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Großer Preis von Japan : Hamilton gewinnt chaotisches Regenrennen

Mercedes-Duell an der Spitze: Lewis Hamilton und Nico Rosberg kämpfen auch um den WM-Titel Bild: Reuters

Der Brite gewinnt in Suzuka und baut seine Führung in der WM-Wertung aus. Rosberg wird trotz langer Führung Zweiter. Vettel beginnt seine Abschiedstournee bei Red Bull stark.

          3 Min.

          Lewis Hamilton hat am Sonntag den Großen Preis von Japan in Suzuka gewonnen. Der Mercedes-Pilot setzte sich vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg und Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) durch. Hamilton führt durch den Erfolg nun mit 266:256 Punkten in der Gesamtwertung. Es war ein zum Teil chaotisches Rennen, das von Regenfällen und einem Unfall des Marussia-Piloten Jules Bianchi geprägt war. Nach 44 Runden wurde der Grand Prix abgebrochen. Richtig freuen aber wollten sich die ersten Drei darüber nicht. Sie waren bedrückt, weil bis zur Siegerehrung nichts über den Gesundheitszustand von Bianchi bekannt war. „Unsere Gedanken sind bei Jules“, sagte Hamilton. „Wir machen uns Sorgen um unseren Kollegen“, sagte Rosberg.

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon Stunden vor dem Start prasselte der Regen auf die Strecke, es waren Ausläufer des Taifuns Phanfone, der sich der südjapanischen Küste näherte. Schon nach der Einführungsrunde berichteten die Fahrer von kleinen Flüssen auf dem Kurs und davon, dass sie kaum etwas sehen konnten. Sergio Perez (Force India) hatte sich sogar schon auf dem Weg auf seine Startposition gedreht. Die Rennleitung entschied deshalb, den Grand Prix hinter dem Safety Car beginnen zu lassen. Probleme aber gab es trotzdem: Marcus Ericsson (Caterham) gab zu viel Gas und rutschte in die Wiese. Und Hamilton funkte: „Ich kann nichts sehen.“ Nach zwei Runden wurde der Grand Prix deshalb unterbrochen, die Boliden reihten sich in der Boxengasse auf.

          Knapp zwanzig Minuten später ging es weiter, abermals hinter dem Safety Car. Doch schon nach wenigen Metern blieb Fernando Alonso mit seinem Ferrari wegen eines Elektronikproblems liegen, kletterte aus dem Cockpit und wurde auf einem Roller zurück ins Fahrerlager gebracht. Und die anderen kreisten weiter hinter dem Safety Car, wollten aber langsam Gas geben, in der achten Runde funkte Hamilton deshalb direkt an den Rennleiter Charlie Whiting: „Charlie, die Strecke ist gut, die Pfützen sind kein Problem.“ Whiting saß im Kontrollraum, er hatte Kopfhörer auf und schaute auf die Monitore, für ihn schien es dort draußen noch immer zu gefährlich. Bis zur zehnten Runde, als das Rennen erst richtig losging.

          Rosberg bestimmte das Tempo, Hamilton aber klemmte sich in dessen Windschatten und machte sofort Druck. Doch der Deutsche behielt die Nerven und lag der ersten Runde im Renntempo schon mehr als eine Sekunde vor dem Briten und rund sechs Sekunden vor Bottas. Nur einer konnte in etwa das Tempo der beiden Silberpfeile mitgehen: Jenson Button im McLaren, der als einziger schon zu Beginn von Regenreifen auf Intermediates gewechselt hatte. Andere folgten diesem Beispiel, nur die beiden Silberpfeile blieben zunächst auf der Strecke. In der vierzehnten Runde kam Rosberg zum Stopp, Hamilton blieb auf der Strecke und setze eine neue Bestzeit im ersten Sektor, machte dann einen kleinen Fehler und fuhr schließlich bei seinen Mechanikern vor. Rosberg blieb in Führung, allerdings war sein Vorsprung auf unter eine Sekunde geschmolzen.

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