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Großer Preis von China : Vettel auf der Pole Position

  • Aktualisiert am

Schnellster Mann von China: Sebastian Vettel steht in Schanghai ganz vorn Bild: AP

Sebastian Vettel hat dem Red-Bull-Rennstall die erste Pole Position seiner Geschichte beschert: beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von China war kein Pilot schneller als der Heppenheimer. Für die anderen deutschen Piloten lief es weit weniger gut.

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          Sebastian Vettel startet beim Großen Preis von China am Sonntag zum zweiten Mal in seiner noch jungen Formel-1-Karriere vom ersten Platz. Erstmals war ihm diese im vergangenen September auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza geglückt. „Ehrlich, ich hatte das nicht erwartet. Fantastisch. Ich bin natürlich überglücklich“, sagte Vettel mit strahlender Miene.

          Vettel düpierte mit seiner exzellenten Schlussrunde im Qualifying auf dem International Circuit von Schanghai zudem die bislang dominierende Doppel-Diffusor-Fraktion. WM-Spitzenreiter Jenson Button, nach seinen beiden Saisonsiegen und Trainingsbestzeiten auch im Riesenreich der Riesenfavorit, musste sich im Brawn-Mercedes überraschend mit Rang fünf hinter seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello begnügen. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) bewies als Qualifikations-Zweiter vor Mark Webber (Australien) im zweiten Red Bull, dass der Kniff am Unterboden dennoch einen Vorteil bildet.

          Technische Probleme am Red Bull

          Renault, das zur letztendlich unterlegenen Protest- Fraktion gegen den Doppel-Diffusor von BrawnGP, Williams und Toyota gehörte (siehe: Formel 1: Brawns Diffusor regelkonform), setzt ein entsprechendes Teil in Schanghai ein (siehe: Formel 1: Das Rennen der Kopierer) und erreichte erstmals seit dem spanischen Grand Prix 2008 wieder die erste Startreihe. Zudem hatte Vettel bei seiner Pole-Zeit von 1:36,184 Minuten auf der 5,451 Kilometer langen Strecke deutlich weniger Benzin an Bord als die Konkurrenz und war damit entscheidend leichter. „Ich habe mir große Sorgen gemacht, dass mein Auto nicht hält. Deshalb bin ich so wenige Runden gefahren“, sagte Vettel - seine Pole-Position hing am seidenen Faden.

          Das wird spannend: Sebastian Vettel steht auf der Pole Position

          Wegen Problemen mit der Antriebswelle konnte der Heppenheimer in den drei Qualifikations- Durchgängen jeweils nur einen schnellen Versuch wagen, nachdem die Mechaniker sein Fahrzeug erst in einer Nachtschicht einigermaßen repariert hatten. Eine Garantie, dass der RB 5 am Sonntag (Start: 09.00 Uhr MESZ) durchhält, gibt es nicht. „Das sind lange 56 Runden“, sagte Vettel. „Ich habe bislang noch keine Punkte, hoffe aber, dass es jetzt klappt.“ Red-Bull-Teamchef Christian Horner jubelte nach der ersten Bestzeit für den Rennstall des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz: „Der Puls ist schon ziemlich hoch. Es war brillant von Sebastian. Er ist cool geblieben, die Strategie ist aufgegangen. Das ist ein fantastischer Tag für uns.“

          McLaren-Mercedes setzt auf „erstklassige Strategie“

          Nico Rosberg kam auf Rang sieben. „Wir haben das Beste rausgeholt, aber ich hatte mir schon mehr erhofft. Das Problem war, die Reifen auf Temperatur zu bekommen“, sagte der Williams-Pilot aus Wiesbaden. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) bilanzierte nach seinem elften Rang im BMW-Sauber: „Das war das Maximale. Uns fehlt einfach ein bisschen die Pace.“ Robert Kubica vervollständigte als 18. das magere Ergebnis für die Weiß-Blauen. „Das war für uns ein sehr enttäuschendes Qualifying“, meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Zufriedenheit herrschte dagegen bei McLaren-Mercedes (siehe auch: Formel 1: McLaren bleibt nur noch die Notbremse) nach Lewis Hamiltons neuntem Platz hinter Ferrari-Rivale Kimi Räikkönen (siehe auch: Formel 1: Anfängerfehler am Ferrari-Kommandostand).

          „Ein klasse Job von Lewis und dem Team - wir haben seit Saisonbeginn einen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin sicher, wir haben eine erstklassige Strategie“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Timo Glock (Wersau) wurde 14., rutscht aber in der Startaufstellung um fünf Plätze zurück, weil an seinem Toyota das Getriebe gewechselt werden musste. Adrian Sutil (Gräfelfing) kam im Force-India-Mercedes auf den 19. Platz. Vor dem Großen Preis von China führt Button die Fahrer-WM mit 15 Punkten vor Barrichello (10) an. Glock (8 Zähler) liegt auf Rang vier hinter Trulli (8,5).

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