen siegte auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit ungefährdet in 1:31:18,555 Stunden. Kubica lag 19,570 Sekunden zurück, Kovalainen 38,450 Sekunden. „Ich glaube, das kann sich sehen lassen“, bilanzierte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. „Wir sind auf Kurs und haben die Lücke zur Spitze verkleinert.“

          Räikkönens Teamkollege Massa musste die Hoffnung auf den scheinbar sicheren zweiten Platz in der 31. von 56 Runden begraben: Der Brasilianer rutschte ins Kiesbett und steckte dort mit durchdrehenden Rädern fest. „Es war ein komisches Gefühl. Irgendetwas ist ausgefallen“, sagte Massa tief frustriert, nachdem er schon in Melbourne wegen eines Problems im Motorenumfeld ausgefallen war.

          Hamilton verteidigte in der Gesamtwertung die Spitzenposition mit 14 Punkten. Räikkönen rückte mit elf Zählern auf Rang zwei vor dem punktgleichen Heidfeld. Kovalainen (10) ist Dritter.

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